Pfandschlupf

Symbolfoto (Hier wird vermutlich kein Pfand erhoben.)

Liebes Berlin,

in Deinen Bars und Kneipen greift es um sich, dass Bierflaschen und Gläser nur noch gegen Pfand und -marke herausgegeben werden. Entweder sind die Leute in Deinen Kneipen zu faul, die leeren Bierflaschen einfach am Tresen zurückzugeben. Oder sie leben in so prekären Verhältnissen, dass sie die 8 Cent Flaschenpfand im nächsten Supermarkt einlösen – nur, um sich ab und zu überhaupt ein überteuertes Bier in einer Gastwirtschaft leisten zu können. Möglicherweise ist es aber auch ganz anders: Vielleicht leben die Wirte in der Hauptstadt einfach nur vom Pfandschlupf?

Die Pfandmarken verliere ich ständig – oder finde sie immer erst zuhause wieder. Dort stapeln sie sich längst, aber die dazugehörigen Flaschen wurden zwischenzeitlich einkassiert. Angesichts der ohnehin schon hohen Bierpreise ist das kein sonderlich gästefreundliches Geschäftsmodell. Bei mir zuhause türmen sich so viele Pfandmarken, dass ich, könnte ich sie einlösen, von dem ganzen Geld längst eine eigene Kneipe eröffnen könnte. Zumindest aber reichte es für ein mittelgroßes Besäufnis.

Darauf erstmal einen Schnaps (ohne Pfand auf’s Gläschen). Prost!

Dein

bosch

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Eiszapfen

Oft war ich ein Eisklotz. Das innere Eis hat alles nicht einfacher gemacht.

Jetzt ist wieder Winter und riesige Eiszapfen hängen vor dem Fenster – ein weitaus geringeres Problem, aber immerhin. Neben der elektrischen Parmesanreibe ist er sicher das unnötigste aller Haushaltsgeräte: Aber wenn man jetzt so einen kleinen Crème-Brulée-Brenner zur Hand hätte, könnte man das gefrorene Wasser für Passanten gefahrlos abtauen. Habe ich aber nicht. Es stellt sich wieder einmal mehr die Frage: Was tun?

Wie hab ich das gemacht?

Westerland, Sylt; August 2010

Ich hab 23 Jahre mit mir verbracht.
Und in 23 Jahren hab ich nie über mich gelacht.
Manchmal frag ich mich, wie hab ich das gemacht.

 

(Tocotronic)

Ja, ja, drei, vier Tage lässt es sich sicher gut mit mir aushalten. Aber fragen Sie mich mal: ich muss das nun schon über vierunddreißig Jahre.

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