Alles renkt sich wieder ein

Naturgemäß wünschen wir uns, dass sich alles wieder einrenkt. Und in schwachen Momenten glauben wir sogar selbst ein bißchen daran, dass es so kommen könnte. Obwohl wir es besser wissen.

Um sie zu necken, unterstelle ich ihr zuweilen, dass sie ja wirklich glaube, dass sich alles wieder einrenke. Obwohl ich weiß, dass auch sie es besser weiß.

Ich will nie wieder Sonnenschein. (Sollte übrigens der Christenmensch in seinem Glauben, dass es ein Leben nach dem Tode gäbe, tatsächlich recht haben, so wäre dies eine riesige Gemeinheit.)

 
Gustav – Alles renkt sich wieder ein

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Dies ist ein Beitrag aus meiner Serie “Der Soundtrack meines Lebens”.

Alles renkt sich wieder ein

Rettet die Wale

Der Sinnlosigkeit unseres Daseins vollkommen bewusst, versuchen wir zwischen Blasmusik und Apokalypse das Blatt doch noch zum Guten zu wenden. Denen dies naturgemäß ebenfalls nicht gelingen will, obwohl sie sich viel mehr anstrengen als wir, widmen wir ein müdes Lächeln. Es nicht einmal mehr Zynismus, sondern Resignation, die unsere Gesichtszüge entspannen lässt. Wenigstens sind wir mit unserem Lächeln nicht allein – aber auch darin ist kein Trost zu finden.

Nach dem Aufstehen zum halbleeren Glas greifen, in dem man Wasser wähnte, sich aber noch der Rest des Wodkas vom vorvergangenen Abend befindet, und einen großen Schluck nehmen. Dann das Romanfragment aus der Schublade ziehen und verbrennen; anschließend die Wale retten.

 

GustavRettet die Wale

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Dies ist ein Beitrag aus meiner Serie “Der Soundtrack meines Lebens”.

Rettet die Wale