Gottfried Benn: Nur zwei Dinge

Nur zwei Dinge

Durch so viel Form geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
- ob Sinn, ob Sucht, ob Sage -
dein fernbestimmtes: Du mußt.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.

(Gottfried Benn)

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3 Gedanken zu “Gottfried Benn: Nur zwei Dinge

  1. Ich bin ziemlich überrascht derartige Gedichte kenne ich gar nicht von Benn. Wenn ich da an “kleine Aster” und “Gehirne” denke. Ist mal was anderes, es weicht nur von seinem sonstigem Stil ab.

    mfG

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