Ein Tag im Leben einer gewerblich bloggenden Mineralwasserkonsumentin

8 Uhr der Wecker klingelt. Erstmal einen Schluck Mineralwasser trinken: “Vöslauer – das Frühstückchen.” Schnell noch die Katze versorgen. Sie ist etwas verwöhnt, aber nicht umsonst heißt es ja: “Katzen würden Vöslauer kaufen.”

Ein Blick auf die Uhr: Oh mein Gottt, ich sollte doch schon längst in der Redaktion sein. “Gehetzte sollten nur Vöslauer trinken.” Gerade noch geschafft. Der Chef thematisiert mal wieder Schleichwerbung. Kann mir gar nicht vorstellen, dass es in unserer Redaktion so etwas geben soll. Na ja, wie sagt der Chef immer so schön: “Vöslauer, Vöslauer, Vöslauer – und immer an die Leser denken.” Ist mal wieder zum Einschlafen, diese ewigen Konferenzen. Zum Glück gibt es genug Wasser: “Vöslauer weckt Vitalität.” Eigentlich gilt ja immer „Vöslauer … find ich gut“, aber irgendwann ist es selbst mir zu viel: “Es ist in dir – lass es raus.”

Symbolfoto (kein Vöslauer)

Kurz vor Feierabend bietet mir noch eine Kollegin irgendein Mineralwasser an – ich traue meinen Augen nicht – „nur wo Vöslauer drauf steht, ist auch Vöslauer drin.“ Ich weise ihr Angebot empört zurück und trinke lieber ein Vöslauer – „da weiß man, was man hat.“ Denn, „das Gute daran, ist das Gute darin.“

Bin gestresst. Kein Wunder, dass der Magen etwas verstimmt  ist. Aber auch hier hilft: „Vöslauer akut – nehmen und gut“ oder anders ausgedrückt „Vöslauer räumt den Magen auf – schnell und zuverlässig.“

Endlich ein harter Arbeitstag ist vorbei. Jetzt noch schnell ins Fitnesstudio: “Vöslauer macht mobil – bei Arbeit, Sport und Spiel.” Schweißtreibend war’s, aber beim Spinning habe ich es mal wieder allen gezeigt. Kein Wunder, denn „Vöslauer verleiht Flügel.“ Unter der Dusche für mich nur das Beste: “An meine Haut lasse ich nur Wasser und Vöslauer.” Ah, das tat gut: „Vöslauer weiß, was Frauen wünschen.“

Danach noch kurz mit Elfriede anstoßen, sie hat ja heute Geburtstag. Alkohol kommt für mich nicht in Frage, es heißt mal wieder “Darauf ein Vöslauer.” „Vöslauer, auf die Freundschaft“, sage ich. Iris antwortet: “Nicht immer, aber immer öfter.” Ich kann gar nicht genug bekommen, von diesem erfrischenden Vöslauer. „Ich liebe es,“ schließlich ist Vöslauer „die Zukunft des Mineralwassers“. Zu köstlich, dieses Vöslauer: „Des Wassers reine Seele.“

Puh, das wäre auch erledigt,  der Tag ist geschafft, noch eine kurze Bahnfahrt nach Hause: “Alle reden vom Wetter. Wir nicht. Trink lieber ein leckeres Vöslauer.” Später daheim, nun ist Entspannung angesagt: “Der Tag Geht, Vöslauer kommt.”

23 Antworten auf „Ein Tag im Leben einer gewerblich bloggenden Mineralwasserkonsumentin“

  1. das ist lustig geschrieben, find die schleichwerbung auch doof. aber was der komische neuberliner matthias richel betreibt, erscheint mir schon langsam peinlich. hat er etwa zu viel zeit?

  2. @rainer Ich weiß nicht, was du unter Neuberliner verstehst, ich betrachte mich seit einigen Jahren nicht mehr als ein solcher. Das täte hier auch nichts zu Sache. Was findest du denn genau peinlich? Und nein, alle die mich kennen, werden dir bestätigen, dass ich vor allem eines nicht habe: Zuviel Zeit. Aber ich glaube im Grunde ging es dir darum ja auch gar nicht. Wenn du übrigens pöbeln möchtest, dann doch am liebsten einfach drüben bei mir.

    Liebe Grüße.

  3. @rainer
    In Rom gilt als Zugezogener, wessen Familie noch nicht seit sieben Generationen in Rom lebt. Nach dieser Definition dürfte es in der ehemaligen Hauptstadt der DDR und der Hochburg der Wehrdienstenteiler beinahe ausschließlich Zugezogene geben. Wenn nun niemand dieser Zugezogenen eine Schleichwerbeaktion kritisieren darf, die in jedem halbwegs ernsthaften Medium dazu führen würde, dass Köpfe rollen, dann ist Berlin also genau die richtige Stadt, so ein Ding durchzuziehen.
    Und so schön arm. Berlin – da machen’s es dir die BeautyBlogger für einen Kasten Vöslauer.

  4. hihihihihi..herrlich! vösslauer – für das beste im mann.

    (viel lustiger an dieser wirklich peinlich ungelenken werbung in den ursprungs-artikeln – ich nenne die mal ungelenk, denn das kann keiner geschrieben haben, der sowas schonmal gemacht hat – sind eigentlich die kommentar-reaktionen und eindämmungsversuche…gnihihihi…wozu transparenz wenn es eh sonnenklar ist? :))

    1. @nilz: Der Peinlichkeitshahn wird aber immer weiter aufgedreht. Anstatt die Sache mit einem offiziellen Statement aus der Welt zu schaffen, kommentiert man nun jambamäßig in Blogs herum.

      „Bezahlen Sie einfach mit Ihrem guten Namen.“

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