Alleinziehender Vater

Alleinziehender Vater. Astra. Was dagegen?

Wie mittlerweile ein jeder weiß, gibt es Aktionstage wie Bier am Vatertag. Die zwei Kästen Astra, die der junge Mann hinter sich herzieht, dürften wohl ausreichen, um in dieser Runde für eine heitere Stimmung zu sorgen. Schließlich sind das bei 30 Knollen pro Kasten immerhin 3,96 Liter Bier für jeden.

Angesichts der zur Schau gestellten Hosenpracht wundert es mich nicht, wenn der seinen Ehrentag zelebrierende Vater nicht nur den Bollerwagen allein ziehen, sondern auch seinen Nachwuchs allein erziehen muss. Gegen ein ehrliches Astra habe ich trotzdem nichts einzuwenden, etwas zu feiern habe ich allerdings heute auch nicht.

Duplobaum

Duplo Zartbitter

Bei meinem heutigen Kleineinkauf entdeckte ich ein Produkt, von dem ich schon immer geträumt habe. Die wahrscheinlich längste Praline der Welt steht jetzt für vorübergehende Zeit in einer „Limited Edition“ in einer köstlichen Zartbittervariante in den Supermarktregalen. Ich ziehe eine Bitterschokolade der Vollmilch geschmacklich stets vor. Man kann das tun, muss es aber nicht. Ich bin Vollmilchliebhabern gegenüber übrigens tolerant. Dass den dunklen Sorten aufgrund ihres hohen Anteils an Antioxidantien eine schützende Wirkung auf das Herzkreislaufsystem zugesprochen werden, ist lediglich ein willkommender Nebeneffekt. Aufgrund ihres geringeren Zucker- und Milchanteils jedoch von „magermachender Schokolade“ zu sprechen, wie dies mein Herr Vater zu tun pflegt, halte ich indes für einen Euphemismus.

Die Wurzel meiner Zuneigung zu dem lediglich 18,2 Gramm schweren Schokoriegel liegt, wie so viele Eigenheiten des menschlichen Wesens, in meiner Kindheit begründet. Im Gegensatz zu meinen Eltern war ich kein begeisterter Spaziergänger oder gar Wandersmann. Dies lag nicht nur daran, dass ich nicht gern wanderte, sondern auch daran, dass ich im zarten Kindesalter von etwa vier Jahren mit Recht noch nicht als Mann bezeichnet werden konnte. Um auch mich ein wenig an des Müllers Lust teilhaben zu lassen, machten mir meine Eltern Spaziergänge schmackhaft, indem sie mir versprachen, die Streckenführung vorbei am sogenannten Duplobaum zu legen. Mein Vater eilte dann regelmäßig unbemerkt einige Schritte voraus, um ein Duplo in immer demselben Baum für mich gut erreichbar zu platzieren. Lange Zeit hatte ich an dieser besonderen Ernte, welche meiner Wanderslust Lebensgeister einhauchte, große Freude und glaubte fest daran, dass auf diesem Baum Duplos wüchsen.

Warteschlangengeschichten Teil 3

Grüner Jäger, Hamburg
Foto: Der Toco

Zwei junge Mädchen, die knapp die Volljährigkeit erreicht haben dürften, reihen sich in die Warteschlange vor einem Tanzschuppen ein. Als sie sehen, dass der Eintrittspreis wegen einer dort aufspielenden Liveband deutlich über dem üblichen Niveau liegt, sagt eine von ihnen:

„10,- Euro? Dafür bin ich zu geil.“

Ich, als zur Generation Ü-30 zählender Beobachter dieser Szene, stellte mir daraufhin die folgende Frage: Ist das Fräulein ob des Erblickens des Eintrittspreises plötzlich derartig stark sexuell stimuliert, dass sie dem Tanz in einem Musikclub eine andere körperliche Aktivität vorzieht, oder hat sich gar ein Werbeschlagwort eines großen Elektronikhändlers in der Jugendsprache so sehr manifestiert, dass Geilheit fortan als Synonym für Geiz gewertet werden darf?

Mehr Warteschlangengeschichten: Teil 1, Teil 2

Warteschlangengeschichten Teil 2

flickr: Beck's

Foto: royal618

Der Niedergang der Bierkultur begann nicht etwa mit dem Ausverkauf der altehrwürdigen hanseatischen Brauerei in Bremen an einen Belgischen Industriebierhersteller, sondern bereits mit der großflächigen Verbreitung von goldenem Bier in transparenten Flaschen. Immerhin waren es damals noch Glasflaschen, aber diese Tatsache ändert nichts zum Guten.

Dass das herbe Pils mit seinem aromatischen Hopfenanteil immer mehr zu einer exotischen Erscheinung in einer Welt voller alkoholhaltiger Spaßgetränke verkommt, wurde mir endgültig klar, als ich mir kürzlich im Kino die Wartezeit bis zum Beginn des halbwegs anspruchsvollen Streifens mit dem Erwerb eines geeigneten Kaltgetränkes verkürzen wollte und die junge Dame vor mir folgende Bestellung aufgab:

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