Alle Artikel mit dem Schlagwort: Literatur

Tage der deutschsprachigen Literatur 2015, Tag 2 vormittags

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Feuilleton

Ingeborg sitzt auf ihrer Wolke und raucht eine Zigarette. Gestern hat sie den halben Tag geschlafen und den Rest des Tages mit Paul Whatsapp-Nachrichten geschrieben. Heute aber schaut sie im österreichischen Staatsfernsehen, wie in Berlin und nicht in Berlin lebende Schriftsteller um den nach ihr benannten Preis wettlesen. Nebenbei verfolgt sie die Tweets des den Publikumspreis stiftenden Kreditinstituts. Manntexte, Rehtexte, Kirschkerntexte, Kirschkerntexte. Immer wieder Kirschkerntexte. Zwischen den Manifesten ausufernde Jury-Diskussionen über Interpunktion und filmische Autorenporträts mit japanischen Mönchsflöten im österreichischen Alpenidyll. Mehr Semikola […]

Rainald Goetz zum 60.

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Feuilleton

Nun ist der auch schon 60. Ganz schön alt für eine, genauer gesagt, die Nachwuchshoffnung des Literaturbetriebes. Wir indes warten immer noch auf seinen ganz großen Wurf und schauen uns derweil das den kompletten Nimbus begründende Rasierklingenvideo in Endlosschleife an. „Ah, Rainald Goetz lesen Sie. Sehr interessant. Ja, hat denn der mal wieder etwas Neues geschrieben?“, riefen mir unzählige, ebenfalls bereits schon in die Jahre gekommene Damen und Herren, entgegen, als ich unlängst in Cafés […]

Irgendwas mit Smartphone-Romantik

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Feuilleton

Ich würde das Buch gern mögen, untitled von Joachim Bessing, weil ich Pop, auch als Literatur, eigentlich ja mag. Rainald Goetz hat es in seiner unnachahmlichen Art in der Zeit gelobt, so sehr, dass ich Bessing, von dem ich noch nie auch nur eine einzige gute Zeile gelesen habe, eine Chance gebe. „Joachim Bessing hat mit untitled eine glühende Streitschrift für die Nervosität geschrieben, nicht nur für die Liebe, das auch, ein hysterisches Pamphlet für […]

Rettung

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Feuilleton

Um uns aus einer Notsituation zu erretten, denke ich, sind wir selbst genauso verlogen wie die, denen wir diese Verlogenheit andauernd vorwerfen und derentwegen wir alle diese Leute fortwährend in den Schmutz ziehen und verachten, das ist die Wahrheit; wir sind überhaupt um nichts besser, als diese Leute, die wir andauernd nur als unerträgliche und widerliche Leute empfinden, als abstoßende Menschen, mit welchen wir möglichst wenig zu tun haben wollen, während wir doch, wenn wir […]