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	<title>boschblog.de &#187; Feuilleton</title>
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	<description>Weblog für angewandte Alltagskultur und Unzulänglichkeiten menschlichen Daseins</description>
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		<title>Thomas Bernhard: Ein Frühling</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 13:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie sich alles von einem zurückzieht, wie Qual wieder Qual wird, wieder Finsternis, wieder tödlich wird, wie Mauern wie Menschen zerfallen, wie du in deine zahnlose Zeit hineinschaust, zeigt dieser Frühling; du kannst aufwachen, wann du willst, du kannst gehen, &#8230; <a href="http://boschblog.de/2012/05/06/thomas-bernhard-ein-fruehling/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/05/fruehling_20120502_2012-05-02_15.32.41.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9800];player=img;" title="fruehling_20120502_2012-05-02_15.32.41"><img class="alignnone  wp-image-9801" title="fruehling_20120502_2012-05-02_15.32.41" src="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/05/fruehling_20120502_2012-05-02_15.32.41-480x480.jpg" alt="" width="450" height="450" /></a></p>
<p><em>Wie sich alles von einem zurückzieht, wie Qual wieder Qual wird, wieder Finsternis, wieder tödlich wird, wie Mauern wie Menschen zerfallen, wie du in deine zahnlose Zeit hineinschaust, zeigt dieser Frühling; du kannst aufwachen, wann du willst, du kannst gehen, wohin du willst, dieser Frühling mit seinen verheerenden Stürmen wischt dich weg, schaufelt dich auf die Straßenseite … faucht dich in die entlegensten Winkel, aus der einen in die andere Peripherie, aus der philosophischen in die hündische, aus der hündischen in die lächerliche, erbärmliche … wieder einmal strafen sich alle Bettgeher Lügen, ziehen sie ihre Vorhänge zu, ihre Übelkeiten … aus der Melancholie der angewärmten Geschlechter wird wieder die alles beherrschende Unzucht des Todes; wieder erbrechen sie vor dem besudelten, vom Schnee alleingelassenen Leichnam, erschrokken in millionenfältigem Staunen … Ganze Landstriche zeigen plötzlich ihre Geschwüre, überquellende Flußläufe verkünden das Ende der Schonzeit, es wird wieder in den Akten geblättert, alles wird wieder angeherrscht, von den Gerichtspräsidenten abgeurteilt; der Müdigkeit wird der Kopf abgeschnitten; überall wieder diese stupide kindermachende Vertraulichkeit auf den oberen und den unteren Rängen; die Welt steht wieder geschlossen auf seiten ihrer Prinzipien in diesem grenzenlosen niederträchtigen Exhibitionismus … In den Strömen der Theorien siehst du, wie sich die Ordnungen unterordnen, wie das Geröll der Jahre dir die Augen verfinstert, wie die Ideen zerreißen, die Wörter zerbröckeln. Hier auf den großen Friedhöfen aller Straßenzeilen studierst du die großen Rezensionen des Himmels, mit jeder Redewendung deckst du eine Legion von Verbrechen auf, eine Legion von Gewohnheitsverbrechen … in diesen ungeheuren Wartesälen genügt ein einziges Wort, um ruiniert zu sein, nur der Anfall von einem Gedanken, nur der Versuch, sich für einen Augenblick zu entziehen … von diesem Urteil ist alles erschöpft, in die Niederungen gemeiner Wehlaute zahllos hinuntergeflüchtet, in die bohrende Ungewißheit der Träume … Du bist verhöhnt von der Unverständlichkeit des Verstandes, von der Diktatur des schöpferischen Erniedrigers … du blätterst in ihren sinnlosen Büchern, du forscht nicht mehr nach … du machst dich nicht mehr verständlich; du traust ihnen niemals und nicht in ihrem heillosen Untergang, in ihrer gemeingefährlichen Geisteslepra … Allein, in der Unverstandslosigkeit deiner Gedanken, bestehst du nur noch aus Hunger und Durst in der ewigen Unverständlichkeit der Gestirne … in diesem Frühling ist alles und jedes wieder zu Ende, wie morgen und übermorgen, auf Mißverständnissen aufgebaut, auf Millionen unfruchtbarer Konstellationen, auf der Bedürfnislosigkeit der Natur, die, ein gewaltiger Unruhestillstand, von der Zusammensetzung der Luft, von der Festigkeit und von der Rücksichtslosigkeit der Metalle, gegen alle Gedächtnisse, eine ungeheure Verschweigung ist … dieser Frühling, in welchem die Natur sich wieder die menschliche Existenz zu erfinden getraut, ist ein für alles tödlicher ohrenbetäubender Geruch der Jahrtausende.</em></p>
<p><em>(Thomas Bernhard)</em></p>
<p>___<br />
<small>Text in: Spektrum des Geistes 1964. Literaturkalender. Ebenhausen bei München: Hartfried Voss o.J. [1963]. S.36. In: Jens Dittmar (Hrsg.) (2002): Thomas Bernhard. Werkgeschichte, 02. aktualisierte Auflage, Suhrkamp Taschenbuch Materialien, S. 59 f.; via <a title="thomas-bernhard-blog.de" href="http://www.thomas-bernhard-blog.de/2012/05/fruhlingsgefuhle-a-la-bernhard/">thomas-bernhard-blog.de</a></small></p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>instagr.am: Meine Kleine Geschichte der Handyfotografie</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 17:46:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Gursky]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Hipstamatic]]></category>
		<category><![CDATA[instagram]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Parr]]></category>
		<category><![CDATA[Mercedes Bunz]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Teresa Bücker]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles begann im Jahr 2005. Ich erwarb mein erstes Handy mit eingebauter Kamera – das Nokia 6230i verfügte über einen Sensor mit gerade einmal 1,3 Megapixeln. Auf dem Display war so gut wie nichts zu erkennen, die Übertragung der Dateien mittels USB-Kabel an den heimischen PC war eine Qual und die Fotos waren miserabel. Bereits nach kurzer Zeit ließ ich wieder davon ab, mit meinem Mobiltelefon zu fotografieren. <a href="http://boschblog.de/2012/04/11/instagram-meine-kleine-geschichte-der-handyfotografie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9553" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/04/kodak_20120329_2012-03-29_15.35.18-1.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9483];player=img;" title="kodak_20120329_2012-03-29_15.35.18-1"><img class=" wp-image-9553  " title="kodak_20120329_2012-03-29_15.35.18-1" src="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/04/kodak_20120329_2012-03-29_15.35.18-1-480x476.jpg" alt="" width="450" height="450" /></a><p class="wp-caption-text">Foto mit einem iPhone 4S aufgenommen und bearbeitet.</p></div>
<p style="text-align: right;"><em><small>&#8220;In jüngster Zeit ist das Fotografieren ein ebenso weitverbreiteter<br />
Zeitvertreib geworden wie Sex oder Tanzen &#8211; was bedeutet, dass die<br />
Fotografie, wie jede Form von Massenkunst, von den meisten Leuten<br />
nicht als Kunst betrieben wird.&#8221;<br />
(Susan Sontag)</small></em></p>
<p style="text-align: right;"><em><small>&#8220;Alles ist Kunst.&#8221;<br />
(Joseph Beuys)</small></em></p>
<h2 style="text-align: left;">Martin Parr und ich</h2>
<p style="text-align: left;">Alles begann im Jahr 2005. Ich erwarb mein erstes Handy mit eingebauter Kamera – das <a title="Wikipedia: Nokia 6230i" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nokia_6230">Nokia 6230i</a> verfügte über einen Sensor mit gerade einmal 1,3 Megapixeln. Auf dem Display war so gut wie nichts zu erkennen, die Übertragung der Dateien mittels USB-Kabel an den heimischen PC war eine Qual und die Fotos waren miserabel. Bereits nach kurzer Zeit ließ ich wieder davon ab, mit meinem Mobiltelefon zu fotografieren.</p>
<p style="text-align: left;">Im selben Jahr gab SonyEricsson dem britischen Magnum-Fotografen <a title="Wikipedia: Martin Parr" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Parr">Martin Parr</a> ein Fotohandy an die Hand und schickte ihn damit auf Weltreise. Jede Woche veröffentlichte er auf der Website des Herstellers zehn Fotos, aus denen später der Bildband &#8220;Road Trip&#8221; entstand. Leider ist die Website zwischenzeitlich aus dem Netz verschwunden und der Bildband vergriffen. Dennoch <a title="fontblog.de: Fotografieren wie Martin Parr" href="http://www.fontblog.de/C1024143296/E1863568819/index.html">zeigt</a> die fragmentarische Dokumentation dieser Aktion, dass es dem Meister trotz unzulänglicher technischer Voraussetzungen gelang, zu eindrucksvollen Ergebnissen zu kommen.</p>
<p style="text-align: left;">Ernsthafte Fotografie war, wie auch schon zu Beginn der analogen Zeiten, selbst mit rudimentärster Technik möglich. Das Foto macht eben nicht die Kamera, sondern in erster Linie der Fotograf.</p>
<h2>Von den ersten Pixelhaufen zum Pulitzer-Preis</h2>
<p>Heute indes, nur sieben Jahre später, ist die Fototechnik in Mobiltelefonen so weit fortgeschritten, dass sie qualitativ mit Kompaktkameras der Mittelklasse mitzuhalten vermag. Moderne Smartphones, die weniger als einen Zentimeter dick sind, verbinden dies mit den Vorteilen des Immer-dabei-Habens sowie der Möglichkeit zum sofortigen Hochladen der Bilder in Soziale Netzwerke. Dass die Handyfotografie auch im professionellen Bereich ernstgenommen wird, hat der New-York-Times-Fotograf und Pulitzer-Preisträger Damon Winter gezeigt, der im Herbst 2010 mit der iPhone-App <a title="Wikipedia: Hipstamatic" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hipstamatic">Hipstamatic</a> US-Soldaten im Afghanistan-Einsatz <a title="Damon Winter im Blog der New York Times" href="http://lens.blogs.nytimes.com/2011/02/11/through-my-eye-not-hipstamatics/">fotografierte</a>.</p>
<h2>Instagram macht Fotografie mobil</h2>
<p>Die Hardware konnte sich noch so weit entwickeln, so richtig Sinn ergibt die Handyfotografie erst, seit es mobiles Internet und Dienste gibt, die das Herzeigen der Fotos ermöglichen. Was heute einleuchtend erscheint, war nicht allen von Anfang an klar. So hat die Fotoplattform Flickr, das Urgestein des Web 2.0, den Mobiltrend weitestgehend verschlafen. Diese Lücke konnte der aus San Francisco stammende Dienst <a title="Wikipedia: instagr.am" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Instagram">Instagram</a> leicht füllen.</p>
<p>Am 6. Oktober 2010 erschien, exklusiv für iPhone, die erste Version der App. Neben einer handvoll Filter, die den quadratischen Fotos eine historische Anmutung verleihen, besteht Instagram aus einem Social Network, in das automatisch alle mit diesem Programm bearbeiteten Fotos hochgeladen werden. Ausschließlich auf dem iPhone konnte man Freunde hinzufügen, Bilder kommentieren oder für gut befinden. Später kamen über eine Schnittstelle Webdienste wie <a title="statigr.am" href="http://statigr.am/bosch">Statigram</a> hinzu, die bis auf das Hochladen von Fotos all dies auch auf dem Rechner ermöglichten und darüber hinaus noch einige Zusatzfunktionen für Freunde von <a title="Meine Statistik auf statigram" href="http://statigr.am/stat/bosch">Statistiken</a> bieten.</p>
<p>Am 10. Oktober 2010 habe ich mich als 62062. Nutzer bei Instagram registriert. Mein <a title="Mein erstes instagr.am-Foto" href="http://statigr.am/viewer.php#/detail/139960_62092">erstes Foto</a> zeigte ganz unspektakulär ein etwas unaufgeräumtes Wohnzimmer mit einer Palme und Schrankwand. Ich erhielt dafür drei Likes, danach passierte so gut wie nichts. Und das blieb auch bei den folgenden Fotos so. Genau wie Twitter vor nunmehr über fünf Jahren war dieses Instagram nun da – und ich wusste nicht so recht etwas damit anzufangen. Auch Instagram erschließt sich erst, wenn man es selbst ausprobiert und von innen erlebt hat.</p>
<p>Im März dieses Jahres verzeichnete Instagram weltweit 27 Mio. Nutzer. Vor wenigen Tagen ist die App für das Betriebssystem Android erschienen. Innerhalb von sechs Tagen wurde diese Version mehr als fünf Million Mal heruntergeladen.</p>
<h2>Was Instagram für mich ausmacht</h2>
<p>Was nun ist aber der Reiz an Instagram? Während viele Nutzer sicher zunächst einen Zugang über die Verwendung der Filter finden, ist das eigentlich Interessante die Community. Irgendwann habe ich damit begonnen, nicht einfach nur Bilder hochzuladen und abzuwarten, was passiert, sondern auf dieser Plattform anderen Fotografen zu folgen.</p>
<p>Mittlerweile verfolge ich die Fotostreams von 357 Menschen. Darunter sind Freunde und Bekannte, die eine Art Fototagebuch führen und mich so an ihrem Leben teilhaben lassen. Von ihnen nehme ich auch gern belanglosere visuelle Eindrücke in Kauf, z.B. Essensbilder oder Haustiere. Aber unter den von mir Verfolgten sind auch zahlreiche Fotografen aus aller Welt, die ich gar nicht persönlich kenne. Dem <a href="http://statigr.am/_ds">Produkt-Designer aus San Francisco</a>, der <a href="http://statigr.am/bcaptured">Fotografin aus Berlin</a> und dem <a href="http://statigr.am/jorge_tanure">Instagrammer aus Brasilien</a> folge ich, weil sie mich durchgehend mit guten Fotos erfreuen und mich daran teilhaben lassen, wie sie die Dinge sehen.</p>
<p>Meine Fotostream hat derzeit 31.673 Anhänger. Im Gegensatz zu Twitter, das aufgrund von Sprachbarrieren die länderübergreifende Interaktion erschwert, ist das Potential auf Instagram quasi unbegrenzt. Selbst mit einfachen Englischkenntnissen kommt man über Kommentare miteinander in Kontakt, auf lokaler Ebene haben sich feste Gruppen gebildet, die sich regelmäßig zu Fotospaziergängen treffen, und ich habe schon von Freundschaften gehört, die dank Instagram über Kontinente hinweg geknüpft wurden.</p>
<h2>Die ästhetische Kritik an Instagram</h2>
<p>Wie bei jeder Innovation im Internet stößt natürlich auch Instagram auf Kritik. Diese bezieht sich zum einen aufästhetische und zum anderen auf die sozialen Aspekte.</p>
<p>Insbesondere Beobachter, die sich schon länger und ernsthafter mit der Fotografie auseinander setzen, bemängeln den Einsatz von Filtern, die die Bilder künstlich altern lassen. Auch ich habe mich im Dezember 2010 kritisch mit <a title="Destruktive Filter in der digitalen Fotografie" href="http://boschblog.de/2010/12/13/destruktive-filter-in-der-digitalen-fotografie/">destruktiven Filtern in der digitalen Fotografie</a> auseinander gesetzt. Sicherlich mag es das geschulte Auge stören, dass ein großer Teil der Fotos immer gleichförmiger daher kommt, zumal Instagram dem Nutzer lediglich die Möglichkeit gibt, einen Filter ein- oder auszuschalten. Granularere Einstellungen sind nicht möglich. Dennoch bleibt festzuhalten, dass es über die derzeit 18 verschiedenen Filter, die die App derzeit bereitstellt, zahlreiche weitere Programme gibt, um die eigenen Fotos individuell zu bearbeiten oder ihnen ein ganz andere Erscheinung zu verleihen, z. B. <a title="snapseed.com" href="http://www.snapseed.com/de/startseite/mobile/ipad-iphone-funktionen/">Snapseed</a> oder <a title="hipstamatic.com" href="http://hipstamatic.com/the_app.html">Hipstamatic</a>.</p>
<p>Nicht vergessen werden darf, dass es auch im analogen Fotolabor möglich war, Einfluss auf die Entwicklung der Fotos zu nehmen. Zahlreiche Filter versuchen, diese Effekte nachzubilden, z. B. <a title="Wikipedia: Crossentwicklung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crossentwicklung">Crossentwicklung</a>. Letzendlich ist es jedem Fotografen selbst überlassen, wie stark er seine Bilder verändern will. Sicherlich kann ein Filter ein schlechtes Foto noch etwas historischen Charme mit auf den Weg geben, aber ein schlecht komponiertes Foto besser machen, kann er nicht.</p>
<p>All dies ist Moden unterworfen und vielleicht werden uns Fotoalterungsfilter in ein paar Jahren schon genau so befremdlich erscheinen wie heute <a title="Wikipedia: HDR" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Igreja_Nossa_Senhora_de_Fatima_(HDR_LDR_comparison).jpg&amp;filetimestamp=20110430125708">HDR-Effekte</a> oder <a title="Google-Suche: Color Key" href="https://www.google.de/search?q=color+key&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hl=de&amp;tbm=isch&amp;source=og&amp;sa=N&amp;tab=wi&amp;ei=S5-FT8WUOtHCtAaDxvyyBg&amp;biw=1231&amp;bih=683&amp;sei=XJ-FT8S6H8iSswaRncChCA">Color Keys.</a> Übrigens ist zu beobachten, dass zunehmend auf auf den Einsatz von Filtern verzichtet wird (meine Statistik besagt, dass ich bei mehr als 25 Prozent meiner Fotos keinerlei Filter einsetze.)</p>
<p>Über Geschmack lässt sich genau so wenig streiten, wie über die Frage, ob Instagram-Fotos Kunst sind. Dies ist sicherlich im Einzelfall zu entscheiden. <a title="Wikipedia: Andreas Gursky" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Gursky">Andreas Gurskys</a> Werke, die derzeit zu den teuersten &#8220;Fotografien&#8221; zählen, die der Markt zu bieten hat, sind zweifelsohne Kunst. Und dies obwohl er den größten Teil seiner Arbeitszeit nicht hinter der Kamera, sondern am Computer verbringt. Die neuesten <a title="guardian.co.uk" href="http://www.guardian.co.uk/culture/2012/jan/13/david-hockney-life-in-art">Werke</a> des britischen Malers <a title="Wikipedia: David Hockney" href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Hockney">David Hockney</a> sind gar vollständig an einem iPad entstanden. Und vielleicht werden in paar Jahren auch Instagram-Bilder ganz selbstverständlich in Galerien und Museen zu finden sein.</p>
<p>Meine Instagram-Bilder seien &#8220;größtenteils künstlerisch nicht wertvoll&#8221;, sagte mir einst die Kunsthistorikerin und das ist okay so. Für mich steht in erster Linie der Spaß am Fotografieren im Vordergrund.</p>
<h2>Die soziale Kritik an Instagram</h2>
<p>&#8220;Vor allem aber dient die Auswahl von Fotografien aus dem eigenen Alltag dem Impression Management: andere sollen sehen, was er alles ist und kann&#8221;, <a title="Foto-Sharing: Filter für Gefühle" href="http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2011/11/30/foto-sharing-filter-fuer-gefuehle.aspx">schreibt</a> <a href="http://flannelapparel.blogspot.de/">Teresa Bücker</a> in ihrem Blog auf den Seiten der FAZ. Wer Instagram-Nutzern nun vorwirft, dass es sich um keine Dokumentation des echten Lebens, sondern um eine geschönte Darstellung handelt, darf nicht vergessen, dass der Nutzer sich mit jedem Foto auch um die Gunst seiner Anhänger bewirbt. Und wer würde schon von einem Bewerber in einem Vorstellungsgespräch erwarten, dass er bei der Frage auf die persönlichen Schwächen eine umfassende Generalbeichte ablegte? Genau wie der Rezipient zwischen Dokumentar- und Spielfilm zu unterscheiden vermag, weiß er auch, den Nachrichtenwert eines Instagram-Streams richtig einzuschätzen.</p>
<p>&#8220;Essen ist das Motiv Nummer 1, wenn es um die Darstellung des eigenen Privatlebens geht&#8221;, <a title="Zeigt her eure Teller!" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/essen-und-social-media-zeigt-her-eure-teller/6310204.html">schreibt</a> Mercedes Bunz im Tagesspiegel unter der Überschrift &#8220;Zeigt her Eure Teller!&#8221; Seit Beginn der digitalen Fotografie entstehen – dank entfallener Transaktionskosten für Film und Entwicklung – Unmengen an Bildern. Leicht ist es hier, den Vorwurf zu erheben, Instagram werde mit Fotos von köstlichen Mahlzeiten, niedlichen Katzen und Schäfchenwolken überflutet. Allerdings verkennt der Kritiker, dass er für das, was er auf Instagram zu sehen bekommt, selbst verantwortlich ist. Anhand von Twitter haben wir gelernt, dass der Einwand der Belanglosigkeit keine Gültigkeit hat, da jeder User für die Auswahl der von ihm abonnierten Kanäle selbst verantwortlich ist. Genau so verhält es sich auf Instagram: Wer sich für Architektur interessiert, folgt <a title="Instagram-Fotos von le_blanc" href="http://statigr.am/viewer.php#/user/1129902/">le_blanc</a>, wer alte amerikanische Autos mag, folgt <a title="Instagram-Stream von drsmoothdeath" href="http://statigr.am/viewer.php#/user/3422149/">drsmoothdeath</a> und <a title="Instagram-Feed von jn" href="http://statigr.am/viewer.php#/user/65800/">jn</a> zeigt Street Photography aus Berlin. Wer sich ein bißchen bemüht, wird über die Suche nach Schlagworten das finden, was ihn interessiert.</p>
<h2>Die Übernahme durch Facebook und wie es weitergeht</h2>
<p>Am 9. April 2012 hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bekanntgegeben, dass Facebook den Fotodienst für 1 Mrd. US-Dollar <a href="https://www.facebook.com/zuck/posts/10100318398827991">gekauft</a> habe. Obwohl das bei Datenschützern unter Kritik stehende Facebook zugesichert hat, die Foto Community als eigenständigen Dienst, unabhängig von Facebook fortzuführen, machte sich auf Instagram die Sorge um einen möglichen Kontrollverlust über die eigenen Daten und Fotos breit. Sofort wurden mit dem Schlagwort #instablack tausende komplett schwarze Bilder veröffentlicht, um dem Unmut über die Übernahme Ausdruck zu verleihen.</p>
<p>Für eine Panik ist es allerdings zu früh, denn bislang hat sich bis auf den Eigentümer nichts verändert. Dank der medialen Aufmerksamkeit sind viele neue Nutzer dazugekommen, die mit ihren Fotos die Plattform auch bereichern. Es bleibt zu hoffen, dass sich Facebook an die gemachte Zusage hält und dass Instagram auch künftig technisch weiterentwickelt wird.</p>
<p><strong>tl;dr</strong></p>
<p>Instagram macht Spaß, man muss es aber selbst ausprobiert haben, um das zu verstehen.</p>
<p>___<br />
Links:</p>
<ul>
<li>Meine <a href="http://statigr.am/bosch">Fotos</a> auf Instagram</li>
<li>Ich im <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/0,1518,826566,00.html">Interview</a> mit Spiegel Online</li>
<li>Ich im <a href="https://www.facebook.com/boschblog/posts/100404606761575">Interview</a> mit <a href="http://trackback.fritz.de/2012/04/14/trb-274-kickstarter-datadealer-pinnwand-instagram-dachma/">Trackback</a> auf Radio Fritz</li>
<li>Und auch in der Printausgabe von Der Freitag durfte ich ein paar Worte schreiben. Der Artikel ist <a title="freitag.de: Lust auf einen Fotospaziergang" href="http://www.freitag.de/alltag/1216-lust-auf-einen-fotospaziergang">hier</a> online zu finden.</li>
</ul>
<p><p>Auch lesenswert:</p>
<li><a href='http://boschblog.de/2010/12/13/destruktive-filter-in-der-digitalen-fotografie/' rel='bookmark' title='Destruktive Filter in der digitalen Fotografie'>Destruktive Filter in der digitalen Fotografie</a></li>
<li><a href='http://boschblog.de/2009/09/23/berlin-eine-woche-im-september-2009/' rel='bookmark' title='Berlin: Eine Woche im September 2009'>Berlin: Eine Woche im September 2009</a></li>
<li><a href='http://boschblog.de/2010/05/25/karneval-der-kulturen/' rel='bookmark' title='Karneval der Kulturen'>Karneval der Kulturen</a></li>
<li><a href='http://boschblog.de/2010/08/01/karren-2/' rel='bookmark' title='Karren 2'>Karren 2</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://boschblog.de/2012/04/11/instagram-meine-kleine-geschichte-der-handyfotografie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>35</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Post von Wagner: Lieber Günter Grass</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/04/04/post-von-wagner-lieber-guenter-grass/</link>
		<comments>http://boschblog.de/2012/04/04/post-von-wagner-lieber-guenter-grass/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 15:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Josef Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Post von Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Was gesagt werden muss]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://boschblog.de/?p=9518</guid>
		<description><![CDATA[Lieber Günter Grass,

Sie sind ein großer Dichter. Schon als hellhöriger Säugling haben Sie auf kaschubischen
Kartoffelackern laut auf die Blechtrommel eingedroschen. <a href="http://boschblog.de/2012/04/04/post-von-wagner-lieber-guenter-grass/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Günter Grass,</p>
<p>Sie sind ein großer Dichter. Schon als hellhöriger Säugling haben Sie auf kaschubischen<br />
Kartoffelackern laut auf die Blechtrommel eingedroschen.</p>
<p>Jetzt haben Sie ein Gedicht geschrieben: &#8220;Was gesagt werden muss&#8221;. Mit letzter Tinte machen Sie der Welt Angst vor Israel, vor Juden mit der Atombombe. Mir tut es weh, das zu lesen. Seit an Seit mit Linken und Terroristen lassen Sie mit ihren Worten Ilsebill die Wunden des jüdischen Volkes nachsalzen.</p>
<p>In den furchtbaren Nazijahren haben Sie in der SS gedient. Damals<br />
waren Sie noch ein Kind, unschuldig. Sie haben gefroren und hatten Hunger. Niemand macht Ihnen den Vorwurf, dass Sie eine schöne Uniform haben und<br />
eine warme Suppe essen wollten.</p>
<p>Heute sind Sie Nobelpreisträger. Viel mehr kann man nicht erreichen<br />
als Schriftsteller. Meine alte liebe Mutter fragt immer: &#8220;Wem nützt es?&#8221; Ich glaube,<br />
Sie wollen meinen Job.</p>
<p>Marcel Reich-Ranicki hatte recht, als er sagte: Gossen-Goethe wollen viele werden. Aber es kann nur einen geben.</p>
<p>Herzlichst,</p>
<p>Ihr F. J. Wagner</p>
<p>___<br />
Dies ist <del>eine</del> keine exklusive Vorab-Veröffentlichung des morgen in der BILD erscheinenden Briefes von Franz-Josef Wagner an Günter Grass, anlässlich dessen Gedichts <a title="Günter Grass: Gedicht - Was gesagt werden muss" href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,825744,00.html">&#8220;Was gesagt werden muss&#8221;.</a></p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kommst Du mit in den Alltag?</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/04/02/kommst-du-mit-in-den-alltag/</link>
		<comments>http://boschblog.de/2012/04/02/kommst-du-mit-in-den-alltag/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 12:09:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Blumfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://boschblog.de/?p=9487</guid>
		<description><![CDATA[Auf einmal hast Du gesagt, Du verläßt diese Stadt. Das Leben hier Hat Dich nur noch müde gemacht. Du warst noch nie da, Wo Deine Träume spielen Und Du weißt auch gar nicht, Wo das ist, Doch Du weißt: Hier &#8230; <a href="http://boschblog.de/2012/04/02/kommst-du-mit-in-den-alltag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/YwtkkEnYL_I?rel=0" frameborder="0" width="580" height="325"></iframe></p>
<p>Auf einmal hast Du gesagt,<br />
Du verläßt diese Stadt.<br />
Das Leben hier<br />
Hat Dich nur noch müde gemacht.<br />
Du warst noch nie da,<br />
Wo Deine Träume spielen<br />
Und Du weißt auch gar nicht,<br />
Wo das ist,<br />
Doch Du weißt:<br />
Hier ist es nicht.</p>
<p>Ist das alles, was das Leben fragt?<br />
Ist das alles, was das Leben fragt:<br />
Kommst Du mit in den Alltag?</p>
<p>(Blumfeld)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Öffentlicher Bücherschrank</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/03/23/oeffentlicher-buecherschrank/</link>
		<comments>http://boschblog.de/2012/03/23/oeffentlicher-buecherschrank/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 00:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Antiquariat]]></category>
		<category><![CDATA[Bookcrossing]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Itzehoe]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturkaufhaus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://boschblog.de/?p=9353</guid>
		<description><![CDATA[Dass es um die kulturelle Daseinsvorsorge im kleinstädtischen Raum schlecht bestellt ist, ist ein offenes Geheimnis. Ausgerechnet die Gastwirte der Stadt haben sich zusammengetan, um der feuilletonistischen Ödnis Einhalt zu gebieten. Zwecks Reanimation der längsten Fußgängerzone Norddeutschlands haben sie in einer ausgemusterten Telefonzelle einen öffentlichen Bücherschrank initiiert. <a href="http://boschblog.de/2012/03/23/oeffentlicher-buecherschrank/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/03/buecherzelle_20120320_2012-03-20_17.29.41.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9353];player=img;" title="buecherzelle_20120320_2012-03-20_17.29.41"><img class="wp-image-9354 alignnone" title="buecherzelle_20120320_2012-03-20_17.29.41" src="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/03/buecherzelle_20120320_2012-03-20_17.29.41-480x480.jpg" alt="" width="400" height="400" /></a></p>
<p>Dass es um die kulturelle Daseinsvorsorge im <a title="Kleinstadt" href="http://boschblog.de/2012/02/21/kleinstadt/">kleinstädtischen</a> Raum schlecht bestellt ist, ist ein offenes Geheimnis. Ausgerechnet die Gastwirte der Stadt haben sich <a title="Norddeutsche Rundschau" href="http://www.shz.de/nachrichten/lokales/norddeutsche-rundschau/artikeldetails/article/111/buecher-aus-der-zelle.html">zusammengetan</a>, um der feuilletonistischen Ödnis Einhalt zu gebieten. Zwecks Reanimation der längsten Fußgängerzone Norddeutschlands haben sie in einer ausgemusterten Telefonzelle einen <a title="Wikipedia: Öffentlicher Bücherschrank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlicher_B%C3%BCcherschrank">öffentlichen Bücherschrank</a> initiiert. Die Stadtverwaltung hat sich freundlicherweise bereiterklärt, die hierfür benötigte Fläche von rund einem Quadratmeter mietfrei zu überlassen. Das ist durchaus lobenswert.</p>
<p>Das Prinzip ist einfach: Nicht mehr benötigte Bücher können in das in der Telefonzelle befindliche Regal gestellt werden. Wer Interesse an einem dieser Bücher hat, darf es kostenlos mitnehmen und wird im Gegenzug gebeten, bei Gelegenheit auch selbst ein Druckerzeugnis zur Verfügung zu stellen. Seit einiger Zeit beobachte ich dieses Angebot nun aufmerksam und stelle fest, dass es gut angenommen wird. Die sich direkt gegenüber befindlich Buchhandlich wäre jedenfalls froh über einen so schnell drehenden Warenbestand.</p>
<p>Ab und zu sind ein paar ganz brauchbare Klassiker im Angebot. Durchgestrichene Exlibris deuten darauf hin, dass sich Gymnasiasten hier gern ihrer Sartre- und Camus-Bände entledigen, aber auch zerfledderte Reclam-Hefte stehen hoch im Kurs. Freilich handelt es sich bei den meisten Büchern um Schund, der im Prinzip nicht zu ertragen ist. Aber ein Blick in Buchkaufhäuser und Bestsellerlisten verrät, dass dies nur ein Spiegel der Buchbranche ist.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Halt auf freier Strecke</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/03/20/halt-auf-freier-strecke/</link>
		<comments>http://boschblog.de/2012/03/20/halt-auf-freier-strecke/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 19:21:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Dresen]]></category>
		<category><![CDATA[Halt auf freier Strecke]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Provinz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://boschblog.de/?p=9315</guid>
		<description><![CDATA[Wo früher das Lieblingskino meiner Jugend stand, befinden sich heute die zumeist ungenutzten Gesellschaftsräume eines Hotels. Statt des Verzehrkinos mit kleinen Tischen und Klingeln, mit denen man während der Vorstellung die Bedienung zu sich bitten konnte, um Eiskonfekt und Bier zu bestellen, und der Bar, an der man zigaretterauchend einen Film genießen konnte, gibt es an dieser Stelle nur noch Schnaps und Butterkuchen zu traurigen Anlässen: Beerdigungen und Hochzeiten. Von den ursprünglich drei Kinos in der Kleinstadt hat nur eines überlebt; das Siechtum dominiert die Vitalität jedoch merklich. Einmal wöchentlich gibt es "Kino für Kenner", zu diesem Anlass werden einmal im Monat Qualitätsfilme gezeigt. <a href="http://boschblog.de/2012/03/20/halt-auf-freier-strecke/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><small>Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt.<br />
(Thomas Bernhard)</small></p>
<p>Wo früher das Lieblingskino meiner Jugend stand, befinden sich heute die zumeist ungenutzten Gesellschaftsräume eines Hotels. Statt des Verzehrkinos mit kleinen Tischen und Klingeln, mit denen man während der Vorstellung die Bedienung zu sich bitten konnte, um Eiskonfekt und Bier zu bestellen, und der Bar, an der man zigaretterauchend einen Film genießen konnte, gibt es an dieser Stelle nur noch Schnaps und Butterkuchen zu traurigen Anlässen: Beerdigungen und Hochzeiten. Von den ursprünglich drei Kinos in der <a title="Kleinstadt" href="http://boschblog.de/2012/02/21/kleinstadt/">Kleinstadt</a> hat nur eines überlebt; das Siechtum dominiert die Vitalität jedoch merklich. Einmal wöchentlich gibt es &#8220;Kino für Kenner&#8221;, zu diesem Anlass werden einmal im Monat Qualitätsfilme gezeigt.</p>
<div id="attachment_9319" class="wp-caption alignleft" style="width: 243px"><a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/03/kinokarte_20120320_IMG_4849.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9315];player=img;" title="kinokarte_20120320_IMG_4849"><img class=" wp-image-9319 " title="kinokarte_20120320_IMG_4849" src="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/03/kinokarte_20120320_IMG_4849-480x360.jpg" alt="Kinokarte" width="233" height="175" /></a><p class="wp-caption-text">Kinokarte</p></div>
<p>Ich investiere weniger als die Hälfte des großstadtüblichen Eintrittspreises, um mir <a title="Wikipedia: Andreas Dresen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Dresen">Andreas Dresens</a> <a title="Wikipedia: Halt auf freier Strecke" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halt_auf_freier_Strecke">&#8220;Halt auf freier Strecke&#8221;</a> anzusehen, den mir ein Freund bereits vor über vier Monaten empfohlen hat, als der Film in der Hauptstadt anlief. <em>Damals, mit ihr, war ich <a title="Kino 2010" href="http://boschblog.de/2010/12/15/kino-2010/">oft</a> im Kino; im letzten Jahr nicht ein einziges Mal</em>, denke ich, während ein Werbefilm für die örtliche Autowaschstraße präsentiert wird. Dann wird es hell im Saal, die Eisverkäuferin kommt und es beginnt der Vorspann. Plötzlich merke ich, dass ich im falschen Film bin. Dies ist zwar ein durchaus vertrautes Gefühl, aber eher metaphorisch. Irgendwie hatte ich mir nicht vorstellen können, dass hier einen zweiten, noch kleineren Kinosaal für die Qualitätsfilme gibt. Vor lauter Schreck gieße ich etwas Bier über meinen Schal und meine Jacke als ich die Treppe hinauf eile. Kleines Kino, das.</p>
<p>Ich habe Bier, Eiskonfekt und Taschentücher, aber niemanden zum Händehalten. Sei&#8217;s drum. Der Film beginnt mit einer schrecklichen Diagnose <a title="Trailer: Halt auf freier Strecke" href="http://www.youtube.com/watch?v=gClc0TSoTKI">(hier im Trailer zu sehen)</a>: Frank, Ehemann und Vater von zwei Kindern, hat einen Gehirntumor. Er wird sterben, wie naturgemäß alle Menschen sterben werden. Nur wird ihm eine Lebenserwartung von nur noch wenigen Monaten prognostiziert. Alles wird ungeschönt gezeigt: wie er es seinen Kindern sagt, der letzte Sex und die Inkontinenzwindel. Während Frank körperlich und geistig zunehmend verfällt, sind Familie und Freunde damit häufig überfordert. Traurige Momente überwiegen und es ist gut, dass ich Taschentücher eingepackt habe, denn natürlich muss ich weinen. Aber der Film hat auch immer wieder absurd-komische Szenen. Es ist ein guter Film, der zeigt, dass das Sterben gar nicht so schlimm sein muss, wenn jemand für einen da ist.</p>
<p>Nach dem Kino gehe ich in die Bar. Ich sitze allein an der Theke und trinke ein Glas <a title="Wikipedia: Whisky - Etymologie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Whisky#Etymologie">Lebenswasser</a>.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://boschblog.de/2012/03/20/halt-auf-freier-strecke/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>You Are My Sunshine</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/02/20/you-are-my-sunshine/</link>
		<comments>http://boschblog.de/2012/02/20/you-are-my-sunshine/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 22:36:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Frisell]]></category>
		<category><![CDATA[Gesang]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[mssib]]></category>
		<category><![CDATA[Soundtrack meines Lebens]]></category>
		<category><![CDATA[You Are My Sunshine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://boschblog.de/?p=9094</guid>
		<description><![CDATA[Die fröhliche Melodie entstammt ursprünglich einem ukrainischen Volkslied. Der Amerikaner Oliver Hood schrieb Ende der 1930er Jahre den uns heute bekannten Text dazu. Von You Are My Sunshine existieren unzählige Aufnahmen, die bekannteste ist vielleicht das Duett von Johnny Cash und June Carter.

Jahrzehnte konnte ich diesem Lied nicht sonderlich viel abgewinnen. Irgendwann aber sang sie es mir ins Ohr. Ganz objektiv gehört, hatte sie keine ausgeprägt schöne Gesangsstimme. Die Art ihres Votrages hatte eher etwas von einer naiven Niedlichkeit. Ich aber war immer sehr gerührt, wenn sie You Are My Sunshine für mich sang. Für mich hatte sie die schönste Stimme der Welt. <a href="http://boschblog.de/2012/02/20/you-are-my-sunshine/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9096" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/herd_20120122_IMG_3346.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9094];player=img;" title="herd_20120122_IMG_3346"><img class=" wp-image-9096  " title="herd_20120122_IMG_3346" src="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/herd_20120122_IMG_3346-640x640.jpg" alt="" width="400" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Text-Bild-Schere</p></div>
<p style="text-align: right;"><small>You are my sunshine,<br />
My only sunshine.<br />
You make me happy<br />
When skies are grey.<br />
You&#8217;ll never know, dear,<br />
How much I love you.<br />
Please don&#8217;t take my sunshine away.</small></p>
<p style="text-align: right;"><small>(Oliver Hood)</small></p>
<p>Die fröhliche Melodie entstammt ursprünglich einem <a title="YouTube: Ой, там на горі" href="http://getfile4.posterous.com/getfile/files.posterous.com/temp-2012-02-20/vjHEncCcFifqtrBezdhrooHhuJpjAxhwfxsaFJDDAynuAuquowloIjtsrwFF/02_You_Are_My_Sunshine.mp3">ukrainischen Volkslied</a>. Der Amerikaner Oliver Hood schrieb Ende der 1930er Jahre den uns heute bekannten <a title="Lyrics: You Are My Sunshine" href="http://www.keeponliving.at/song/you_are_my_sunshine.html">Text</a> dazu. Von <em>You Are My Sunshine</em> existieren unzählige Aufnahmen, die bekannteste ist vielleicht das Duett von <a title="YouTube: Johnny Cash &amp; June Carter - You are my sunshine" href="http://www.youtube.com/watch?v=JcnNb7Pnmok">Johnny Cash und June Carter</a>.</p>
<p>Jahrzehnte konnte ich diesem Lied nicht sonderlich viel abgewinnen. Irgendwann aber sang sie es mir ins Ohr. Ganz objektiv gehört, hatte sie keine ausgeprägt schöne Gesangsstimme. Die Art ihres Votrages hatte eher etwas von einer naiven Niedlichkeit. Ich aber war immer sehr gerührt, wenn sie <em>You Are My Sunshine </em>für mich sang. Für mich hatte sie die schönste Stimme der Welt.</p>
<p>All das scheint lange her zu sein. Unlängst habe ich ich die Version des amerikanischen Jazzgitarristen <a title="Wikipedia: Bill Frisell (en)" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bill_Frisell">Bill Frisell</a> auf meiner Festplatte entdeckt. Mit ihm konnte ich nie etwas anfangen. Als Kind hat er zu heftig auf der Klarinette geblasen und als Erwachsener zu anstrengenden Krach mit John Zorn <a title="YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=-C2vGHrb3Jk">zusammengeelärmt</a>. 2005 nahm Frisell zusammen mit einem Streichtrio eine ziemlich irre <a href="http://www.bbc.co.uk/music/reviews/92zf">Platte</a> auf, deren Musik von Maler <a href="http://boschblog.de/2012/02/15/der-geteilte-pimmel/">Gerhard Richter</a> inspiriert war. Ich konnte das nicht hören, niemand konnte das hören. Und dann das ganze elegische Countryzeugs, das er später auf seinen sechs Seiten produzierte. All das ist mir ein Graus. Aber seine wunderbar reharmonisierte Version von <em>You Are My Sunshine</em> ist so großartig, dass man sechs Minuten lang alles um sich herum vergisst.</p>
<p><br />
Bill Frisell – You Are My Sunshine</p>
<p>___<br />
Dies ist ein Beitrag aus meiner Serie <a title="Der Soundtrack meines Lebens" href="http://www.boschblog.de/2009/05/25/keine-blogparade-der-soundtrack-meines-lebens/">“Der Soundtrack meines Lebens”</a>. Weitere Beiträge dazu finden sich <a title="Schlagwort: Soundtrack meines Lebens" href="http://www.boschblog.de/tag/soundtrack-meines-lebens/">hier</a>.</p>
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		<title>Der geteilte Pimmel</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/02/15/der-geteilte-pimmel/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 11:31:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Der geteilte Himmel]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<description><![CDATA[Neue Nationalgalerie, Berlin-Tiergarten. Das Werk Gerhard Richters wird gezeigt: Panorama. Vor dem Mies-van-Rohe-Bau keine Warteschlange. Doch der Schein trügt. Sie befindet sich im Erdgeschsoss des Gebäudes. Der Ausstellungsbesuch wird zum Happening. Menschen warten geduldig und freuen sich insgeheim darüber. Sie &#8230; <a href="http://boschblog.de/2012/02/15/der-geteilte-pimmel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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<p>Neue Nationalgalerie, Berlin-Tiergarten. Das Werk Gerhard Richters wird gezeigt: <em>Panorama</em>. Vor dem Mies-van-Rohe-Bau keine Warteschlange. Doch der Schein trügt. Sie befindet sich im Erdgeschsoss des Gebäudes. Der Ausstellungsbesuch wird zum Happening. Menschen <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/richter_20120214_IMG_4012.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9005];player=img;">warten</a> geduldig und freuen sich insgeheim darüber. Sie sind Teil einer Kulturbewegung – obwohl sich nur wenig bewegt. Ich warte darauf, dass die Ersten ihre Klappstühle, die sie auch bei Autobahnstaus auf die Schnellstraße zu stellen pflegen, herausholen. Das tut aber niemand. Nach über einer halben Stunde des Anstehens darf man ein Ticket lösen. Zwei Zweitklässler werden von ihren Eltern in die Ausstellung gezerrt, irgendwo entdecken sie den Titel der parallel laufenden Ausstellung <em>Der geteilte Himmel</em>. &#8220;Der geteilte Pimmel, der geteilte Pimmel&#8221;, rufen sie und amüsieren sich, die dazugehörigen Bildungsbürgerelter blicken indigniert. Richter ist auch Tourismusfaktor. Man merkt es daran, dass der Herr an der Garderobe gut gelaunt ist und freundlich viel Spaß in der Ausstellung wünscht. So etwas hat es früher in Berlin nicht gegeben.</p>
<p>Die Ausstellungsräume sind <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/richter_20120214_IMG_4024.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9005];player=img;">überfüllt</a>. Ich schwanke zwischen Genervtheit von den vielen Menschen, die mir den mir den Blick auf <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/richter_20120214_IMG_4021.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9005];player=img;">Kerze</a>, <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/richter_20120214_IMG_4022.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9005];player=img;">Schädel</a> und <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/richter_20120214_IMG_4019.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9005];player=img;">Seestück</a> versperren, und Genervtheit von Menschen, die nie niemals den Fuß in ein Museum setzen, aber gegen deren Schließungen klickstark auf Facebook demonstrieren. <em>Malerfürst, ja Malerfürst</em>, denke ich. <em>Was für eine bescheuerte Bezeichnung. Unser Teuerster etc. Aber warum sind wir eigentlich alle hier?</em> Ich wünsche mir Kontemplation, aber ständig werde ich angerempelt, ständig klicken Kameras. Mir bleiben nichts als ein paar Flüchtige Blicke auf die beeindruckende stilistische <a title="Impressionen der Ausstelung auf Google+" href="https://plus.google.com/photos/103944846116609244065/albums/5709307714732556833">Vielfalt</a>: Abstraktion und Hyperrealismus, Verwischungen etc. Während ich mich frage, ob es überhaupt Kunst ist, wenn man etwas sieht und es versteht, knufft neben mir eine Rentnerin ihren Mann in die Seite und sagt: <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/richter_20120214_IMG_4031.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9005];player=img;">&#8220;Schon wieder so eine typische Öl-Fotografie.&#8221;</a> Nach einer Stunde muss ich hier raus. Ich möchte in einem Ohrensessel sitzen und im Katalog blättern.</p>
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		<title>Rettung</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/02/04/rettung/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 15:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Holzfällen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Bernhard]]></category>

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<blockquote><p>Um uns aus einer Notsituation zu erretten, denke ich, sind wir selbst genauso verlogen wie die, denen wir diese Verlogenheit andauernd vorwerfen und derentwegen wir alle diese Leute fortwährend in den Schmutz ziehen und verachten, das ist die Wahrheit; wir sind überhaupt um nichts besser, als diese Leute, die wir andauernd nur als unerträgliche und widerliche Leute empfinden, als abstoßende Menschen, mit welchen wir möglichst wenig zu tun haben wollen, während wir doch, wenn wir ehrlich sind, andauernd mit ihnen zu tun haben und genauso sind wie sie.</p></blockquote>
<blockquote><p>Thomas Bernhard, Holzfällen</p></blockquote>
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		<title>Transmedialer Elektrozaun</title>
		<link>http://boschblog.de/2012/02/02/transmedialer-elektrozaun/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 12:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[#tm12]]></category>
		<category><![CDATA[Ben Woodeson]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[transmediale]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist wieder einmal so weit: In der Schwangeren Auster wird Medienkunst gezeigt. Die Eingangshalle durchzieht ein Elektrozaun. Health &#38; Safety Violation #36 heißt das von Ben Woodeson geschaffene Kunstwerk. Es wirkt etwas bedrohlich. Sicherheitspersonal achtet darauf, dass ihm niemand zu &#8230; <a href="http://boschblog.de/2012/02/02/transmedialer-elektrozaun/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>

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<p>Es ist wieder einmal so weit: In der <a href="http://boschblog.de/2011/02/05/schwangere-auster/">Schwangeren Auster</a> wird Medienkunst gezeigt. Die Eingangshalle durchzieht ein Elektrozaun. <em>Health &amp; Safety Violation #36</em> heißt das von Ben Woodeson geschaffene Kunstwerk. Es wirkt etwas bedrohlich. Sicherheitspersonal achtet darauf, dass ihm niemand zu nahe kommt, der nicht die <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/Haftungserklaerung_tm12.jpeg" rel="shadowbox[sbpost-8891];player=img;">Haftungserklärung</a> unterschrieben  hat, die den Künstler von allen Schadensersatzansprüchen freistellt.</p>
<p>Ich beobachte das Spektakel eine Weile, traue mich aber zunächst nicht, mir einen Stromstoß versetzen zu lassen. Es sind nur wenige Milliampere, die im Abstand von wenigen Sekunden durch den Zaun gejagt werden; etwa so viel wie durch einen Weidenzaun. Die Mutigen, die Plus- und Minuspol berühren, schreien zumeist kurz auf. Obowohl man weiß, dass etwas passieren wird, ist der Schreck enorm. Die meisten lachen, nachdem sie sich davon erholt haben. Eine junge Frau fällt zu Boden, was aber eher dem Schreck als der Stärke des Stromstoßes geschuldet ist.</p>
<p>Was der Künstler uns damit sagen will? Man weiß es nicht, niemand erklärt es. Der Reiz, es ausprobieren zu wollen, wird dennoch stärker. Ein paar Biere später werde ich mutig: ich unterschreibe, dass ich zur Mitwirkung an diesem Kunstwerk bereit bin, meinen Tod in Kauf zu nehmen, und erhalte im Gegenzug einen <a href="http://boschblog.de/wp-content/uploads/2012/02/stempel_ctm12.jpeg" rel="shadowbox[sbpost-8891];player=img;">Stempel</a> auf das Handgelenk, der mich für den Zutritt zum Elektrozaun berechtigt. Die Bekannte zieht mit (eigentlich hat sie mich überredet) und wir entscheiden uns für die Romantikvariante. Wir halten einander an den Händen, sie berührt den Minuspol, ich den Pluspol. (Vermutlich aber umgekehrt.) Dann passiert es: es funkt zwischen uns beiden. – Zeitgleich durchfährt unsere Körper ein kleiner Stromstoß. Es ist nicht so, dass man die Zaunstangen ununterbrochen festhalten möchte, aber auch nicht so schlimm wie erwartet. Wir machen es noch zwei weitere Male und fühlen uns den Rest des Abends wie Superhelden, die ein Medienkunstwerk bezwungen haben.</p>
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