Gewohnheitsstöckchen

Seit Dezember letzten Jahres schreibe ich nun ins Internet und lange Zeit frug ich mich, wann mir wohl das erste Stöckchen zugeworfen würde. Jetzt liegt es hier und das auch schon seit über zwei Wochen. Mittlerweile hat sich vor mir ein Stöckchenhaufen aufgebaut, aus dem man gut ein kleines Lagerfeuer machen könnte. Da aber auch des Nachts die Temperaturen derzeit wieder ansteigen, besteht hierfür kein Bedarf. Ich werde daher nach und nach die mir zugeworfenen Stöckchen in der Reihenfolge ihres Einganges abarbeiten und weiterverteilen. Beginnen möchte ich heute mit dem Gewohnheitsstöckchen, das mir Joaquin zuwarf.

1. Weißt Du, wie man die BH-Größe misst?
Nein, ehrlich gesagt nicht. Aber es ist wie so oft im Leben: der Inhalt zählt.

2. Was ist Deine Lieblingseissorte?
Ich mag Eissorten mit Keksstückchen darin. Einfach köstlich.

3. Welche 3 Dinge hast Du immer bei Dir, wenn Du unterwegs bist?
Mein linkes Bein, mein rechtes Bein und meinen Personalausweis. Man weiß ja nie, wofür das gut ist.

4. Rechts- oder Linkshänder?
Wie die meisten Menschen bin ich Rechtshänder. Versuche, auf Linkshändigkeit umzustellen, scheiterten kläglich.

Welttag des Buches

Zum heut’gen Tag ein Buchgeschenk,
der Zeitungshändler sagt: „Bedenk,
ist gratis vom Verlag.“

Ich nehme das Präsent entgegen,
doch denke mir sodann: von wegen,
ein Buch, das ich nicht mag.

Setz gleich das Werk bei ebay rein,
doch siehe da, es kauft kein Schwein.
Es herrscht ein Überangebot.

Verzweifelt stell ich’s ins Regal,
denn es ist leider letzte Wahl.
Bleibt ungelesen bis zum Tod.

Besucher sagt: „Das dacht‘ ich nie, –
Du liest Frühstück bei Tiffany.
Welch kitschige Lektüre.“

Ich sag: „Ich hab’s geschenkt bekommen.“
Doch er hat ’s leider nicht vernommen.
Ich kriege gleich Geschwüre.

Ich bin nicht Murat

Türkischerverwähler

1.

Vor ein paar Monaten erreichte mich der erste dieser Anrufe auf meinem Mobiltelefon. Stets verdächtig sind mir Anrufer mit unterdrückter Rufnummer. Warum auch immer ein Anrufer seine Identität verbirgt, er wird seinen Grund dafür haben. Noch verdächtiger sind allerdings unbekannte Anrufer, die ihre Telefonnummer gar nicht erst verbergen. Was können sie nur von mir wollen und warum nutzen sie die Möglichkeit der Rufnummernunterdrückung nicht?

Mein Telefon klingelt, eine mir nicht bekannte Rufnummer erscheint auf dem Display und entgegen meiner Gewohnheit nehme ich dieses Gespräch trotzdem an. Nicht dass mir danach wäre, mit einem mir unbekannten Gesprächsteilnehmer eine fernmündliche Konversation zu pflegen, ich habe nur keine Lust, schon wieder meinen Anrufbeantworter kostenpflichtig abzufragen. Am anderen Ende der Leitung spricht ein älterer Mann mit tiefer Stimme ein unverständliches Mischmasch aus einer mir fremden Sprache und einem sehr gebrochenem Deutsch zu mir. Ich kann ihn nicht verstehen und er versteht mich offensichtlich ebenfalls nicht. Nach zwei Minuten gebe ich auf und beende das Gespräch.

2.

Einige Tage später werde ich abermals von einem mir unbekannten Anrufer angerufen. Erneut nehme ich das Gespräch entgegen und es scheint derselbe Mann zu sein wie vor ein paar Tagen. Noch immer spreche ich seine Sprache nicht und auch seine Deutschkenntnisse haben zwischenzeitlich keine Fortschritte gemacht. Er sagt irgendetwas von Döner. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein, weil der Mann irgendwie türkisch klingt. Inhaltlich nähern wir uns nicht weiter an als bei unserem ersten Versuch.

Umverteilung von unten

Rote Flora, Hamburg

Heute vor dem besetzten Kulturzentrum einen Zehn-Euro-Schein gefunden. Ein bißchen zusammengefaltet lag er direkt vor meinen Füßen auf dem Boden. Was tun? Dr. Dr. Rainer Erlinger, der im Magazin der Süddeutschen Zeitung wöchentlich schwierigste Gewissensfragen zu beantworten pflegt, kann mir leider auf die Schnelle nicht weiterhelfen, da ich seine Handynummer gerade nicht zur Hand habe. Aufsammeln oder Liegenlassen, damit der nächste, der zufällig vorbeikommt, ihn an sich nimmt, um dafür zwei Schachteln Zigaretten oder fünf Liter Superbenzin kauft? Zigaretten sind ungesund und Autofahren ist schlecht für die Umwelt. Liegenlassen kommt also nicht in Frage, was mich vor die nächste schwierige Entscheidung stellt.

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