L****

Es ist nicht unsere Schuld,
Es konnte ja nicht gehen.
Es ist ein durch und durch
Fehlerhaftes System.
Wir taten, was wir konnten,
Es konnte doch nicht sein,
Es fing mit L an
Und wir fielen darauf rein.

(Christiane Rösinger)

Trotz Höhenangst und Sonnenschein den Tag im Hochbett verbringen und noch einmal die Musik der Lassie Singers hervorkramen. Dann mit einem alten Freund telefonieren, der in Zeiten wie diesen stets voller Überzeugung zu einer sogenannten Zwischenfrau rät. Dankend ablehnen und ihm sagen, dass man gerade zehn Monate lang eine solche hatte. Dann gemeinsam lachen. Natürlich ist es in diesem Moment die nicht reproduzierbare Komik der Situation, denn beide wissen, dass es ganz anders war. Aber das ist nun vorbei.

„Werdet ruhig willfährig – mich kriegt Ihr nicht mehr dran.“

BrittaL****
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Dies ist ein Beitrag aus meiner Serie “Der Soundtrack meines Lebens”.

 

Fehlentscheidungen

U-Bahnhof Hallesches Tor, Berlin

“Ich bereue nichts im Leben –
außer dem, was ich nicht getan habe.”

(Coco Chanel)

„Dein Problem ist, dass du dich für nichts entscheiden kannst, bosch. – Nicht für eine Stadt, nicht für einen Job, nicht für eine Frau“, sagt mir der flüchtige Bekannte, dem ich nur alle paar Monate zufällig über den Weg laufe, unvermittelt auf den Kopf zu.

Keine so schlechte Analyse, denke ich. Jedoch wird es nicht leichter, wenn sich bewusst getroffene Entscheidungen im Nachhinein zumeist als falsch herausstellen.

Ankündigung

„Ich bin nämlich eigentlich ganz anders,
aber ich komme nur so selten dazu.“

(Ödon von Horváth)

Was gestern noch bedeutsam erschien, erkennt man heute als Unrat (et vice versa). Es ist keine schöne Erkenntnis, sich so sehr in einer Sache getäuscht zu haben. Nach all dem, was geschehen ist, wird klar, dass es nicht wie bisher weitergehen kann.

Daher hat sich der Autor dazu entschlossen, dieses Weblog zu öffnen: Multiple Persönlichkeiten werden ebenhier fortan die Feder führen, um triste Fotografien mit fahrigen Bildlegenden zu versehen. Zur Förderung der Verwirrung des Rezipienten, werden sämtliche Verfasser unter dem bewährten Pseudonym bosch in Erscheinung treten.

Möglicherweise werden Sie sich fragen, ob die boschs jetzt komplett verrückt geworden sind. Mit einer Stimme werden wir Ihnen dann sanft entgegenhauchen: Und wenn schon?

Zweifel

Zweifle nicht
an dem
der dir sagt
er hat Angst

aber hab Angst
vor dem
der dir sagt
er kennt keinen Zweifel

(Erich Fried)

Unter den Linden, Berlin: Noch vor wenigen Jahren stand an dieser Stelle der Palast der Republik. 2005 hat ein norwegischer Künstler in sechs Meter hohen neonleuchtenden Buchstaben das Wort ZWEIFEL auf das Dach des Gebäudes der ehemaligen Volkskammer der DDR montiert. Heute befindet sich ebendort eine etwas unwirklich erscheinende Rasenfläche, in die jemand ein Herz geschabt hat.

Zweifel, so dachte er häufig, klingt eigentlich gut, und meinte dabei aber mehr den Sound als die Bedeutung des Wortes. Er zweifelte oft an sich und der Welt; an dem, was er tat oder nicht tat. Gelegentlich traf er auf Leute, die so überzeugt von sich und der Richtigkeit ihres Handels waren, dass er daran sogar verzweifelte.

2008 wurde das Gebäude abgerissen. Der Zweifel blieb.

boschblog.de
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