Hamburg vs. Berlin: Herbertstraße

Herbertstraße, Hamburg-St. Pauli

Herbertstraße, Hamburg-St. Pauli: Sündige Meile, käufliche Liebe. Durchgang nur für volljährige Herren. Vollbusige Damen sitzen hinter Glasscheiben und bieten für ein paar Scheine ihre Körper an. Vorwiegend Touristen amüsieren sich hier, die meisten kommen aber nur zum Glotzen.

Herbertstraße, Berlin-Schöneberg

Herbertstraße, Berlin-Schöneberg: Eine verkehrsberuhigte Wohnstraße im Südwesten der Hauptstadt, ganz in der Nähe des mittlerweile geschlossenen Pudelsalons. Weit und breit keine Sünde zu sehen – nur ein Hörgeräteakustiker.

Herbertstraße Hamburg vs. Berlin: 6 : 3,5.

Richtige Hamburg-Berlin-Vergleiche gibt es auf pop64.de.

 

Hamburg vs. Berlin: Pudel Salon

Hamburg: Ein paar Schritte vom Fischmarkt entfernt befindet sich auf dem Dach des Golden Pudel Clubs, der Elbphilharmonie der Herzen, der Pudel Salon. Schlicht eingerichtet, aber mit einem hervorragenden Blick auf das Tor zur Welt. Im Winter trinkt man drinnen eine heiße Schokolade mit Rum, draußen bereits am Nachmittag kühles Bier und blickt den tutenden Schiffen hinterher. Toll.

Golden Pudel Club, Hamburg-St. Pauli

Berlin: Tief im Westen bringt eine ältere Dame mit goldberandeter Brille und Pelzmantel ihren Vierbeiner mit wolliger gerkäuselter Beeharung zum Hundefriseur. Kritisch beäugt sie das Stutzen der Wolle, dann zieht sie ihrem Pudel, der entweder Sultan oder Daphne heißt, ein rosa Mäntelchen mit strassbesetzten Steinchen über, um mit ihm an der kurzen Leine durch den Kleistpark zu stolzieren. Macht der Köter einen Haufen, schaut das Frauchen pikiert, entsorgt diesen aber vorschriftsgemäß mit spitzen Fingern in der eigens hierfür mitgebrachten Plastiktüte. Anders toll.

Pudel Salon, Berlin-Schöneberg

Pudel Salon Hamburg vs. Berlin: 97 : 3.

Mehr Hamburg-Berlin-Vergleiche gibt es auf pop64.de.

Copa Cabana

Was ist eigentlich das Problem? Das Problem ist diesem Lande ist, dass zu wenig gewollt wird. Nur wer sich anspruchsvolle Ziele setzt, ist in der Lage, Höchstleistungen zu vollbringen. Stattdessen, wohin man auch schaut: Niveaulimbo.

Wer dem heutzutage etwas entgegensetzen will, der muss sich schon etwas Besonderes ausdenken. Gerade als Existenzgründer, gerade in der Gastronomie, gerade auf St. Pauli. Hier ist nicht Altkanzler Helmut Schmidt gefragt, der einst sagte, wer Visionen habe, der solle zum Arzt gehen. Hier ist gefragt, wem die die eierlegende Wollmilchsau noch zu wenig ist. Wer auf dem Kiez die zahlungskräftigen Besuchermassen für sich gewinnen will, der eröffnet nicht einfach eine Kneipe — es muss schon eine Lounge sein. Oder eine Sportsbar. Oder ein Café. Oder ein Irish Pub. Am besten alles zusammen und auch noch mit angeschlossenem Kiosk. Und was liegt da näher, als diese Einrichtung auch noch “Copa Cabana” zu nennen? Gerade in dieser winterlichen Jahreszeit dürfte dieser sonneversprechende Name die Scharen mühelos anlocken. Hier ist man gerne Gast.