Der Schuh quietscht

Es kam sehr plötzlich und verschwand nimmer. Immer wenn ich mit dem linken Fuß den Boden berühre, quietscht der Schuh. Nicht sonderlich laut, aber doch deutlich wahrnehmbar. Ist die Umgebung leise, etwa im Büro, wenn alle konzentriert hinter ihren Bildschirmen sitzen und Minesweeper spielen oder was auch immer tun, und ich den Gang entlang gehe, dann richten sich die Köpfe auf und die sich in ihnen befindenden Augenpaare starren mich allesamt an.

Das ist schlimm, aber das ist noch nicht das Schlimmste. Bei jedem Quietschen denke ich „Erna, der Schuh quietscht“, natürlich in der norddeutschen Übersetzung von Harry Rowohlt, und ob Robert Gernhardt wohl je einen quietschenden getragen hat. Seit ein paar Tagen nun schon laufe ich mit dem quietschenden Sneaker herum. Tatsächlich, hast Recht, boschi, der Schuh ist am Quietschen. Und so geht es immer weiter und ich denke, was doch so ein nadelnder Baum für ein verhältnismäßig kleines und vorübergehendes Ärgernis ist.

Aber ich ich bin ja Blogger, und falls hier zufällig jemand von einer Schuh-PR-Firma mitlesen sollte, bitte ich um Zusendung eines bequemen und wintertauglichen Sneakers in der Größe 46. Im Gegenzug würde ich dem Hersteller auch einen Beitrag widmen – 1a Schuh-Content sozusagen. Falls nicht, ist’s auch egal. Dann kaufe ich mir eben selbst einen neuen nichtquietschenden Schuh. Vielleicht gönne ich mir sogar ein Paar.

Schuhwerk

Adidas Samba

Der Vorgang des Anlegens von Schuhwerk findet gemeinhin keinerlei besondere Beachtung, was auch verständlich ist. Schließlich sieht man zumeist nicht sonderlich gut dabei aus. Selbst in bequemes Fußkleid gelingt den Wenigsten ein elegantes Hineinschlüpfen.

Schnürsenkel und Milchschaum

You gotta slow down your life or you’re gonna be dead,
Cut out the struggle and strife,
It only complicates your life.

(The Kinks)

Man sagt, ich sei der zweitschlechteste Schuhzubinder der Welt. Ständig löst sich unterwegs ungewollt der Schnürsenkel. Daheim angekommen, verknotet er sich beim Ausziehen der Schuhe allerdings nahezu unauflöslich.

Man sagt, ich sei der beste Milchaufschäumer der Welt. In der relativ vertrauten Umgebung gibt es lediglich drei Möglichkeiten das hierfür erforderliche Gerät aufzubewahren: Spülbecken (häufig), Geschirrspüler (gelegentlich) oder Regal (selten). Trotzdem gelingt es mir nur selten, den Milchaufschäumer ohne fremde Hilfe auf Anhieb zu finden.

Dieses Leben ist kompliziert.

Büro Büro

Andre spiel’n Büro-Büro,
Projekt-Projekte sowieso,
Decken sich mit Arbeit zu, die’s gar nicht gibt.
– Baby.

(Britta)

Werktäglich verschanzte sie sich mürrisch blickend hinter ihren beiden großen Monitoren. Nie pflegte sie ein Wort zu sagen, wippte aber manchmal mit dem Bein. Lediglich wenn für sie eine Lieferung des Schuhversandhauses eintraf, entfuhr ihr ein kurzes Lächeln. Ging man an ihrem Arbeitsplatz vorbei, konnte man sie gelegentlich dabei beobachten, wie sie im Internet lange Küchenmesser bestellte.