Der Soundtrack meines Lebens

Hammerklavier Trio feat. Torsten Goods in der Ponybar, Hamburg, am 11.02.2009

Da lob ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht,
Noch von einem richt‘gen Menschen mit dem Kopf erdacht,
‘ne Gitarre, die nur so wie ‘ne Gitarre klingt,
Und ‘ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt.
(Reinhard Mey)

„Digital ist besser“ sangen Tocotronic einst etwas diffus. Nicht dass Musik aus Nullen und Einsen keine Kunst wäre, aber so eine richtige Gitarre, sei sie auch noch so schrammelig, oder ein agogisches Schlagzeug, sei es auch noch so schleppend oder drängend, ist doch durch nichts zu ersetzen. Müsste ich mich zwischen einem Reinhard-Mey-Konzert und einer Techno-Party entscheiden, ich wüsste sofort, wofür. Zum Glück gibt es Alternativen.

Dennoch kann auch ich leider nicht von mir behaupten, den guten Musikgeschmack mit der Muttermilch aufgesogen zu haben: in meinem Elternhaus befanden neben wenigen konservierten Musikperlen vor allem Größte-Erfolge-Kompilationen von Neil Diamond bis Alexandra, eine leiernde Grönemeyer-LP, Ravels Bolero sowie ein Tonbandgerät, mit dem hin und wieder Musik aus Radiosendungen mitgeschnitten wurde. Ich bin vermutlich der erste in meiner Familie, der ein Musikinstrument erlernt hat (Gitarre, zunächst klassisch, dann leidlich Jazz) und trotzdem haben mich – wie sicher die meisten anderen Menschen – auf meinem Lebensweg auch Lieder begleitet, bei deren Ertönen ich heute am liebsten im Erdboden versänke. Als Kind bereitete mir „Major Tom“ (allerdings der von Peter Schilling und nicht der von David Bowie) viel größere Freude als „Kind of Blue“.

In unregelmäßiger Reihenfolge werde ich in diesem Weblog Stücke aus dem „Soundtrack meines Lebens“, wie es in einer Zeitschrift, die ursprünglich für Menschen, die eigentlich erwachsen werden sollten, gemacht wurde, so schön heißt. Ich bin kein Freund der Hit- und Blogparaden, dennoch würde ich mich freuen, wenn sich der eine oder andere Blogger fände, der seine Lieder vorstellte. Dies ist keine Pfeife, dies ist kein Liebeslied und dies ist keine Blogparade.


Teil 1: Peter Schilling – Major Tom
Teil 2: The Beatles – You’ve Got To Hide Your Love Away
Teil 3: Rolling Stones – Sympathy For The Devil
Teil 4: Tocotronic – Das Unglück muss zurückgeschlagen werden
Teil 5: Pat Metheny – Bright Size Life
Teil 6: Chet Baker – My funny Valentine
Teil 7: John Cale & Lou Reed – Hello It’s Me
Teil8: Rio Reiser – Stiller Raum
Teil 9: Charles Trénet – La mer
Teil 10: Erdmöbel – Nichts zu verlieren
Teil 11: Britta – L****
Teil 12: Tocotronic – Jetzt geht wieder alles von vorne los
Teil 13: Gustav – Rettet die Wale
Teil 14: Gustav – Alles renkt sich wieder ein

16 Gedanken zu „Der Soundtrack meines Lebens“

  1. Das ist ne gute Idee mit dem SOundtrack des Lebens vlt wird man ziemlich alte und coole Lieder in seinem Leben finden oder vlt ziemlich Peinliche. Und naja wer kann heute behaupten guten Musikgeschmack mit der Muttermilch aufzunehmen? In Zeiten von Frauenarz, Grup Tekkan & Co.

  2. @Alex K.: Vielen Dank. Wirklich aussterben wird „gute Musik“ nie, der eigene Geschmack wird aber wohl doch frühzeitig – von wem auch immer – geprägt.

    Hatte eigentlich damit gerechnet, dass noch jemand auf den Soundtrack-meines-Lebens-Zug aufspringt, aber nun mache ich die „Blogparade“ wohl allein.

  3. Habe gestern gelesen, dass es von Jochen Distelmeyer demnächst wieder etwas zu hören gibt. Natürlich fiel mir sofort diese Seite ein, die doch jedesmal eine schöne Erinnerung an das letzte Blumfeld-Konzert wachruft.
    Zweifelsohne gehört jenes Konzert zum Soundtrack meines Lebens.

  4. Pingback: 49 Suns

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