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Menschenallergie
Ich hab nichts gegen Menschen als solche,
meine besten Freunde sind welche.
(Blumfeld, Penismonolog)
Menschen sind es, die einem das Leben erschweren. (Nicht alle, aber doch zu viele.) Man selbst ist ja schließlich auch nur Mensch.
Da ist es nur konsequent, wenn auch immer mehr Katzen unter einer Menschenallergie leiden. Warum sollte es ihnen auch besser ergehen als uns und umgekehrt?
Der sich dachte
Kommt alle her! Ich erzähl’ Euch von dem, der sich dachte.
Sing Euch sein Lied, die Geschichte und was sie ihm brachte.
Über die Zeit und sein Leben und was er draus machte.
Kommt alle her! So hat der, der sich dachte, gelebt.
(Blumfeld)
Alles ganz schön old school hier, schreibt Ole Reißmann auf Spiegel Online: Ein Bild, ein Zitat und ein paar flüchtige Zeilen. Aber das ist auch ganz in Ordnung so, nicht weil es die Leser lieben, sondern weil ich es nicht besser kann.
Jetzt nur noch ein Kurzes Klagelied anstimmen auf unzureichend klimatisierte Büroräume und schwitzende Menschen im öffentlichen Personennahverkehr, dann wäre dieser Montag schon fast geschafft.
Mein Weg ist mal leicht, mal schwer …
Brandenburg
Große Städte, flaches Land,
überall kannst du traurig,
überall kannst du fröhlich sein.
(Jochen Distelmeyer, Die Bienenjäger)
Sonntags rausfahren nach Brandenburg, weil man ja auch mal raus muss aus Berlin. Wie immer auf dem Lande schweift der Blick in die Ferne und man fragt sich, wie das Leben hier ist. Vermutlich nicht so viel anders als im Westen, Norden oder Süden.
Nacht ist es hier vollkommen dunkel und still. Der Linienbus fährt das Dorf nur bei Bedarf an; vor der Haltestelle treffen sich die Jugendlichen. Sie trinken Bier aus Dosen und zeigen einander die neuesten Umbauten an ihren Mofas.
Auf der anderen Seite des Flusses liegt Polen. Das Mobiltelefon interessiert die Grenze nicht und meldet sich willkürlich mal im hiesigen, mal in einem dortigen Netz an. Auf dem Rückweg in die Stadt kaufen wir beim Bauern frischen Spargel.
Scheinfrühling
Die Luft ist warm
und das Leben sieht bunt aus.
Die einen haben,
gehen mit ihrem Hund raus.
Ich wollt’n Text schreiben
und bin zu Haus geblieben
Ich geh durch die Wohnung mit gemischten Gefühlen,
besteig meinen Thron
und sitze zwischen den Stühlen.
Durch das geschlossene Fenster wirkt dieser Januartag frühlingshaft. Zum Glück ist es kalt draußen, sonst wäre dieser plötzliche Umschwung kaum auszuhalten. Vor dem Nola’s am Weinberg, einem schweizer Lokal in Mitte, sitzt man in Decken gehüllt auf Liegestühlen: Ein kleiner Zauberberg – mit mehr Milchkaffee und weniger Tuberkulose.
Während die einen bemüht sind, die ersten Sonnenstrahlen einzufangen, sind die anderen damit beschäftigt, Dinge komplizierter zu machen. Dieser Frühlingstag ist ein trügerischer Schein – es ist Ende Januar; Winter.
Kein Tagebuch
Als der Strom weg war,
kamst Du zu mir,
und du sagtest: “Los komm, erklär mir
in den Liedern, die Du spielst,
ist immer weniger von Dir selber drin.”
“Stimmt genau,” sag ich,
“die sind so, wie ich selber bin.”
(Blumfeld, Superstarfighter)
Und natürlich ist das, was ich hier täglich in dieses Internet schreibe, kein Tagebuch, sondern immer auch ein Stück weit Ausgedachtes. “Wieviel Autobiographisches steckt in diesem oder jenem Text?”, mag sich der Leser fragen, und ich antwortete “nichts” oder “alles”. Aber das ist egal, denn der Klang der Worte ist oft wichtiger als ihre Bedeutung selbst.



















