Feuchtgebiete trockengelegt

Feuchtgebiet
Foto: Brenda Anderson

Niedere Instinkte trieben mich heute in verschiedene Buchhandlungen. Obwohl das Objekt der Begierde intimste Inneneinsichten verhieß, war es allenthalben eingeschweißt in Plastikfolie zu bewundern. Über das Motiv der vom Handel gewählten Präsentationsform kann an dieser Stelle lediglich gemutmaßt werden. Der Sumpf meiner Phantasie ist vorerst trockengelegt.

45 Antworten

  • Haste nun, oder haste nicht gekauft?
    In meinem nächsten Leben hau ich Euch auch sowas um die Augen – dann werd ich reich und perühmt, jawoll!

    Ich hab ne Theorie , warum die Bändchen eingeschweißt sind, aber die sag ich jetzt nicht.

  • Habe nun ach….
    mich durch die ganzen Kundenbewertungen geschleppt und was soll ich sagen:
    Selps Schuld!
    Immerhin geben die Leute noch zu, daß sie sich verkauft haben, dann ist es mit dem Untergang des Abendlandes vielleicht doch noch ein Weilchen hin.
    Zum Werk selber möchte ich mich nicht weiter äußern, lieber Bosch.
    Habe dazu schon die eine oder andere Spitze abgelassen.

    Eigentlich skandalös ist für mich nur die Tatsache, daß so viele der sogenannten seriösen Medien der Autorin breitbeinig und anscheinend lustvoll ihre jeweiligen Bühnen bieten.

    Muß ich jetzt 500 € für Das-Gegenteil-von-Werbung zahlen ?

  • Die Dunkelziffer liegt weitaus höher als die paar Amazonbewertungen. Aber Du hast doch nicht etwa … Oder doch?

    Zahlen musst Du nichts. Hätest Du im anderen Falle ein Loblied auf dieses Printerzeugnis gesungen, so hätte man Dir sicherlich auch nicht gleich einen Scheck übersandt.

  • Bitte bloß keine falschen Unterstellungen!
    Natürlich habe ich _nicht_!
    Anonymisierte Kommentarkundgebungen nur bei Gefahr für Leib und Leben.
    Und so wichtig ist mir die Sache dann doch nicht.

    Gibt es bei Euch im Norden nicht dieses hübsche Motto:
    „Am besten gar nich um kümmern !“ ??

  • Ich hörte auch bereits von diesem Motto. Die Kultur der Wegschauens trägt allerdings nur so lange wie man nicht von widerlichen Gerüchen belästigt wird.

    Beim Netzbuchhändler finden sich allerdings auch zahlreiche Befürworter dieses Pamphlets. Sind die positiven Rezensionen alle vom Verlag beauftragt oder gibt es tatsächlich Menschen, die … [ich mag es gar nicht aussprechen]?

  • Düsseldorf war da letzte Woche ja anders, und bei meinem Ausflug in die hiesige Mayersche konnte ich nicht umhin, in dieses Buch zu gucken, weil bisher, da mochte ich ja die Frau R. ganz gut leiden. Aber die erste Seite allein hat mir schon gereicht, weil was da effekthascherisch präsentiert wird, allein um Kasse zu machen … *seufz* Okay, hätte ich einen gewissen Berühmtheitsgrad, ich würd’s auch versuchen. Ist der Ruf erst … Aber nee. Ich bleib bei meiner Ochserei, der hoffentlich niveauvollen.

  • @Cara: Die Zeit ist ohnehin ein ganz fabelhaftes Presseorgan. Ich weiß gar nicht, was alle immer gegen sie haben. Zwar liegt sie, wie hier geschehen manchmal daneben, aber auch in Sachen der völlig überberteten Band Hot Chip hat die gute alte Tante den Nagel auf den Kopf getroffen.

    @Jules: Schön dumm, von der Mayerschen. So haben sie bestimmt kein einziges Exemplar losschlagen können.

  • Ich bin immer etwas vorsichtig mit der Beurteilung von Büchern, die ich selbst nicht gelesen habe. Auszüge aus Besprechungen reichen mir da nicht.

    Grundsätzlich gefallen mir jedoch Frau Merkel und Herr Beck (im Gesicht) rasiert besser.

  • @Elder Blogman und juf: Es empfiehlt sich an dieser Stelle wieder einmal die Lektüre des Buches „Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat“ von Pierre Bayard. Dieses Buch habe ich selbstverständlich auch nicht gelesen.

  • @juf: Mach doch einfach ein Blog auf. Falls Dir irgendwann langweilig werden sollte, kannst Du immer noch über Platten schreiben, die Du nie gehört hast. Oder über Filme, die Du nie gesehen hast, Konzerte, die Du nie besucht hast, Theateraufführungen, denen Du nie beigewohnt hast, Autotestbericht über Karossen, die Du nie gefahren hast oder Taubenvergrämungen, die Du nie begangen hast. Die Themenvielfalt erscheint unerschöpflich.

  • Ich bin entsetzt. Profondément choquée.
    Dieser Blog zeichnete sich bisher durch feine und kultivierte Ironie aus, die ich bis jetzt still genossen habe. Und jetzt das. Fast 20 Kommentare über dieses… – wie nennt man denn das?
    Das ganze Land befindet sich in einer Aufruhr, welche ich bis jetzt mit Kopfschütteln beobachtet habe. Es brodelt überall – erhitzte Gemüter in der Medienlandschaft. (Und wofür? In einigen Monaten ist alles wieder vergessen.) Man versucht, dem zu entgehen, wobei es nicht ganz einfach ist – Titelüberschriften im Feuilletonteil der SD und anderswo sind schwierig zu ignorieren. Sogar das zu Bissigkeit und Ironie neigende Kulturjournal von 3sat bringt einen Beitrag „darüber“. Ich bleibe verächtlich – es ist Schund, es ist reinste Energieverschwendung sich damit zu befassen, Ich weiß es. Ich brauche es nicht mal gelesen zu haben, ich weiß es einfach. Wie kann man die Ausgeburt einer ehemaligen viva-Moderatorin ernst nehmen, wenn man dereinst von der Schönheit der Sprache eines Prousts überwältigt, von der Zartheit der Geschichte eines zeitgenössischen Schriftstellers wie Jonathan Safran Foers berührt wurde? Und wie kann man sich dafür auch nur im Geringsten interessieren? Wie? Man sollte es mit verächtlichem Schweigen bestrafen. Es ist nichts. Nicht mal „ein“ Nichts, sondern einfach nur nichts. !
    Ich bin eine zurückhaltende Person, aber mir reicht’s. Diese Zeilen mussten geschrieben werden, bevor ich in die stille Versenkung zurückkehre, um mich wieder auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Es war das erste und letzte Mal, das ich mich zu diesem Thema geäussert habe. Quelle honte! Sie hat es geschafft, dass ich mich echauffiere, aber dieser Blog und die vielen wahren Meisterwerke unserer Kultur sind es wert…

  • @une iconnue: Ist geschicktes Marketing bereits der Untergang des Abendlandes? Wenn schon das Buch nichts taugen sollte, so war das Intensivrühren der Werbetrommel beeindruckend erfolgreich.

    Das Buch habe ich weder gekauft noch gelesen. Auch habe ich dies nicht vor – und trotzdem hätte ich (zum Zeitpunkt des Erscheinens) gern kurz hineingeschaut. Meine Neugier ist jedoch verpufft und immerhin hat mir dieses Thema einen neuen Blogbeitrag beschert.

    In wenigen Wochen bereits wird die „Aufregung“ verpufft sein und auch die Feuilletons dieser Republik werden sich wieder dem Wahren, Schönen, Guten zuwenden. Ich freue mich bereits darauf.

  • Schöner Kommentar von Inconnue – schade, daß er anonym ist, also der Kommentar jetzt.
    Man wüßte ja gerne, wer so eloquent plaudert. ;)

    Ich mach’s aber auch mal ein bißchen so und verpflanze einen Kommentar, den ich „woanders“ aber in gleicher Angelegenheit gelesen habe:

    […..Der Grund, warum zu den Feuchtgebieten bisher nichts gesagt wurde]
    „Das Buch hat mir noch keiner geschenkt.
    Mit dem Verriss ist es allerdings auch so ´ne Sache, weil ich grundsätzlich nur Bücher lese, die mich interessieren. Wenn ich davon ausgehe, dass ein Buch scheiße ist, dann lese ich es nicht. Oder ich fang an, es zu lesen und schmeiß es nach 10 Seiten weg, weil es scheiße ist. Oder schenke es jemandem, den ich nicht leiden kann. Alles andere macht irgendwie für mich keinen Sinn.
    Manch einer mag das anders halten.“

  • Oh nein, geschicktes Marketing ist mitnichten der Untergang des Abendlandes – aber das alle drauf reinfallen schon. Und ich weiß es zu schätzen, sehr geehrter Herr Bosch, dass Sie nur magere vier Zeilen darauf verschwendet haben. Ich scheine aber einen wunden Punkt bei Ihnen getroffen zu haben… und Sie scheinen nicht zu verstehen, dass ich mich über mich selbst lustig mache, da auch ich noch meinen Kommentar dazu abgebe… außerdem ist dies schon mein zweiter Beitrag zu diesem Thema, obwohl ich mich überhaupt nicht damit befassen wollte… dies alles beweist, dass auch ich den niederen Instinkten erlegen bin… ich erhebe das Glas auf das Wahre, Schöne, Gute und das Tier in uns.

  • @cara: iconnue hat nicht anonym kommentiert. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, es gibt tatsächlich Menschen, die keine eigene Internetseite betreiben und folglich auch keine Seite angeben können. Es wurde eine gültige E-Mail-Adresse hinterlassen und mit Blick hierauf handelt es sich selbstverstänlich um einen gültigen Kommentar.

    Und: Wo wurde das Buch denn verrissen? Hier jedenfalls nicht. Wie dem auch sei, der Bayard muss endlich her. Im Gegensatz zu Herrn Kehlmann haben Ulrich Wickert und Dennis Scheck ihn gelesen und für gut befunden.

    @une inconnue: Auf des Kaisers neue Kleider sind alle hereingefallen.

    Der Wunde Punkt ist, dass aus meinen obigen vier Zeilen nicht deutlich wurde, ob ich das Buch gekauft/gelesen habe oder nicht.

    Feedback erzeugt man vermutlich nur durch gezielte Provokation. Das ist bei Roche nicht anders als in einem gewöhnlichen Weblog.

  • Werter Herr Bosch,
    ich bitte um Vergebung, wenn meine Rede zu Mißverständnissen geführt haben sollte.
    Wollte keinesfalls die Existenzberechtigung des Kommentars von Madame Inconnue bezweifeln – au contraire! Ich hatte nur beklagt, daß für den Leser hier – jedenfalls für mich – keine Kontaktstelle ersichtlich ist, was ich wahrhaftig bedauere, aber vielleicht meldet sich die I. ja einmal bei mir . ;)
    Zum zweiten ist meine Meinung von Natur aus als höchst subjektiv zu betrachten und sollte keinem aufgedrängt werden. (vgl. mein Eingangskommentar – der jüngste „Import“ sollte zum Thema „noch nicht gelesen“ gehören).
    Nun aber gut.
    Wann gibt es Neues auf dem Boschblog?

  • @Cara: Ich habe mir vorgenommen, denn Kommentarfluss künftig nicht mehr durch neue Beiträge zu unterbrechen. Ab sofort gibt es nur noch eine neue Schönschreibübungen von mir, wenn unter dem jeweils aktuellen Beitrag die Schwelle von 50 Kommentaren überschritten ist. Ich finde, man muss die heiklen Themen auch mal zuende diskutieren. In diesem bescheidenen Onlinemagazin will ich dem einen Raum geben.

    Selbst die meistkommentierten Beiträge in diesem Weblog erreichen diese Schwelle (noch) nicht, daher erlaube ich mir, an dieser Stelle noch einmal auf folgende Artikel hinzuweisen:

  • Das Gegenteil von Kreativität
  • Ich bin nicht Murat
  • Blümeranz
  • Warteschlangengeschichten Teil 2
  • Wendy-Boy
  • bosch backt Buchteln – mit Rezept
  • Duplobaum
  • Haben Sie schonmal einen Roman geschrieben?
  • Die Kernfusion im Wasserglas
  • Ich ermuntere hiermit alle stillen Mitleser, sich an den Diskussionen zu beteiligen. Ich zähle auf Sie …

  • @Cara: Herr Bosch liegt, was die (Nicht)Anonymität und den eigenen Internetauftritt betrifft, vollkommen richtig. Ich bin eine simple boschblogleserin.
    @ bosch: Herr Bosch, mir verging gerade die Laune ob soviel ungerechtfertigter Anschuldigungen! – aber ich glaube, jetzt ist wieder gut. point final.

  • @une inconnue: Heinz Strunk hat ja auch ein ein bißchen ekliges Buch geschrieben. Aber es waren nur Pickel (ich hab’s gelesen). Er hat pflegt bei seinen Shows den schönen Brauch, seine Gäste auf dem „Dampfer der guten Laune“ willkommen zu heißen. Auch hier soll niemand schlechte Laune bekommen, deshalb will ich es dem Heinzer gleichtun: auch das boschblog soll ein Dampfer der guten Laune sein und ich heiße Dich hiermit herzlich willkommen auf großer Fahrt.

  • Ich glaub ich fahr auch ein Ründchen mit.
    Ick heff mol en Hamborger Veermaster sehn, de Masten so scheef as den Schipper sien Been…
    Wenn da keine Seemansromantik aufkommt weiß ich auch nicht.

  • @Cara: Chère Cara, ich wollte mich nur noch für Ihre netten Worte bedanken. À bientôt im boschblog.
    @ Crieger: Ob das Schiff so seetauglich ist?

  • @une inconnue: Die Hoffnung stirbt zuletzt – l’amour toujour – merci bisous :)
    @bosch : mach Dich nicht unfreiwillig zum Leichtmatrosen
    @all: Rettet dem Fridschy! Wäre ja wohl gelollt, wenn hier keine fuffzich comments zusammenkämen! (und wenn wir die selber stricken müssen)

  • Es ist eben nicht das beste Bild gewählt worden, um ein Buch zu Vermarkten. Des Weiteren ist es auch nicht unbedingt Verkaufsfördern, wenn ein Buch eingeschweisst ist und man nicht einmal Probelesen kann.

  • Genau so in der Art. Das Cover und der Titel des Buches passen einfach sehr gut zusammen. Und ganz ehrlich, dieses Buch würde ich mir sogar kaufen, wenn es eingeschweisst ist. Im übrigen habe ich erst einmal Herzhaft gelacht, als ich Titel und Frontcover gesehen habe, einfach sehr gut gelungen. Des Weiteren vielen dank für den Buchtip, ich konnte nicht wiederstehen und habe das Buch gleich mal bestellt ;)

    @bosch: Wenn du magst, kannst du meine Webseite wiede abändern, schließlich bin ich ja nicht zum SPAMMEN hier ;)

  • Also als ByPass haben wir die Schleifringläufermotoren noch nicht verkauft ;) Zumal das a: Ein ziemlich großer ByPass wäre ;) und b: Du dann auch noch einen eigenen Generator auf dem Rücken haben müsstest, weil mit 3.000 KW/h, da reicht eine Verlängerung aus der Steckdose nicht aus ;) (Zwecks Überhitzung und so…)

  • @Elektromotoren: Vielen Dank für die Erleuchtung, auch wenn Du jetzt auch noch ein bißchen unter Bördelverdacht stehst. Andererseits hast Du nun dank Fachkenntnisse im Elektromotorenwesen den Spamverdacht entkräftet, was mich wiederum beruhigt.

    Ich habe soeben versucht, Dir eine Mail an Deine hier hinterlegte web.de-Adresse zu schicken. Leider hat das nicht funktioniert. Könntest Du mir bitte eine andere Adresse übermitteln? Danke.

  • @bosch: Freut mich, dass ich euch von der Ernsthaftigkeit meiner Kommentare überzeugen konnte. Eine andere E-Mail Adresse hast du ja jetzt, ich erkläre dir gern via Mail, wieso hier eine Fake E-Mail Adresse steht ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.