Du denkst, es gäbe immer nur die eine oder einen: Nur das eine Café, in das man gehen kann. Nur das eine Sofa, auf dem man sitzen kann. Nur die eine Stadt, in der man leben kann. Nur den einen Mensch, den man lieben kann.
Und plötzlich, wenn Du gar nicht mehr daran glaubst, dass so etwas überhaupt möglich ist, stehst Du ganz unvermutet vor ihr: der anderen Bäckerei, die genau so gut ist wie die, von der Du immer glaubtest, sie sei die einzig Wahre. Natürlich ist sie anders und es gibt hier vielleicht keine Splitterbrötchen, aber dafür sind die Schokocroissants die besten, die Du je gegessen hast.
Herrliche Backwaren gibt es auch in der Bäckerei Siebert, in der Schönfließer Straße 12. Montags ist geschlossen, an allen anderen Tagen eine Warteschlange vor der Tür.
Fast jeder hat heute ständig eine Kamera in seinem Mobiltelefon dabei. Wir produzieren so viele Bilder wie keine Generation zuvor, aber sie werden nicht besser. Ich möchte hier nicht von gestalterischen Aspekten, sondern von ganz einfachen technischen, reden. Die digitale Technik ist in den letzten Jahren beachtlich vorangekommen: mit modernen Kameras können wir heute bei fast vollständiger Dunkelheit nahezu rauschfreie, scharfe Fotos aufnehmen – und das ganz ohne Blitz oder Stativ. Und trotzdem werden unsere Bilder immer schlechter. Selbst mit den winzigen Sensoren moderner Mobiltelefone können heute bei guten Lichtbedingungen ordentliche Ergebnisse erzielt werden.
Jedoch verschlechtern wir unsere Fotos mit voller Absicht: Zwar möchten wir einerseits möglichst viele Momente unseres Lebens im Bild, welches möglichst sofort in all unseren sozialen Netzwerken verfügbar sein sollte, festhalten. Andererseits hängen aber dennoch einem romantischen Bild der analogen Fotografie nach, ohne Jahre unseres Lebens mit chemischen Prozessen in der Dunkelkammer verbringen zu wollen. Wir sehnen uns nach der Ästhethik vergangener Jahrzehnte (Schwarzweiß, Vignetten, Lomographie etc.) und verwenden destruktive Filter, um unser visuelles Ideal zu erreichen. Unsere ohnehin schon unzulänglichen Handyaufnahmen werden jedoch durch die Anwendung von beliebten Applikationen wie instagr.am oder Hipstamatic noch weiter verschlechtert; das Original geht dabei oft verloren. Im Moment der Aufnahme kommt uns die historische Anmutung noch ansprechend vor. Aber ist uns wirklich bewusst, dass es oft kein Zurück gibt? Wie werden wir in ein paar Jahren auf diese Bilder blicken?
Irgendwann im Leben verändert sich die Musik, die man mag, wohl nicht mehr allzu stark. Damals allerdings war ich noch sehr auf der Suche. In der städtischen Bücherei konnte man die aktuellen Ausgaben des Musikexpress und der Rolling Stone einsehen, wovon ich ausgiebig Gebrauch machte. Der örtliche Plattenhändler hieß „Zapp Records“ und der Verkäufer Elvis. Er machte einen zumeist zugedröhnten Eindruck und wie alle Plattenhändler schien er nicht seinen Job, wohl aber seine Kunden zu hassen. Bestellungen nahm er nur widerwillig entgegen, umso größer war die Freude, wenn ein gesuchtes Album tatsächlich einmal verfügbar war: so auch in diesem Falle.
Obwohl lediglich eine vage Ahnung von Warhol und der Factory hatte, habe ich diese Platte damals rauf und runter gehört: melancholisch und poetisch ist das Werk; eine Geige ist dabei, aber trotzdem kein Kitsch. Besonders geliebt habe ich „Hello It’s Me“. Soeben zufällig wiederentdeckt, bekomme ich noch immer eine Gänsehaut, wenn ich dieses Stück höre. Damals habe ich mir vorgestellt, dass das Lied einmal auf meiner Beerdigung gespielt werden solle. Einige Teilnahmen später glaube ich jedoch, dass Musik aus der Konserve die Stimmung bei derartigen Anlässen auch nicht sonderlich hebt.
Manchmal sind es die kleinen Ideen, die den Durchbruch bringen. So wurde mein Bild zum 2. Advent auf Twitpic über 1.500 mal angesehen.
Weil es Euch offenbar so große Freude bereitet hat, will ich auch in dieser Woche meine auf das Wesentliche reduzierte Vorweihnachtsillumination mit Euch teilen. Für den passenden Soundtrack sorgen die Kollegen von jahrgangsgeraeusche.de.