Gottfried Benn: Nur zwei Dinge

Nur zwei Dinge

Durch so viel Formen geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
– ob Sinn, ob Sucht, ob Sage –
dein fernbestimmtes: Du mußt.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.

(Gottfried Benn)

7 Antworten auf “Gottfried Benn: Nur zwei Dinge”

  1. übrigens muss man nie irgendwas!

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    1. @mahret: Ach, so einfach ist das alles nicht.

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  2. Ich bin ziemlich überrascht derartige Gedichte kenne ich gar nicht von Benn. Wenn ich da an „kleine Aster“ und „Gehirne“ denke. Ist mal was anderes, es weicht nur von seinem sonstigem Stil ab.

    mfG

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  3. […] Unruhe, Trauer. Und die Unfähigkeit, darüber zu sprechen. Als würde ich hineinwachsen in Benns „Zwei Dinge“, mich immer mehr damit […]

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  4. „Keine Krisen, keine Krone
    weder Innres noch Gestalt
    ein gepflegter Epigone
    ohne Selbstgehalt.“

    Das war einmal die alternative letzte (und nicht so
    tolle) Strophe von Gottfried Benn…
    Ein Gedicht von zeitloser Schönheit –
    sowie Hamburg. Gruß aus der Pfalz!

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  5. Ihnke Würtenberg 21. Februar 2017 bei 12:50

    in der ersten Zeile heißt es natürlich ‚Formen‘ statt ‚Form‘. Der Schreibfehler sollte berichtigt werden. Gruss. IW

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    1. @Ihnke: Vielen Dank. Ich hab’s berichtigt.

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