Winterfrische auf Rügen – Teil 4: Königsstuhl

Man kann nicht immer nur spazierengehen. Manchmal muss man auch hinaus auf die hohe See. Am besten auf einem Ausflugsdampfer. Wer einmal eine Reise auf Adler Mönchgut tat, der weiß, dass einen nicht nur das milde Reizklima an der Ostsee, sondern auch „Lieder so schön wie das Morden“, in denen unablässig die Pracht der mecklenburgischen Insellandschaft besungen wird, abhärten können.

... auf dem Ausflugsdampfer
Auch die anderen Fahrgäste hatten ihre Freude auf dem Ausflugsdampfer.

Vom Schiff aus hat man einen herrlichen Blick auf die berühmten Kreidefelsen und einen noch herrlicheren Ausblick auf die Mitreisenden, welche auch hier bevorzugt im Partnerlook anzutreffen sind. Außerdem bringt so eine Ausfahrt nicht nur Abhärtung, sondern auch Sicherheit: Caspar David Friedrichs Lieblingskreidefelsen sind längst im Meer versunken. Sie sind jedoch nicht unter der Last der spazierengehenden Touristen zusammengebrochen, wie der Anblick des obigen Herren vielleicht vermuten ließe, sondern werden nach und nach von extremen Niederschlägen dahingerafft.

Bevor das dem Untergang geweihte Eiland allerdings komplett versinkt, sollte man noch einmal Herrn Boys Ratschlag folgen und in den Binzer Bierstuben Fisch essen. Diese Erinnerungen wird mir niemand nehmen können, auch wenn sich das Meer die Insel längst zurückgeholt hat.

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Weitere Folgen meines Reiseberichtes finden sich hier.

12 Antworten

  • Lieber Herr Bosch,
    vielen Dank für’s Verlinken und vor allem dafür, dass uns Ihre Reiseberichte überhaupt erst dazu motiviert haben, nach Rügen zu fahren (wenn auch nächstes Mal mit Scheuklappenstirnband – wie der Herr auf dem Ausflugsdampfer). Meine besten Grüße an Madame!

  • „Es ist ein Glück, daß man kluge Freunde hat und daß der Verkehr mit ihnen dafür sorgt, daß einem ein bißchen was anfliegt.“

    Fontane, verehrungswürdiger Bosch.
    Bitte bringen Sie den Fontane ins Spiel, oder zeigen Sie mir, wo er bereits seinen verdienten Platz hat, in Ihrem Blog.

  • @Anke: Gern geschehen. Auch vielen Dank für Ihre großartige Reiseberichterstattung. Ich ziehe meinen Hut vor Ihren Fotokünsten. Nicht jeder hätte sich getraut, die Uniformierten so abzubilden.

    @Cara: Sofern man der ausführlichen Fontane-Biografie Glauben schenken kann, weilte der „Rügen-Freund“, wie ihn Spiegel Online bezeichnet, lediglich ein einziges Mal auf der Insel. Wenngleich sich die örtliche Tourismuszentrale zwar noch heute gern im Glanze des Dichters sonnt, gebe ich hiermit zu, verdrängt zu haben, dass der Meister die von ihm erschaffene Effi Briest seinerzeit ein paar Mal am Strand von Sassnitz auf- und abgehen ließ.

    Mein Text ist leider fertig, ich hoffe, Fontane verzeiht mir eines Tages, dass ich ihn habe unter den Tisch fallen lassen. Darauf ein Gläschen feinsten Sanddornlikörs. Prost!

  • Eine Bootsfahrt war wegen des miesen Wetters bei unserer Reise nicht drin. Aber ich habe sowieso einen empfindlichen Magen. Ich vertrage die Mitreisenden einfach nicht.

  • Ich kann dazu nur sagen eine Seefahrt die lustig eine Seefahrt die ist schön was sich ihr nun bewahrheitet. Die Reisebereichte waren äußert anregend und wenn ich nicht schon auf Rügen gewesen wäre würde ich bestimmt nun sofort nach Rügen reisen.

  • „Rügen ist das Capri des Nordens“ – hat glaube ich der Dings gesagt, wie hieß der doch gleich? Na, der mit den Elefanten über die Alpen und immer gerade aus.

    Ich fahr‘ da wahrscheinlich nicht hin, weil ich mir bis zum Bahnhof gar nicht merken kann, wie das heißt.

  • Bis zu dieser Sekunde, werter Herr Bosch, ahnte ich nur, dass
    Freude nirgendwo ungekünstelter zur Schau gestellt wird als
    auf Ausflugsdampfern bei Sackkälte.

    Nun weiß ich es.

    Besten Dank
    Ihr Erdge Schoss

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