bosch backt Buchteln – mit Rezept

Heute gibt es Buchteln. Buchteln sind ungefüllte Hefeknödel, die im Ofen gebacken werden. Sie sind eine Spezialität der böhmischen Küche und äußerst lecker. Um auch Dich an dieser kulinarischen Freude teilhaben zu lassen, gibt es hier erstmalig eine abgeschlossene Buchtel-Foto-Story. Man braucht folgende Zutaten fürs Glück:

Zutaten

  • 500 g Weizenmehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 50 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • ein paar Tropfen Zitrone (es geht aber auch ohne)
  • 1 Prise Salz
  • 250 ml warme (!!!) Milch
  • 75 g flüssige Butter
  • 1 Ei

Und all das gibt man dann in eine Schüssel, die groß genug sein sollte, damit auch die eigenen Hände noch Platz darin finden. Diese werden zwar nicht mit dem Teig zusammen verarbeitet, dienen aber dem unabdingbaren Knetvorgang desselben. Das sieht dann ungefähr so aus:

Teig 1

Ganz wichtig ist, dass die Milch lauwarm und die Butter geschmolzen ist. Nun Augen zu und Hände rein. Der Teig wird jetzt mindestens fünf Minuten ordentlich durchgeknetet. Dass es soweit ist, merkt man entweder bei einem Blick auf die Stoppuhr oder an der langsam einsetzenden Sehnenscheidenentzündung. Der Teig sieht nun ungefähr so aus :

Teig 2

Anschließend muss man den Teig 30-40 Minuten gehen lassen. Dies geschieht am besten, indem man die Schüssel – natürlich mit dem Teig darin – mit einem Tuch bedeckt und diese dann auf die Heizung stellt. Wer sich allerdings bei sommerlichen Temperaturen dazu entscheidet, Buchteln zu backen, kann die Schüssel auch in den Backofen stellen und diesen auf max. 50 Grad Celsius erhitzen. Danach sollte der Teig etwa so aussehen:

Teig 3

Rezeptbücher sprechen gern davon, dass sich das Teigvolumen nach diesem Vorgang verdoppelt haben sollte. Dies ist eine glatte Übertreibung und vermutlich eine Erfindung von Kochbuchautoren, die unter ihrem zu kleinen Penis leiden. Glücklich darf sich jeder Bäcker schätzen, wenn nach einer halben Stunde etwas mehr im Topf ist als zuvor. Jetzt wird der Teig noch ein zweites Mal kurz durchgeknetet und dann aus diesem etwa 10-12 Bällchen geformt. Die Bällchen gibt man nun in eine ausgebutterte Auflaufform, bestreicht die Bällchen dünn mit etwas flüssiger Butter und lässt den Teig wie zuvor beschrieben noch einmal etwa zwanzig Minuten gehen. So soll es aussehen:

Bällchen

Das Volumen dürfte sich jetzt noch einmal etwas vergrößert haben, aber auch hier wieder nur unwesentlich. Jetzt werden die Teigbällchen bei etwa 200 – 220 Grad Celsius ca. 20 – 30 Minuten gebacken. Fertig sind die Buchteln:

Buchteln

Und lecker:

Lecker

Guten Appetit!

35 Antworten

  • Das macht mich ganz kindlich-sehnsuchtsvoll-hungrig, dieses Rezept. Kenne Buchteln von meiner Mutter, die tatsächlich so halb aus Tschechien stammt. Das wird ganz bald nachgebacken!
    Und das deutlich weniger als angegebene Aufgehen eines Hefeteigs hat mich auch schon oft irritiert. Wieso hält sich diese Angabe so standhaft? Wozu Penisneid nicht alles führen kann, tz, tz, tz…
    Sehr lobenswert ist natürlich auch die hübsche Alliteration hier im Titel.

  • Also wirklich, ich war sprachlos ob Deines ersten und doch so gut gelungenen, geradezu vollkommenen Backversuchs – trotz der unglücklichen Milch. Köstliche Buchteln.

    Ich kenne Buchteln ja aus der Bäckerei Oehme in Düsseldorf, die sie leider vor Jahren aus dem Sortiment nahm.

    Und: Wer hat Dir denn wohl gezeigt, wie’s geht? =)

    ad Sprachspielerin: Penisneid ist ja lange überholt und wurde von Freud nur den Frauen zugesagt.

  • Heute gleich nachgebuchtelt und für hervorragend befunden. Die ersten, warmen ließen sich sehr gut halbiert und mit gemahlenem Mohn und Zucker bestreut und mit Butter beträufelt verzehren.

    an die Lady: es gibt ja nun auch genug Frauen, die Kochbücher verfassen und über Hefeteig schreiben. Nein, Scherz beiseite, meine freudsche Anmerkung war ja nicht als Ansatzpunkt für die Psychotherapie eines modernen Großstädters gemeint. Das ist mir durchaus bekannt und mehr als bewusst, dass dies überholt ist. Wenn überhaupt, dann taugt ein Phallus-Neid la Lacan wohl eher dazu…

  • Danke dafür!

    Buchteln erinnern mich immer an einen Urlaub in Grömitz…
    Wenn ich Grömitz höre/lese, muss ich immer an Buchteln denken.
    Und umgekehrt.
    Wobei der Boschblog seit langem wieder die erste Begegnung mit Buchteln ist – schön! :-)
    Ich bin dankbar, dass du dir die Mühe gemacht hast, deiner Leserschaft dieses Rezept zugänglich zu machen.
    Ich werde nachbacken und berichten – versprochen!

  • ad Sprachspielerin: hätte auch noch fast was dazu gesagt, daß vormals die meisten Rezepte eher von Frauen stammten ;-) Fragte mich aber vor allem, was ein Penis in einem Backrezept sucht, aber scheint ja erstaunlicherweise doch herzupassen

  • Ich habe gestern noch einmal Buchteln gebacken. Der Teig ist dabei noch viel besser aufgegangen als bei meinem ersten Versuch. Das Geheimnis ist das intensive Kneten. Also, ordentlich kneten, dann klappt es auch mit den Buchteln. Viel Erfolg und guten Appetit!

    • Hefeteig geht deutlich besser auf, wenn man frische Hefe verwendet und die durchaus großzügiger als in den meisten Rezepten angegeben. Und richtig: kneten bis sich der Teig von Schüsselrand löst. Mit Trockenhefe habe ich schön krümelige Pizzateige, spündige Blechkuchen und so allerlei andere Grauslichkeiten fabriziert. Deshalb rühre ich sie altmodisch mit Mineralwasser und Zucker an und gebe sie erst, wenn sie zu arbeiten anfängt zum Mehl.
      Gutes Gelingen!

  • ich empfehle die buchteln vor dem backen mit milch zu bestreichen.
    dein erster hefeteig scheint ziemlich launisch gewesen zu sein. da scheint bereits beim kneten etwas schiefgegangen zu sein.

  • Ich als Österreicherin kann und darf das sagen. Wir essen die sogar oft nur so, mit dem Marmeladekern, ohne Vanillesauce.
    Aber so nackt, gibts die gar nicht.
    Rein mit der passierten Frucht!!!

    ps. ja! Danke fürs Aufmerksam machen. Werde mein Rezept heute Abend noch dazu posten…

  • Ein Kindheitsflash! Buchteln! Hier in Wien gibt’s die klassisch mit Vanillesauce, aber wie Hanna schon richtig erwähnte kenne ich sie auch noch mit Marillenmarmelade (ähm Aprikosenkonfitüre). Auch mit Powidl (Zwetschgen ähm Pflaumenmus) oder mit Topfen (ähm Quark). Aber der Klassiker mit Marille.

    Schöner Beitrag, Bravo! Da bekommt man ja Hunger!

  • Wow, bin schwer beeindruckt, mir hat neulich eine gute Freudin die selbst gebackenen Buchteln ihres Angebeten mitgebracht, die waren ne Wucht.

  • Och nö! Bei der Suche nach einem Rezept für Buchteln stosse ich auf diese Seite und bin entäuscht. Das sind nicht die Buchteln meiner Oma. Die gute alte Dame hatte die Böhmische-Österreichische Küche im Blut. So dahin geschlunzt werden keine Buchteln, niemals!
    Und ohne Füllung – pfui! Buchteln sind ein Genuß und so sollen sie auch zubereitet werden. Mit Zeit, mit Passion und mit Füllung – Powideln und Aprikosen. Da stand ich als Bub immer neben meiner Oma und hab darauf gewartet, bis sie die Buchteln aus dem Ofen rausgezogen hat. Über die Warte- (Qual-)zeit – “ Lang’s net oh“ – bis sie endlich lauwarm waren, (und nur so soll man sie essen) möcht ich gar nicht reden. Doch, wie so oft hatte meine Großmutter recht – das Warten lohnt!
    Nein, dieser Rezeptvorschlag missfällt (und auch die Zitrone muß sein!). Das werden keine Buchtel, das werden Fast-Food-Hefe-Bloz, aber wer das mag – nur zu.

  • hm.. also ich probier die heute mal aus o.ö
    ich hab das schon mal versucht, auch mit trockenhefe aber die sind bei mir nicht richtig aufgegangen, also heute neuer versuch : frische hefe.
    ob die wie ein „Fast-Food-Hefe-Bloz“ schmecken, werd ich dann ja sehen.

    im übrigen:

    @doduck: wenn dir die buchteln deiner oma so gut geschmeckt haben, hättest du dir das rezept geben lassen sollen. wenn du stattdessen lieber ohne jeden anhaltspunkt (bis auf da-war-marillenmarmelade-drin und wenn-meine-oma-das-rezept-nicht-selbst-gepostet-hat-ist-das-sowieso-nicht-richtig) das internet nach einem rezept absuchst, welches nur deine großmutter wissen kann, dann musst du dich wirklich nicht wundern, wenn es im überbordenden angebot des internets auch solche rezepte gibt, die nicht deinen expliziten vorstellungen entsprechen.
    schließlich gibt es verschiedene geschmäcker und die leute, die hier rezepte ins netz posten, machen das nicht, um dich zu ärgern oder dir einen anlaufpunkt für eventuelle aggressionsbewältigungen verbaler art zu liefern, weil du dieses eine rezept nicht finden kannst. =_______= … meine güte x.x …

    ja, na und ansonsten danke fürs rezept °-°
    *sich auf Fast-Food-Hefe-Bloze schon freut, allein deswegen, weils son lustiges wort ist* xD

    Liebe Grüße, JamieMoore :)

  • Nachdem ich das Rezept nun mehrmals als Gedankenstütze verwendet habe, möchte ich mich nun doch lobend äußern. Buchteln gab es bei uns immer als Familienfesttagsessen mit Kaßler und Sauerkraut. Meine Großeltern stammen aus Böhmen und haben das Rezept von dort mitgebracht.
    Einige Punkte möchte ich noch ansprechen: 1. Der Teig: Hefeteig immer sehr lange und geduldig kneten, am besten mit einem Küchengerät. Wer die Temperaturen einhält (Hefebakterien sterben ab etwa 36 Grad brauchen am besten 30 ) hat auch keine Probleme. Und auch mit kurzem Penis geht der Teig fantastisch (x2).
    2. Die Zitrone: ich gebe dem Autor recht; Zitrone kann, muß aber nicht.
    3. Die Füllung: Bekanntlich gibt es Pflaumenklöße und Thüringer Klöße und bestimmt noch hundert verschiedene Arten. Wie soll der Autor nun gerade Omas Buchteln mit …füllung beschreiben??? Natürlich kann man Buchteln, wie jedes andere Gebäck auch, füllen, wenn man es will.
    4. Der Geschmack: Himmlisch (Wenn sie von mir sind.)

  • Also mal als Einwurf – der Teig ist viel zu fett. Die Eier und der viele Zucker in Kombination mit der Masse an Butter erinnern eher an einen Biskuitteig denn an einen lockeren luftigen Hefeteig.

    Hier mein Basisrezept – also die Grundzutaten. Eier machen meiner Meinung alles kaputt und das Ergbenis wird einfach zu mächtig. ich finde ein Hefeteig sollte nicht zu süß sein, denn das bringt meist die Füllung oder die Decke.

    Was die Mengen betrifft, müsst Ihr variieren – je nachdem wie viel Teig Ihr wollt. Die Angaben hier sind ungefähr ausreichend für 8 Buchteln oder Kuchenblech (dünner Teig)
    – 250-300g Mehl Typ 550
    – 1 Stück Frische Hefe
    – 1 Teelöffel Honig für Pizza oder 4 Esslöffel Honig für Kuchenteig
    – Flüssigkeit so ca. 1-1,5 Tassen (nach Bedarf) – ich nehme meist heißes Wasser + Milch zum Kühlen
    – Prise Salz
    – 1 Teelöffel Butter (kann hart sein)

    1. nehmt Euch eine große Schüssel und macht das Mehr hinein, Prise Salz dazu
    2. nehmt Euch ein kleines Schälchen, macht Wasser heiß und gießt Euch so eine halbe Tasse rein, Honig und Butter dazu – alles auflösen – geht flink
    3. mit der Hand prüfen, wie heiß die Flüssigkeit noch ist und je nach Bedarf mit der Milch (kleiner Schwapp reicht meistens) auf „gut warm“ kühlen
    4. den Hefeblock zerbröseln und hinzugeben. In aller Regel kommt der aus dem Kühlschrank und ist auch kühl – wie gesagt die Flüssigkeit sollte nicht zu warm sein, da Ihr sonst die Hefe zerstört und nichts mehr geht.
    5. wenn alles schön aufgelöst ist und die Hefe anfängt sich zu vermehren – man sieht/riecht das die Flüssigkeit rein in die große Schüssel und alles gut durchrühren – dazu nehme ich in aller Regel schlicht nur eine Gabel.
    6. den Teig schön glatt ziehen – also rühren, rühren, rühren – von Beginn an lieber etwas trockener und nach Bedarf mit Milch oder warmem Wasser so „strecken“, dass es nicht auseinanderfließt aber auch nicht wie ein Klumpen ist – also schön geschmeidig muss es sein.
    7. warmen Ort Suchen, zudecken und ca. 30 Minuten warten. Der teig sollte nun schon fas die doppelte Menge haben – nun alles noch mal gut durchrühren – wieder zudecken und nach Wunsch 1 Stunde stehen lassen (oder je nachdem)
    8. Oberfläche schön mehlen und den Teig noch mal gut von Hand Kneten – nicht zu trocken machen und anschließend entsprechend verarbeiten…

    Backen:
    Ofen auf 170-180°C vorheizen (so ca. 15 Minuten) – in der Zeit kann das Backwerk noch mal nachgehen – dann den Teig rein – bei Buchteln dann so ca. 30 Minuten bei 170°C schön backen – lieber auc mal 35 Minuten

    Für die Buchtelfüllung (so 1 guter Teelöffel pro Buchtel) empfehle ich Euch nur das Original Mühlhausener Pflaumenmus (nein ich werde dafür nicht bezahlt) – es gibt kein besseres auf dem deutschen Markt.

    Das ist übrigens auch mein Grundrezept für Brot/Brötchen – nur etwas trockener halten und mit Mehlsorten kombinieren. Haltet Euch mit Roggenmehl zurück, max. 50% nehmen. ehr schöne Ergebnisse bekommt Ihr mit Weizenvollkornmehl oder Typ 1050 (glaube ich). Macht mal Haferflocken darunter max. 30% und mehr Feuchtigkeit). Bei Brot oder Pizza lasse ich in aller Regel die Butter weg und nehme nur ganz wenig Honig. Wenn Fett, dann nur Olivenöl – guten Schwapp – schadet nichts :)

    Viel Spaß

  • Acho so zum Brot – hier die Hitze deutlich höher wählen (so 210-220°) und auch die Zeit nach dem Handkneten länger – so 30-45 Minuten.

  • Wat fuer ein quatsch, Buchteln sind gefuellt mit powidl oder marillen,dampfnudeln sind im dampf gegahrt, das was Ihr da fabriziert sind Rohrnudeln.

  • meine buchtel- und germteige (eigenes, anderes rezept) verdoppeln sich immer. mindestens. wenn sie sich nicht verdoppeln, dann gehen sie sogar auf das dreifache auf. ich verwende aber auch ausschliesslich frischen germ. den teig lasse ich zugedeckt im warmen wasserbad gehen (gerne 1h oder länger), so spar ich mir das aufheizen vom backrohr.
    die buchteln kenne ich auch nur gefüllt (marillenmarmelade oder powidl, topfen oder auch zimt/rosinen/butter), ausserdem werden sie ganz dicht aneinander gelegt (18 buchteln in einer form). aber jeder hat so seine eigene art zu backen, ist ja auch gut so.

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