Deine Preise

Zum Ende eines jeden Jahres nach meinen Wünschen für das kommende gefragt, antworte ich regelmäßig: „Glück, Gesundheit, Friede auf Erden, wirtschaftlichen Aufschwung für alle und eine Neuerscheinung aus dem Nachlass Thomas Bernhards.“

Nachdem das Verlagshaus Suhrkamp in der jüngsten Vergangenheit ausschließlich durch seine Umzugspläne nach Berlin sowie das zweifelhafte Anliegen der Herausgabe einer eigenen Krimiserie von sich Reden machte, wird mir nun mein Herzenswunsch erfüllt. Zwar handelt es sich leider nicht um einen verschollenen großen Roman, aber immerhin um eine kurzweilige Sammlung von Prosatexten, in denen der vor ziemlich genau 20 Jahren verstorbene Schriftsteller auf die ihm verliehenen Literaturpreise zurückblickt.

An der Zeremonie der Preisverleihung selbst hatte der Autor „naturgemäß“ wenig Freude, aber seine vielen Häuser mussten irgendwie bezahlt werden. Prägnant wie selten bringt Bernhard die Sache auf den Punkt: „Nehme ich nicht das Geld, wird es einer Niete in den Rachen geworfen.“

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5 Antworten

  • Ja, das mit der Krimiserie stört sicherlich die Puristen. Ich finde die Idee gar nicht so schlecht. Manchmal muss man wohl ein bisschen mit der Mode gehen. Ich glaube, die Buchhändlerin, bei der ich Praktikum gemacht habe, sagte zu mir oder zur Suhrkamp-Vertreterin gewandt, so etwas ähnliches wie „…solange dadurch dann große Literatur finanziert wird, soll es mir recht sein.“ Die reine Begeisterung hat diese Serie sicherlich nicht ausgelöst.

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