Mariä Aufnahme in den Himmel

flickr: Mariä Himmelfahrt

Heute ist Mariä Himmelfahrt. Ein Feiertag, der in Deutchland ausschließlich in großen Teilen Bayerns und im Saarland gesetzlich verordnet ist. Die Tatsache, dass Maria in den Himmel aufgenommen wurde, macht sich im protestantisch geprägten Hamburg lediglich dadurch bemerkbar, dass an diesem Tag keine Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint.

Der bösartige Zeitungsverkäufer neigt jeweils am 15. August, genau wie am 6. Januar (Heilige Drei Könige), 60 Tage nach Ostern (Fronleichnam) sowie am 1. November (Allerheiligen) dazu, in den überwiegend nichtkatholischen Gegenden der Republik stillschweigend die bereits am Vortag erschienene Feiertagsausgabe ein zweites Mal an den Mann bringen zu wollen. Selbstverständlich ist hier ausschließlich die Rede von der SZ – auf die im etwas weniger katholischen Hessen beheimatete Frankfurter Allgemeine Zeitung trifft die skizzierte Problematik lediglich an Fronleichnam zu.

Der freundliche Zeitungsverkäufer indes zeichnet sich, wie auf dem obigen Bild deutlich zu erkennen ist, dadurch aus, den unwissenden süddeutschezeitunglesenden Nichtkatholen darauf aufmerksam zu machen, dass es sich an besagten Tagen um eine Feiertagsausgabe handelt, deren Aktualität stark eingeschränkt ist. Das ist praktiziertes Christentum – obwohl es sich bei meinem Zeitungshändler vermutlich um einen Muslim handelt.

Mein Zeitungshändler liegt übrigens richtig: Die Bayern haben es wirklich gut. Während den Hamburgern pro Jahr lediglich neun gesetzliche Feiertage zugebilligt werden, sind es im südlichsten aller Bundesländer ganze 13.

Hamburger CDU will Studiengebühren verbessern

Hamburger Morgenpost vom 07.08.2007

In der heutigen Ausgabe der Morgenpost wurden die in Hamburg zur Wahl stehenden Parteien nach ihren Lösungsansätzen zu den drängensten Problemen der Stadt befragt. Besonders interessant ist, dass die CDU mit den 40 Mio. Euro Einnahmen aus Studiengebühren die Lern- und Studiengebühren verbessern will.

Wäre dieser Lösungsansatz eine Suppe, Alfred Biolek würde sie als sehr interessant bezeichnen.

Versuch eines medienkritischen Gedichts

Potter, Simpsons, Dalai Lama
sind die Helden dieser Tage,
Vattenfall und Fahrradfahra*
brachten jüngst das Volk in Rage.

Doch nur ein paar Wochen später,
sind es wieder Volksvertreter,
Sex-Skandale, schwarze Kassen,
die uns nicht in Ruhe lassen.

Neue Helden müssen her:
das Sommerloch droht bald.
Wie wär’s mit einem neuen Bär?
Sein Schicksal ließe niemand kalt.

Ob nun ein Bruno oder Knut
- der Auflage tut’s gut.
Der Bär als Sau durch’s Dorf getrieben,
die Zeitungsmacher werden’s lieben.

* Anmerkung des Dichters: Die Fahrradfahrer haben sich so blödgedopt, dass ihnen sämtliche für Orthographie zuständige Gehirnzellen abgestorben sind. Das ist in diesem Fall nicht weiter tragisch, so reimt sich das Gedicht wenigstens.

Kuriose Todesanzeigen

Todesanzeige

Nach einigen Tagen der Qual habe ich bereits nach einer griffigen Formulierung für meine eigene Anzeige gesucht. Zum Glück bin ich dem Sensenmann noch einmal entkommen und mit mir geht es wieder bergauf. Falls Ihr Euch für den Ernstfall rechtzeitig ein paar Anregungen holen möchtet, empfehle ich die großartige Todesanzeigensammlung von Christian Sprang, der seit vielen Jahren Kuriositäten aus diesem Bereich sammelt und diese bereits seit 2003 im Internet veröffentlicht. Und wer es lieber geschmackvoll mag, der ist hier sicher an der richtigen Adresse.

Sonntag ohne Zeitung

Das erste mal seit vielen Monaten habe ich am heutigen Sonntag keine Zeitung in der Hand gehabt. Ich hatte keine Zeit dafür und der sonntägliche Gang zum Kiosk meines Vertrauens entfiel somit. Obwohl der Hamburger Zeitungsmarkt am Wochenende seit Ende letzten Jahres im Neuerscheinungsrausch ist, greife ich mangels qualitativer Alternativen bevorzugt zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Aber auch bei deren Lektüre klingt mein Interesse zunehmend ab. Weiterlesen

Drama ohne Selbstmord

Titelseite der Hamburger Morgenpost

Wenn man diese Überschrift auf der heutigen Titelseite der Hamburger Morgenpost liest, könnte man meinen Mario Mettbach war erfolgreich. Wer weiter liest, wird schnell feststellen, dass der ehemalige Hamburger Bausenator und Zweite Bürgermeister nachdem er 80 Schlaftabletten nahm und versuchte, sich die Pulsadern aufzuschneiden, noch immer in der Lage war, einen Rettungswagen zu rufen.

Der Auflage helfen derartige Überschriften sicher mehr als der Orientierung der Leser. Vielleicht brauchen wir ein dem Bildblog ähnliches Überwachungsorgan auch für die MoPo?

Nachtrag 08.01.2007: In der letzten Ausgabe der Radiosendung Trackback führte Johnny Haeusler ein sehr interessantes Gespräch mit dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier. Der Gründer des bereits erwähnten Bildblogs sagte, dass eine Marktlücke für sogenannte Watchblogs die Beobachtung von regionalen Tageszeitungen sei.

Die Hamburger hätten angesichts ihrer aus Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost und Welt bestehenen Lokalpresse sicher alle Hände voll zu tun.