Pasta (mit Rezept)

Was sich manchmal lohnt: Machen Sie einfache Dinge kompliziert. Möchten Sie jemanden beeindrucken, z. B. um leichter Zugang zu ihrem oder seinem Schlafgemach zu gelangen, so greifen Sie ruhig einmal beherzt zum Kochlöffel (seien Sie aber auch darüber hinaus möglichst charmant). Weitaus schneller als mit einer Kochlehre oder einem liebevoll zubereiteten Kartoffelgratin erreichen Sie Ihr Ziel mit einer leckeren Pasta Walnuss-Gorgonzola-Sherry-Sauce. Natürlich können Sie dieses Gericht auch einfach dann zubereiten, wenn sich bei Ihnen ganz ohne irgendwelche Hintergedanken ein Hungergefühl einstellen sollte.

Hierzu brauchen Sie:

  • zwei Hände voll Walnusskerne (gibt es fertig geknackt zu kaufen, das spart eine Menge Zeit)
  • ca. 500 g Bandnudeln (nehmen Sie frische Pasta aus dem Kühlregal, die schmeckt viel besser)
  • ca. 150-250 g Gorgonzola (gibt es beim abgepackten Käse, hier gilt: viel hilft viel)
  • 1 Flasche Sherry (kaufen Sie ruhig den günstigen für ca. 4 Euro/Flasche, aber trocken sollte er sein; natürlich benötigen Sie für dieses Rezept nicht den gesamten Flascheninhalt)
  • Pfeffer (am besten frisch gemahlen aus der Pfeffermühle) und Salz

und ganz wichtig

  • eine Portion Ehrlichkeit. (Sagen Sie ruhig, dass Sie nur einmal kochen werden, weil Sie nämlich überhaupt nichts anderes können.)

So überschaubar die Zutatenliste, so einfach die Zubereitung. Um den schönen Schein zu wahren, machen Sie ein möglichst großes Bohei um etwaige Zauberzutaten und Zubereitungstricks. Dazu ist es erforderlich, die zu bekochende Person nicht in ihre Töpfe gucken zu lassen, und schicken Sie sie mit einem Glas Wein ins Wohn- oder Esszimmer.

Los geht’s:

Zunächst die Walnüsse etwas mit der Hand zerbröseln und in der Pfanne rösten. Einfach die Pfanne erhitzen, kein Fett hinzugeben und aufpassen, dass die Nüsse nicht schwarz werden.

Dann den Gorgonzola in kleineren Stücken dazugeben und warten, bis dieser schmilzt. Außerdem das Ganze nach Belieben mit Sherry strecken. Die Pfanne sollte dabei nicht zu stark erhitzt werden – nicht dass sich am Ende alles verdampft. Alles sollte möglichst gemächlich vor sich hinköcheln. Nicht vergessen, die Sauce mit Pfeffer und Salz abzuschmecken und alles ab und zu ein bißchen umzurühren. Sie bekommen das schon hin – wenn Sie daran gedacht haben, das Nudelwasser zeitig aufzusetzen.

Nach ein paar Minuten des Köchelns wird die Sauce langsam fertig sein. Drehen Sie Temperatur etwas herunter und widmen Sie sich jetzt mit ganzer Aufmerksamkeit dem Nudelkochen. Haben Sie ausreichend Salz in den Topf gegeben? Toll! Frische Pasta benötigt nur ca. 2-3 Minuten im kochenden Wasser. Alles immer umrühren und merke: Die Sauce wartet gern ein wenig auf die Nudeln (umgekehrt ist dies leider nicht der Fall).

So, alles ist nun fertig, alles ist nun lecker. Mhhhhhh. Wer sich noch ein bißchen mehr Mühe geben will, serviert einen kleinen Salat als Beilage. Als Wein empfehle ich einen Pinot Grigio (Grauburgunder). Die feine Säure und so, Sie wissen schon. Guten Appetit!

Brandenburg

Große Städte, flaches Land,
überall kannst du traurig,
überall kannst du fröhlich sein.

(Jochen Distelmeyer, Die Bienenjäger)

Sonntags rausfahren nach Brandenburg, weil man ja auch mal raus muss aus Berlin. Wie immer auf dem Lande schweift der Blick in die Ferne und man fragt sich, wie das Leben hier ist. Vermutlich nicht so viel anders als im Westen, Norden oder Süden.

Nacht ist es hier vollkommen dunkel und still. Der Linienbus fährt das Dorf nur bei Bedarf an; vor der Haltestelle treffen sich die Jugendlichen. Sie trinken Bier aus Dosen und zeigen einander die neuesten Umbauten an ihren Mofas.

Auf der anderen Seite des Flusses liegt Polen. Das Mobiltelefon interessiert die Grenze nicht und meldet sich willkürlich mal im hiesigen, mal in einem dortigen Netz an. Auf dem Rückweg in die Stadt kaufen wir beim Bauern frischen Spargel.

1. Mai

1. Mai 2011, Berlin-Kreuzberg

1. Mai 2011, Berlin-Kreuzberg. Erneut stellt sich die Frage: Was hat die Arbeiterbewegung uns je gebracht? Also, einmal abgesehen von überfüllten Straßenfesten mit wummernder Krachmusik, schalem Bier aus Plastikbechern zu überhöhten Preisen sowie minderwertigen Fleischprodukten in pappigen Brötchen und ein paar entglasten Bankfilialen?

William, It Was Really Nothing

Aus gegebenem Anlass.

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