Duplobaum

Duplo Zartbitter

Bei meinem heutigen Kleineinkauf entdeckte ich ein Produkt, von dem ich schon immer geträumt habe. Die wahrscheinlich längste Praline der Welt steht jetzt für vorübergehende Zeit in einer „Limited Edition“ in einer köstlichen Zartbittervariante in den Supermarktregalen. Ich ziehe eine Bitterschokolade der Vollmilch geschmacklich stets vor. Man kann das tun, muss es aber nicht. Ich bin Vollmilchliebhabern gegenüber übrigens tolerant. Dass den dunklen Sorten aufgrund ihres hohen Anteils an Antioxidantien eine schützende Wirkung auf das Herzkreislaufsystem zugesprochen werden, ist lediglich ein willkommender Nebeneffekt. Aufgrund ihres geringeren Zucker- und Milchanteils jedoch von „magermachender Schokolade“ zu sprechen, wie dies mein Herr Vater zu tun pflegt, halte ich indes für einen Euphemismus.

Die Wurzel meiner Zuneigung zu dem lediglich 18,2 Gramm schweren Schokoriegel liegt, wie so viele Eigenheiten des menschlichen Wesens, in meiner Kindheit begründet. Im Gegensatz zu meinen Eltern war ich kein begeisterter Spaziergänger oder gar Wandersmann. Dies lag nicht nur daran, dass ich nicht gern wanderte, sondern auch daran, dass ich im zarten Kindesalter von etwa vier Jahren mit Recht noch nicht als Mann bezeichnet werden konnte. Um auch mich ein wenig an des Müllers Lust teilhaben zu lassen, machten mir meine Eltern Spaziergänge schmackhaft, indem sie mir versprachen, die Streckenführung vorbei am sogenannten Duplobaum zu legen. Mein Vater eilte dann regelmäßig unbemerkt einige Schritte voraus, um ein Duplo in immer demselben Baum für mich gut erreichbar zu platzieren. Lange Zeit hatte ich an dieser besonderen Ernte, welche meiner Wanderslust Lebensgeister einhauchte, große Freude und glaubte fest daran, dass auf diesem Baum Duplos wüchsen.

27 Gedanken zu „Duplobaum“

  1. Das ist ja mal wieder das richtige für den Sommer und all den Abnehmverrückten. Zartbitter ist ja viel gesünder ;-)

    Aber ich werde mir gleich mal eine volle Packung davon sichern gehen…

  2. Habe ich letztens auch gesehen. Wobei ich noch nicht zugegriffen habe. Zartbitter ist so eine Sache bei mir. Dezentes Zartbitter mag ich, zu viel dann nicht mehr. Vollmilch ist mir zu lasch, also so zwischen Zartbitter und Vollmilch ist genau richtig für mich.Es gibt von Aldi so ein ähnliches Päckchen mit Zartbitter, wobei der Inhalt wohl nicht zum Abnehmen reicht. Es gibt davon eine Vollmilchvariante und eine Zartbittervariante. Die Zartbittervariante trifft genau meinen Geschmack, die Vollmilchvariante ist mir zu lasch. Schokoladentechnisch gesehen bin ich aber flexibel. Von Minze über Nougat bis nussig, alles ist erlaubt. ;) Und sollte es irgendwann mal einen Duplobaum geben, werde ich mir einen Kleingarten anschaffen. Aber erst dann.

  3. Hab die Packung vor einigen Wochen das erste mal gesehen und war sofort begeistert. *So* muss ein Duplo schmecken. Ich hoffe das mit der „Limited Edition“ entpuppt sich bald als Marketinggag. Ansonsten muss ich horten…

  4. Herr Bosch,
    eine fabelhafte Geschichte. :-)
    Mehr noch als Ihre erstaunliche Eloquenz begeistert mich der Langmut Ihrer Eltern. Ich hoffe, später ebenso durchdachte Wege zu finden, die frühkindliche Gutgläubigkeit des Nachwuchses auf so erheiternde Art zu missbrauchen.
    Nuna aber treibt mich ein plötzlicher Heißhunger auf Schokolade in den nächsten Wald…

  5. Ich möchte mich hinsichtlich der Schokoladenherbheitspräferenz nur ganz kurz äußern: Vollmilch, tolerant. Klingt wie Blutgruppe A postiv, ist auch wahrscheinlich dasselbe.

    Hinsichtlich der Antioxidantien empfehle ich Herrn Bosch die Süddeutschen Zeitungen der letzten Woche schnell ins Altpapier zu räumen, weil auf der „Wissen“-Seite ein Artikel über die möglicherweise leicht überschätzten aber von der Unternehmens-PR der Schokoladen-Hersteller sehr geschätzen Forschungsergebnisse über Antioxidantien und deren Wirkung auf das Wohlbefinden der Konsumenten zu finden ist.
    Aber: Schokolade essen ist schon gut. So ein bisschen harmlose Sünde sei jedem gegönnt.
    Ich trinke jetzt erstmal meinen verspäteten 11 Uhr Bürokaffee. Ach, was
    mir einfällt, weiß jemand, dass in Bohnenkaffee auch Antioxidantien
    sind ?

  6. Als langjähriger Vollmilchesser bin ich mittlerweile überwiegend auf Schokolade mit einem Kakaoanteil von 60% und mehr umgestiegen. Hat – neben dem für mich interessanteren Geschmack – den hier bisher nicht gewürdigten Vorteil, dass man davon niemalsnevernicht eine ganze Tafel auf einmal isst. Zwei, drei Stücke reichen zum Glücklichsein. Ist also schon eine irgendwie eine Diätschokolade.

  7. ad Grenzquell: NIcht grade Antioxidantien, aber „Neue wissenschaftliche Studien bescheinigen der sanften Massendroge heilende Eigenschaften. Demnach schützt Kaffee vor Parkinson, verhindert Gallensteine, erhöht die Konzentrationsfähigkeit und regt Herz, Gehirn und Nerven an.“ (brigitte.de)

  8. Meiner Erfahrung nach gereicht es den Herren Journalisten (besonders im Bereich der Illustrierten) ganz außerordentlich zum Vorteil, dass sich mit nicht zitierten „wissenschaftlichen Studien“ so ziemlich alles belegen lässt, was nicht bei drei auf den Bäumens ist. Im Übrigen meistens auch das Gegenteil. :-P „Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus…“ ist immer noch meine Lieblingseinleitung für einen Artikel.

  9. Liebe lady-kinkling, in meinem geliebten Kaffee sind doch „Antioxidantien“
    ;-). Zumindest laut diesem Artikel, der auf die Antioxidantien-Bericht bezugnimmt, und den ich jetzt niemandem mehr vorenthalten will:
    „Gesunde Lebensmittel- Dünne Weisheiten dick aufgetragen“ auf
    http://www.sueddeutsche.de/ges.....52/113139/
    Zitat, falls jemand nicht den gesamten Artikel lesen möchte:
    „Manche derartige Nachricht entstammt kommerziellen Marketing-Konzepten: Die Meldung vom Antioxidantien-reichen Kaffee etwa, die vor zwei Jahren die Runde machte, zitierte eine Untersuchung, die Kaffee als „Hauptquelle von Antioxidantien in den USA“ ausgemacht hatte.“

    Ich glaube jedenfalls, es ist ein ganz klitzekleines, wirklich sehr kleines Korn Wahrheit dran, dass in der PR- und Pressemühle gewaltig breit gewalzt wird. Ich würde sagen, Kaffee ist auf Dauer echt ungesund für den Magen und anderes. Ich merke das ja selbst.

    Genauso lesenswert der Artikel über die Berichterstattung der Flavonoide.
    „Überschätzte Pflanzenstoffe“ auf http://www.sueddeutsche.de/ges.....53/113140/

  10. Erinnert mich daran, dass eine gute Freundin von mir lange Zeit (bis so an die 16) glaubte, es gebe ein Kakaobergwerk. Da kann man mal sehen, was so fantasiebegabte Väter alles so anrichten können…

  11. @rowi: Ich hoffe ja auch sehr, dass sich Zartbitter durchsetzt. Also, liebe Leser, kauft alle fleißig Duplo Zartbitter, damit die dunkle Variante sich im Sortiment etabliert.

    @Grenzquell: Antioxidantien hin oder her – Schokolade ist einfach gut für’s Gemüt.

    @Happy: Irgendwie müssen ja die vielen Wisssensseiten gefüllt werden. Die Zeit und die SZ haben dafür sogar eigene Magazine gegründet.

    @Cem: Na ja, aus dem Kakaobergwerk stammt doch der Dünger für den Duplobaum.

    @hanna: Freut mich, dass mir mein Blog gefällt. Es ist mir eine Ehre, auf Deiner Blogrolle zu erscheinen.

  12. Die Sorte ist richtig Lecker und auch nicht so Sü´wie die Orginalversion Ich kann die nur empfehlen es einmal auszuprobieren

  13. Der Duplo-Baum… lol. Das ist ja eine schöne Geschichte. So einen Schokoladen-Baum könnte ich auch mal gebrauchen oder besser noch: einen Geldbaum.

    Was Zartbitter betrifft, so kann ich Dir zustimmen. Ich habe als Kind mit Vollmilch angefangen und nähere mich stetig den höheren Kakaoanteilen. Nebenbei gesagt, hatte Dein verehrter Herr Vater doch irgendwie schon Recht mit seiner „magermachenden Schokolade“. Ich nenne meine Rationen auch immer gerne die Schokoladen-Diät. Halt immer relativ gesehen zu den Sorten mit noch mehr Zucker und Fett. ;-)

    Viele Grüße
    Uli

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