Berufe mit und ohne Zukunft

Heute saß ich bei Cappuccino und Apfelkuchen in meinem Lieblingscafé und plötzlich wurde mir eines der Probleme unserer Zeit bewusst. Es wurde mir weniger vor Augen geführt als es mir von ganz allein zu Ohren kam.

Sicher ist es nicht so gravierend wie die angeblich drohende Klimakatastrophe, welche man sich angesichts herbstlicher Temperaturen fast herbeisehnte. Immer wieder jedoch hört man Mediziner davor warnen: Die Schwerhörigket unter Jugendlichen nimmt dramatisch zu. Naheliegend wäre jetzt der Gedanke, aus dieser Tatsache Profit zu schlagen, und auf Hörgeräteakustiker umzuschulen, was eigentlich eine boomende Zunft sein müsste. Ein Berufswechsel wäre jedoch sinnlos, denn die diskotheken- und konzertgeschädigten Heranwachsenden kompensieren ihren schleichenden Gehörverlust einfach dadurch, indem sie lauter sprechen.

Zwei Fräuleins, beide Anfang zwanzig Jahre jung, sitzen im ansonsten ruhigen Café an einem Ecktisch. Ihre Köpfe sind ca. 30 Zentimeter voneinander entfernt, so dass für eine gepflegte Konversation ein gedämpfter Flüsterton ausreichen müsste, um die anderen Kaffeehausbewohner nicht von ihrer jeweiligen Lektüre abzulenken. Die beiden Damen allerdings schreien sich an. Sie schreien, ich gucke böse, sie schreien weiter, ich lege meine Zeitung aus der Hand und gucke noch böser zu ihnen herüber, und sie schreien daraufhin noch lauter. Je böser ich gucke, umso lauter schreien sie sich an. Ungewollt weiß ich nun eine Vielzahl von Details aus dem Leben der beiden Schreihälsinnen. Angefangen mit Todesfällen in der Familie, sexuellen Vorlieben, Praktika bei der Schutzpolizei, Jurastudien in Frankfurt an der Oder, Werdegängen von Nachbarsjungen bis hin zum Verlauf des Drogenentzugs entfernter Bekannter. Genauso ungewollt weiß ich jedoch nicht, was heute in der Zeitung steht.

Der wahre Beruf mit Zukunft ist wohl Logopäde, denke ich. Irgendwann werden ihre Stimmbänder das nicht mehr mitmachen.

bosch backt Buchteln – mit Rezept

Heute gibt es Buchteln. Buchteln sind ungefüllte Hefeknödel, die im Ofen gebacken werden. Sie sind eine Spezialität der böhmischen Küche und äußerst lecker. Um auch Dich an dieser kulinarischen Freude teilhaben zu lassen, gibt es hier erstmalig eine abgeschlossene Buchtel-Foto-Story. Man braucht folgende Zutaten fürs Glück:

Zutaten

  • 500 g Weizenmehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 50 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • ein paar Tropfen Zitrone (es geht aber auch ohne)
  • 1 Prise Salz
  • 250 ml warme (!!!) Milch
  • 75 g flüssige Butter
  • 1 Ei

Und all das gibt man dann in eine Schüssel, die groß genug sein sollte, damit auch die eigenen Hände noch Platz darin finden. Diese werden zwar nicht mit dem Teig zusammen verarbeitet, dienen aber dem unabdingbaren Knetvorgang desselben.

Warteschlangengeschichten Teil 8

Warteschlange

Manche Redewendungen sind so abgedroschen, dass ich sie einfach nicht mehr hören will. Wenn ich schon an sie denke, rollen sich mir abwechselnd die Fußnägel auf, gehe ich in die Luft, platzt mir der Kragen, geht mir das Messer in der Tasche auf und mir geht der Hut hoch. Zu Tode geärgert habe ich mich jedoch bislang noch nicht.

Heute allerdings war ich – wie man so schön sagt – auf der Post und musste mich wie üblich, um mein Anliegen dem zuständigen Schalterbeamten vortragen zu können, zunächst in die serielle Warteschlange einreihen. Abwechselnd waren alle, manchmal aber auch gar kein Schalter mit Mitarbeitern des globalen Briefdienstleisters besetzt. Auf mein Vorankommen in der Warteschlange hatte dies jedoch keinerlei Auswirkungen. Fast 20 Minuten blieb ich auf derselben Stelle stehen. Da bekommt das Wort Standbriefkasten doch eine ganz neue Bedeutung.

Ich sage es nur ungern, aber das ist eindeutig: Nicht vergnügungssteuerpflichtig.

—————————————————
Hier gibt es weitere Warteschlangengeschichten.

Mariä Aufnahme in den Himmel

flickr: Mariä Himmelfahrt

Heute ist Mariä Himmelfahrt. Ein Feiertag, der in Deutchland ausschließlich in großen Teilen Bayerns und im Saarland gesetzlich verordnet ist. Die Tatsache, dass Maria in den Himmel aufgenommen wurde, macht sich im protestantisch geprägten Hamburg lediglich dadurch bemerkbar, dass an diesem Tag keine Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint.

Der bösartige Zeitungsverkäufer neigt jeweils am 15. August, genau wie am 6. Januar (Heilige Drei Könige), 60 Tage nach Ostern (Fronleichnam) sowie am 1. November (Allerheiligen) dazu, in den überwiegend nichtkatholischen Gegenden der Republik stillschweigend die bereits am Vortag erschienene Feiertagsausgabe ein zweites Mal an den Mann bringen zu wollen. Selbstverständlich ist hier ausschließlich die Rede von der SZ – auf die im etwas weniger katholischen Hessen beheimatete Frankfurter Allgemeine Zeitung trifft die skizzierte Problematik lediglich an Fronleichnam zu.

Der freundliche Zeitungsverkäufer indes zeichnet sich, wie auf dem obigen Bild deutlich zu erkennen ist, dadurch aus, den unwissenden süddeutschezeitunglesenden Nichtkatholen darauf aufmerksam zu machen, dass es sich an besagten Tagen um eine Feiertagsausgabe handelt, deren Aktualität stark eingeschränkt ist. Das ist praktiziertes Christentum – obwohl es sich bei meinem Zeitungshändler vermutlich um einen Muslim handelt.

Mein Zeitungshändler liegt übrigens richtig: Die Bayern haben es wirklich gut. Während den Hamburgern pro Jahr lediglich neun gesetzliche Feiertage zugebilligt werden, sind es im südlichsten aller Bundesländer ganze 13.

boschblog.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.