Siri

Taschenspielertricks
Taschenspielertricks

Sich heute nicht bei der ersten klirrenden Kälte in die endlos erscheinende Warteschlange vor einem Technikgeschäft einreihen, um ein sprechendes Telefon zu erwerben, das die Frage nach dem Sinn des Lebens auch nur ausweichend beantwortet. Stattdessen mit der Wochenzeitung noch eine Weile im warmen Bett liegenbleiben und Milchkaffee trinken. Was irgendwie auch zunehmend egaler wird: der neueste heiße Scheiß.

Aufzeichnungen aus dem Kellerloch

Bahnhof Dammtor, Hamburg

Ich bin ein kranker Mensch … Ich bin ein böser Mensch.
Ein abstoßender Mensch bin ich. Ich glaube, meine Leber
ist krank. Übrigens habe ich keinen blassen Dunst von meiner
Krankheit und weiß gar nicht mit Sicherheit, was an mir
krank ist. Für meine Gesundheit tue ich nichts und habe
auch nie etwas dafür getan, obwohl ich vor der Medizin und
den Ärzten alle Achtung habe. Zudem bin ich noch äußerst
abergläubisch, so weit z.B., daß ich vor der Medizin
alle Achtung habe. (Ich bin gebildet genug, um nicht abergläubisch
zu sein, aber ich bin abergläubisch.) Nein, meine Herrschaften,
wenn ich für meine Gesundheit nichts tue, so geschieht das
nur aus Bosheit. Sie werden sicher nicht geneigt sein, das zu
verstehen. Nun, meine Herrschaften, ich verstehe es aber. Ich
kann Ihnen natürlich nicht klarmachen, wen ich mit meiner
Bosheit ärgern will, ich weiß auch ganz genau, daß
ich nicht einmal den Ärzten dadurch schaden kann, daß
ich mich nicht von ihnen behandeln lasse; ich weiß am allerbesten,
daß ich damit einzig und allein mir selbst schade und niemandem
sonst.

(Fjodor M. Dostojewski, aus Aufzeichnungen aus dem Kellerloch)

Kapitulation

Fuck it all.

Die Geheimdienste von Deutschland …

Rührei

Allein am leeren Frühstückstisch sitzen und an Mutter Beimer aus der Lindenstraße denken, die bei Sorgen stets Spiegeleier brät. Dann ein Rührei mit diesem und jenem zubereiten und, obwohl es schmackhaft ist, unmotiviert darin herumstochern und einen kurzen Moment an die denken, mit denen ich einst gemeinsam Rühreier zum Frühstück aß.

In der Tageszeitung etwas vom Bundestrojaner lesen und sich an den Verrückten erinnern, der vor etwa 15 Jahren selbst im tiefsten Winter nur leicht bekleidet durch Hamburgs Einkaufsstraßen zog, um die Menschheit mit sonorer Stimme vor den Machenschaften der Geheimdienste zu warnen. Jeden seiner Sätze begann er mit den Worten „Die Geheimdienste von Deutschland …“ Kopfschüttelnd gingen die Passanten an ihm vorüber, manche lachten ihn aus. Irgendwann war er verschwunden, erst bemerkte man es nicht, er war einfach weg. Vielleicht hatte er doch recht und wusste zu viel und sie haben ihn geholt. Und wo sind überhaupt all die anderen geblieben, die wir für verrückt hielten?

Dann weiter im Rührei herumstochern und darauf hoffen, dass alles bald vorbeigeht.

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