
Es begab sich zu einer Zeit, als in der norddeutschen Kleinstadt im Operationssaal des D-Arztes H. noch Zigaretten geraucht wurden.
Sein Kollege Hausarzt Dr. B. indes nahm sich nicht nur der Rückenschmerzen an, sondern huldigte auch dem Genitiv. Ein Patient, der einst „wegen seinem Rücken“ kam, wurde beim ersten Schmerz so eindringlich korrigiert, dass er fortan nur noch „wegen seines Rückens“ vorstellig wurde.
Ganz nebenbei widmete sich Dr. B. seinem privaten Vergnügen, der Sonntagsfrage. Alle Patient:innen seiner Praxis wurden vor anstehenden Urnengängen nach ihrer jeweiligen Parteienpräferenz befragt. Radikale Ränder gab es damals noch genauso wenig wie ein viertes Fernsehprogramm.
Man war beruhigt, denn die alten Nazis versammelten sich damals alle noch in der CDU. Und auch das Wahlgeheimnis wurde durch die ärztliche Schweigepflicht gewahrt.


