Heute gibt es Huhn vom Feinsten. Danke an die Köche: Jaco Pastorius (b), John Scofield (g) und Kenwood Dennard (dr).
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William, It Was Really Nothing
Aus gegebenem Anlass.
Karaoke
Ich brauche keine Millionen,
mir fehlt kein Pfennig zum Glück.
Ich brauche weiter nichts als nur
Musik, Musik, Musik.
(Peter Kreuder)
Der Winter ist vorbei. Mit den ersten Sonnenstrahlen kehrt auch die sonntägliche Musik zurück in den Mauerpark. Joe Hatchiban bringt uns mit dem Fahrrad seine Bearpit Karaoke – eine schmächtige Soundanlage und den Klapprechner mit den Halbplaybacks.
Zufällig vorbeikommen und stehen bleiben oder sich einen der raren Sitzplätze suchen und von einem der fliegenden Händler ein warmes Bier erwerben. Auf der kleinen Bühne in der Mitte stehen Menschen aus aller Welt, um einmal vor Publikum ein Lied zu singen: überzeugte Selbstdarsteller, ausgebildete Opernsänger, kinderliedersingende Kinder, reiseführergeleitete Touristen, Patienten der Konfrontationstherpie, jugendliche Rockröhren und stimmschwache Tänzer. Das Publikum ist ein dankbares: jeder Sänger wird beklatscht und bejubelt, den Textunsicheren wird ausgeholfen.
Wie immer besteigt besteigt der ältere Herr im Mantel mit den zwei Plastiktüten in den Händen etwas ungelenk die Bühne und singt die deutsche Version von Frank Sinatras “My Way”: Das ist mein Leben. Wenn er mal nicht da ist, ist es nur halb so schön. Applaus! Zugabe.
Nummer 155
Hausnummer 155, eine Wohngemeinschaft in West-Berlin, die Zimmer sind schwarz gestrichen und deren Bewohner auf Drogenentzug. Gelegentlich sitzt einer von ihnen am offenen Fenster und spielt Gitarre.
35 Jahre danach pilgern vereinzelt englische Touristen hierher, um zu sehen, wie David Robert Jones hier von 1976-1978 gewohnt hat. Was sie sehen: ist unspektakulär. Was sie zu finden geglaubt haben: ist nicht da. – Es gibt keine Helden.
Die Flippers auf Abschiedstournee
Himalaya Variations
Da steht sie nun, die sehr dünne Frau in ihrem sehr grünen Cocktailkleid. Es ist eher grün-blau, auf der Fashion Week sagte man sicher, es sei aquamarin. Aber das ist egal. Wichtig sind die zwei Overheadprojektoren, die vor ihr aufgebaut sind. Darüber gespannt: drei Saiten zur Tonerzeugung. Diese werden abwechselnd mit einem Geigenbogen oder Murmeln zum Schwingen gebracht. Auf der Leinwand: rote, weiße und grüne Farbfelder. Es ist eine Performance, es oszilliert, die Frau bearbeitet die Saiten mit Trommelstöcken. Meditative Stimmung: Gern rauchte man jetzt einen Joint, aber es ist gerade keiner zur Hand und außerdem raucht man ja gar nicht. Xylophonartiges Geklöppel unterlegt mit elektronischen Beats, alle starren die Frau an, ein Apparat mit rotierenden Scheiben bringt nun die Saiten zum Schwingen. Auf der Leinwand psychedelische Muster. Der Sound: eine Mischung aus traditionellem chinesischen Obertongesang und Kermit der Frosch. Wabern. Ende, Applaus, kerzengerade steht die Frau vor ihren Overheadprojektoren: schüchtern und verloren.



