Kategorie: Editorial
Oft war ich ein Eisklotz. Das innere Eis hat alles nicht einfacher gemacht.
Jetzt ist wieder Winter und riesige Eiszapfen hängen vor dem Fenster – ein weitaus geringeres Problem, aber immerhin. Neben der elektrischen Parmesanreibe ist er sicher das unnötigste aller Haushaltsgeräte: Aber wenn man jetzt so einen kleinen Crème-Brulée-Brenner zur Hand hätte, könnte man das gefrorene Wasser für Passanten gefahrlos abtauen. Habe ich aber nicht. Es stellt sich wieder einmal mehr die Frage: Was tun?

Ich hab 23 Jahre mit mir verbracht.
Und in 23 Jahren hab ich nie über mich gelacht.
Manchmal frag ich mich, wie hab ich das gemacht.
Ja, ja, drei, vier Tage lässt es sich sicher gut mit mir aushalten. Aber fragen Sie mich mal: ich muss das nun schon über vierunddreißig Jahre.
Und dann sitzt man zusammen bei Tee und Kerzenlicht, im Hintergrund die Musik von Nick Drake, der sich einst mit einer Überdosis Antidepressiva das Leben nahm, und fragt sich, ob das Leben als Einzeller nicht ein besseres wäre, während die Dinge, die einen wirklich bewegen, im Guten wie im Schlechten, irgendwo ganz weit unten in einem Schrank liegen. Für niemanden sichtbar.

