Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben. Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar. Man schämt sich nicht mehr, sterben zu wollen; man bittet aus der alten Zelle, die man haßt, in eine neue gebracht zu werden, die man erst hassen lernen wird. Ein Rest von Glauben wirkt dabei mit, während des Transportes werde zufällig der Herr durch den Gang kommen, den Gefangenen ansehn und sagen: »Diesen sollt Ihr nicht wieder einsperren. Er kommt zu mir.«
Jahr: 2011
Liebe geht durch den Magen – zuerst in die eine, dann in die andere Richtung. Eigentlich wollte ich diesen Satz nur einmal irgendwo hinschreiben und könnte es nun dabei bewenden lassen. Aber gern komme ich bei dieser Gelegenheit meinem bloggerischen Bildungsauftrag nach: Viele von uns essen immer schlechter – schneller, fetter, cholesterin- und glutamathaltiger. Das muss nicht sein.
Nun ist es wahrlich nicht so, dass ich ein großer Koch bin – leider ist genau das Gegenteil der Fall. Ich kann in der Küche genau vier Dinge halbwegs ordentlich zubereiten (geordnet nach steigender Komplexität): Milchkaffee, Rührei mit Champignons, Pasta mit Sherry-Gorgonzola-Soße und Buchteln.
An dieser Stelle soll etwas Neues dazu kommen, das irgendwo zwischen Pasta kochen und Buchteln backen einzuordnen ist: Kartoffelgratin. Dieses kann sowohl als hochwertige Beilage als auch als Hauptgericht (gern mit Salatbeilage) serviert werden.
Was wir dazu brauchen:
- 1,5 kg Kartoffeln (festkochend)
- 200 g Schlagsahne
- 100 g Craime Fraiche (von mir aus auch Schmand oder Saure Sahne)
- 300 g grob geriebenen Käse (gern einen würzigen)
- 4 gehäufte Esslöfel geriebenen Parmesan
- 300 ml Milch
- 3 Teelöffel Paniermehl
- nicht zu wenig Pfeffer und Salz
- 3 gestrichene Teelöffel Instantbrühe
- 2 Teelöffel Muskatnuss
- 1 grob geschnittene Knoblauchzehe
- etwas Butter
- wer’s mag: etwas Ruccola
Erst die Kartoffeln schälen und dann in dünne Scheiben schneiden. Bis auf Käse und Kartoffeln alle Zutaten gut mischen und die Auflaufform mit Butter ausfetten. Die Kartoffeln in Schichten in der Form anrichten. Dazwischen jeweils etwas Käse und gern auch ein wenig Gewürz einstreuen (wer’s mag: von mir aus auch ein paar Blätter Rauke). Zum Schluss die Sahne-Milch-Mischung darüber gießen und oben noch etwas Käse verteilen. Den Auflauf nun etwa 50-60 Minuten bei ca. 200 Grad Celsius im Backofen schieben. Wer an Voodoo glaubt, rät dazu, den Auflauf in den ersten 20 Minuten mit Alufolie zu bedecken. Alle anderen können darauf getrost verzichten. Das Rezept reicht – je nach Hunger – für ca. 3 Personen oder 40 Magermodels.
Mhh, lecker. Guten Appetit!

Was gestern noch wichtig erschien, ist heute in weite Ferne gerückt: Beherrschte vor Kurzem noch der Baron aus Bayern mit dem Skandal um eine abgeschriebene Doktorarbeit sämtliche Schlagzeilen, verramscht heute schon das moderne Antiquariat seine Biographie für zwei Heiermänner.
Unterdessen gibt es im Minutentakt neue Schreckensbilder und -nachrichten aus Japan, während die Politik hierzulande aus wahlkampftaktischen Gründen die Debatte über die Zukunft der Energiegewinnung in unserem Lande entfacht.
Es passiert gerade so viel, dass selbst der Interessierte dem Geschehen kaum noch zu folgen vermag. Die Kerze brennt an beiden Enden.

