Frühling läßt sein blaues Band …

Katze

Nicht nur der Winter gibt mir Anlass, mich über meine Nachbarn zu wundern, auch der Lenz hat es in sich. Während die Mitmenschen in meiner häuslichen Umgebung allesamt mit dem Frühjahrsputz beschäftigt sind, erfreut sich seit wenigen Tagen eine Katze in unserem Garten ihrer Frühlingsgefühle. Besonders des Nachts bringt sie ihre Rolligkeit durch lautstarke Brunftgeräusche in Form eines eindringlichen Maunzens zum Ausdruck.

Ein anonymer Nachbar, der vorgibt, für viele andere zu sprechen, fühlt sich hiervon in seinem durch Frühjahrsmüdigkeit hervorgerufenen Schlaf so sehr beeinträchtigt, dass er sich die Mühe machte, heute im Treppenhaus den oben abgebildeten Zettel auszuhängen. Vermutlich konzentriert sich seine gesamte Tierliebe derzeit auf das Eisbärbaby Knut. Um auch die Nachbarn ein wenig auf die kommenden Wonnemonate einzustimmen, habe ich mich entschlossen, den Hausflur morgen mit ein wenig Lyrik von Eduard Mörike zu verzieren:

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja Du bist’s!
Dich hab’ ich vernommen!
(Eduard Mörike)

Die rollige Katze gehört übrigens niemandem aus unserem Haus.

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