Freischwimmer

Freischwimmer, Berlin

Mein Tagebuch liest sich,
als ob der Autor 17 wär.
Am Tag, an dem du gingst,
verwelkte deine Rose.
Fatalerweise ist das wahr.
Leben ist trivial.

(Erdmöbel)

Es ist ein warmer Sommertag in Berlin und meine Begleitung ist aus Gründen meinetwegen zu recht etwas verdrießlich. Mit leeren Mägen ziehen wir durch Kreuzberg und landen nach einer Weile in einem Lokal direkt am Wasser. Die Bedienung lässt uns verhältnismäßig lange warten, versprüht Freundlichkeit nur in homöopathischen Dosen und das uns kredenzte Frühstück bewegt sich geschmacklich im unteren Mittelfeld. Obwohl vor dem Steg vereinzelt tote Fische an der Oberfläche des Wassers treiben, schenkt meine Begleitung mir an diesem widrigen Tag noch einmal ihr schönstes Lächeln.

Silvester 2010

Etwas kränkelnd sitze ich allein zuhause. Mein Festtagsmenü: zwei getoastete Scheiben Vollkornbrot mit Butter, dazu ein Glas Leitungswasser. Ich habe vergessen einzukaufen oder es war mir einfach egal. Zum Dessert einen kleinen Schokoladenweihnachtsmann; immerhin. Ich huste einen tödlichen Männerhusten. Fieber habe ich keines; eher eine leicht erhöhte Temperatur. Diese jedoch reichte nicht einmal aus, um eine Party in einem Seniorenstift zum Glühen zu bringen. Ich wasche Wäsche. Im Fernsehen: Die Wahl zwischen Florian Silbereisen und einem Werwolffilm. Ich entscheide mich für Letzteres und zweifle daran, dass volkstümliche Musiksendungen wirklich die Höchststrafe für den Zuschauer sind. Letztes Jahr war Silvester auch eher trist, denke ich, aber immerhin habe ich mit einem Mädchen geknutscht, deren Namen ich nicht kannte. Zum Jahreswechsel zwei SMS (Eltern, Ex-Freundin), ich proste mir noch einmal mit einem Glas Leitungswasser zu, hänge die Wäsche zum Trocknen auf und lege mich schlafen. Willkommen, 2011.

Ausblick

Ich, Rügen, im März 2008.

„Wird’s besser? Wird’s schlimmer?“,
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer lebensgefährlich.

(Erich Kästner)

Was konsequent wäre: Noch einmal zu feiern, als gäbe es kein Morgen. – Und dann gibt es plötzlich wirklich kein Morgen.

Glück

Falls im neuen Jahr unerwartet das Glück vor Dir stehen sollte:

  1. Erkenne es.
  2. Lass Dich darauf ein.
  3. Hab Vertrauen zu ihm.
  4. Sprich mit ihm.
  5. Tu alles dafür, dass es bei Dir bleibt.
  6. Freue Dich darüber.

(Und lass Dir keine Ratschläge von Leuten geben,
die es auch nicht besser können als Du.)

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