Verlag ohne Medium

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SPIEGEL ONLINE, 6. Oktober 2011

SPIEGELs Zukunft
Verlag ohne Medium

Der neue Aufmacher enttäuscht, das journalistische Feingefühl des Chefs vom Dienst auch. Der SPIEGEL steht nach dem Tod von Rudolf Augstein vor schweren Zeiten. Ohne dessen visionäre Kraft droht der Verlag seine Vorreiterrolle zu verlieren. Welche Strategie hilft jetzt? Von @bosch weniger…

Der sich dachte

Kommt alle her! Ich erzähl’ Euch von dem, der sich dachte.
Sing Euch sein Lied, die Geschichte und was sie ihm brachte.
Über die Zeit und sein Leben und was er draus machte.
Kommt alle her! So hat der, der sich dachte, gelebt.

(Blumfeld)

Alles ganz schön old school hier, schreibt Ole Reißmann auf Spiegel Online: Ein Bild, ein Zitat und ein paar flüchtige Zeilen. Aber das ist auch ganz in Ordnung so, nicht weil es die Leser lieben, sondern weil ich es nicht besser kann.

Jetzt nur noch ein Kurzes Klagelied anstimmen auf unzureichend klimatisierte Büroräume und schwitzende Menschen im öffentlichen Personennahverkehr, dann wäre dieser Montag schon fast geschafft.

Mein Weg ist mal leicht, mal schwer …

 
BlumfeldDer sich dachte

Gestern wichtig

Gelungene Plazierung der Guttenberg-Biographie im Schaufenster der Bücherhalle, Berlin-Schöneberg.

Was gestern noch wichtig erschien, ist heute in weite Ferne gerückt: Beherrschte vor Kurzem noch der Baron aus Bayern mit dem Skandal um eine abgeschriebene Doktorarbeit sämtliche Schlagzeilen, verramscht heute schon das moderne Antiquariat seine Biographie für zwei Heiermänner.

Unterdessen gibt es im Minutentakt neue Schreckensbilder und -nachrichten aus Japan, während die Politik hierzulande aus wahlkampftaktischen Gründen die Debatte über die Zukunft der Energiegewinnung in unserem Lande entfacht.

Es passiert gerade so viel, dass selbst der Interessierte dem Geschehen kaum noch zu folgen vermag. Die Kerze brennt an beiden Enden.

Die Unstetigkeit des Trends am Beispiel der Wirtschaftskrisenberichterstattung im April 2009


Foto: Ana Ulin (unter Creative Commons by-nc)

Wir schreiben den April des Jahres 2009 nach Chr. Die gesamte Welt befindet sich in einer wirtschaflichen Krise – oder auch nicht. Wer weiß das schon so genau heutzutage. Beim Blick in die Presse offenbart sich uns folgendes Bild (hier am Beispiel von Spiegel Online):

01.04.:  ”Gipfel in London – G20 fehlen Mittel gegen Wirtschaftsabsturz” [Link]
02.04.:  ”Börsen im Plus – G20-Versprechen lösen Kursfeuerwerk aus” [Link]
17.04.:  ”Konjunkturkrise – Wirtschaftsministerium warnt vor verstärktem Abschwung” [Link]
20.04.:  ”Optimismus auf Industriemesse – Merkel macht Hoffnung in der Krise” [Link]
20.04.:  ”Neue Prognose – Regierung schraubt Konjunkturerwartungen radikal nach unten” [Link]
21.04.:  ”ZEW-Index – Konjunkturerwartungen verbessern sich überraschend deutlich” [Link]
22.04:  ”Pessimistische Prognosen: Deutschland stürzt in tiefe Rezession” [Link]


Update:

08.05.: “Außenhandel: Exporteure schaffen erstes Umsatzplus seit sechs Monaten” [Link]
08.05.: “Umfrage: Angst vor Wirtschaftskrise wächst sprunghaft” [Link]
08.05.: “Konjuktur: Ökonomen sehen Ende des Abschwungs” [Link]
12.05.: “Radikale Sparprogramme: Deutschlands größte Jobkiller” [Link]
14.05.: “Ende des Abschwungs: Notenbank macht Europas Wirtschaft Hoffnung” [Link]

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Früher war alles besser. Nicht, dass es damals keine Krisen gegeben hätte. Aber wenigstens waren die Konjunkturschwankungen nicht derart unentschlossen.