Norwegen

Jetzt ist schon wieder etwas passiert. In den Redaktionen werden umgehend Agenturmeldungen mit gefühlten Beobachtungen angereichert, Medien verlieren sich in Mutmaßungen. Binnen Stunden werden die ersten Experten interviewt und im Internet soziale Netzwerke nach Tätern und Motiven durchforstet. Aber im Grunde wissen wir gar nichts.

Und bereits in wenigen Monaten wird auch dieses Unglück wieder vergessen sein. Die nächste, dann noch neuere Katastrophenmeldung folgt garantiert. Alles macht weiter.

Sisyphos am Ofen

Brötchen frisch aus dem Ofen.

Bei anderen sieht alles immer so leicht aus. Dabei wollte er einfach nur kleine Brötchen backen, die auch ein bißchen nach Backwaren schmecken und nicht wie Mehlklumpen in seinem Magen liegen. Tag für Tag steht er seitdem wie ein Sisyphos am Ofen und optimiert seine Rezeptur. Nicht, dass er keine Fortschritte gemacht hätte, aber die Schritte sind zu klein, um in diesem Leben noch an sein Ziel zu gelangen.

Operation

Technische Geräte im Operationssaal.

Der Mann im weißen Kittel stellte sich nicht mit Namen vor. Er sagte, dass er der zuständige Anästhesist sei. „Aha, Sie haben also eine Operation mit Vollnarkose gebucht. Möchten Sie lieber während oder nach der OP aufwachen?“, fragte er mich mit sanfter Stimme, bevor er mir die Maske ins Gesicht drückte. Das Letzte, was ich hörte, war eine Melodie. Jemand pfiff Doktor Schiwago. Dann wurde es plötzlich dunkel.

Ein gewisser Doktor Schiwago arbeite gar nicht in dieser Klinik, wurde mir nach dem Erwachen versichert. Wen aber sollte ich jetzt verklagen?

Manipulation

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.
(aus „Pippi Langstrumpf“)

Gestern veröffentlichte ich einen Beitrag mit einem Bild des Flughafens Tempelhof. Nachdem ich dieses Bild auch bei Flickr hochgeladen habe, lobte mich eine geschätzte Fotografin dort für die gekonnt eingefangene Stimmung. Die Sache hat allerdings einen Haken: Die Stimmung entstand einzig und allein in meinem Kopf. Und auch das erst Monate, nachdem die Fotografie aufgenommen wurde.

Tatsächlich handelt es sich bei der originalen Szenerie nicht um das gestern von mir wiedergegebene Tempelhofer Feld mit sagenhaft trister Anmutung, sondern um einen ehemaligen Flughafen an einem durchschnittlich schönen Berliner Frühlingstag. Die Modellierung von Gradationskurven, selektiver Sättigung und Farbtemperatur schufen eine komplett andere Atmosphäre. Ganz so, wie ich sie für meinen Beitrag benötigte. All dies ist kein Hexenwerk, sondern sind in der Fotografie durchaus gängige Stilmittel, denen man sich bereits in analogen Dunkelkammern bediente.

Obwohl wir uns der Möglichkeiten der Manipulation vollkommen bewusst sind, nehmen wir ein Bild wahr und glauben, es sei die Wirklichkeit. Manchmal ist es aber doch ganz anders. Genau so ist es auch mit Worten.

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