Mariä Aufnahme in den Himmel

flickr: Mariä Himmelfahrt

Heute ist Mariä Himmelfahrt. Ein Feiertag, der in Deutchland ausschließlich in großen Teilen Bayerns und im Saarland gesetzlich verordnet ist. Die Tatsache, dass Maria in den Himmel aufgenommen wurde, macht sich im protestantisch geprägten Hamburg lediglich dadurch bemerkbar, dass an diesem Tag keine Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint.

Der bösartige Zeitungsverkäufer neigt jeweils am 15. August, genau wie am 6. Januar (Heilige Drei Könige), 60 Tage nach Ostern (Fronleichnam) sowie am 1. November (Allerheiligen) dazu, in den überwiegend nichtkatholischen Gegenden der Republik stillschweigend die bereits am Vortag erschienene Feiertagsausgabe ein zweites Mal an den Mann bringen zu wollen. Selbstverständlich ist hier ausschließlich die Rede von der SZ – auf die im etwas weniger katholischen Hessen beheimatete Frankfurter Allgemeine Zeitung trifft die skizzierte Problematik lediglich an Fronleichnam zu.

Der freundliche Zeitungsverkäufer indes zeichnet sich, wie auf dem obigen Bild deutlich zu erkennen ist, dadurch aus, den unwissenden süddeutschezeitunglesenden Nichtkatholen darauf aufmerksam zu machen, dass es sich an besagten Tagen um eine Feiertagsausgabe handelt, deren Aktualität stark eingeschränkt ist. Das ist praktiziertes Christentum – obwohl es sich bei meinem Zeitungshändler vermutlich um einen Muslim handelt.

Mein Zeitungshändler liegt übrigens richtig: Die Bayern haben es wirklich gut. Während den Hamburgern pro Jahr lediglich neun gesetzliche Feiertage zugebilligt werden, sind es im südlichsten aller Bundesländer ganze 13.

Mariä Aufnahme in den Himmel

17 Gedanken zu „Mariä Aufnahme in den Himmel

  1. Dafür werden sie von der „CD“U regiert (ich bestehe auf dieser Schreibweise wegen meiner Hochachtung vor Christentum und Demokratie). Das ist so schlimm, das macht kein zusätzlicher Feiertag wett.

  2. @bosch: Stimmt, „CS“U, nicht „CD“U (Jacke wie Hose). In Hamburg sitzt die glorreiche unionsfreie Geschichte noch zu tief; Änderungen dieser Art brauchen nun mal ihre Zeit. (Aber ob Du nun die Union wählst, bloß damits einen Feiertag dazu gibt?)

  3. florentinus schreibt:

    Zusätzlich sei der Hinweis erlaubt, dass Bayern mit weniger Arbeitstagen mehr Wirtschaftsleistung erzielt als der hohe Norden. Wer jedoch, wie die Hamburger CDU, aus Mangel an eigenen fähigen Köpfen dachte, Münchner Polizisten in Senatorenämter importieren zu müssen, wird lediglich mit einer Umsatzsteigerung im Sektor von Videoaufnahmegeräten belohnt.

  4. ulfsch schreibt:

    @florentinus: Ich halte das schon seit Jahren für das allerbeste Argument, auch im Norden mehr Feiertage einzuführen. Schuld an der jahrelangen wirtschaftlichen Miesepetrigkeit war ohnehin nur die Entfeiertagung des Buß- und Bettags.

  5. Ole schreibt:

    Als ich letzte Woche Dienstag die SZ mit dem Aufdruck „Dienstag/Mittwoch“ in Empfang nahm, musste ich doch glatt erst einmal nachsehen, was denn nun schon wieder für ein Feiertag blüht. :)

  6. Grenzquell schreibt:

    Seit zwei Wochen kein neues Boschblog wegen Sommerlochs ?
    (…wegen eines Sommerlochs ? ebenso möglich: „Sommerloches“)Auch wenn ich nicht immer kommentiere, lesen tue ich es schon ganz gern. ;-)

  7. und mir ist erst ganz spät aufgefallen, dass der Beitrag schon ein Jahr alt ist (ich kam über deinen twitter link her). Kann man das jetzt (analog zum Zeitungsverkäufer, der die alte Ausgabe weiterverkauft) schon als bösartiges bloggen betrachten?

  8. @Olli: Nein, für dieses Blog gilt natürlich, dass man sich auch noch an alten Beiträgen erfreuen kann. Jeder Beitrag ist sozusagen ein zeitloser Klassiker. Den Trick des Themenrecyclings habe ich mir von den Printkollegen abgeschaut.

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