Ein älterer korpulenter Herr reiht sich in die Warteschlange vor dem Geldautomaten im marmorgeschmückten Foyer eines am Hamburger Jungfernstieg gelegenen Bankhauses ein. Er ist komplett schwarz gekleidet, trägt einen eleganten Hut italienischer Machart sowie auffällig große Kopfhörer und bewegt sich im Rhythmus der für sonst niemand hörbaren Musik.
Kurz bevor er an der Reihe ist, das Bargeld aus dem Automaten zu ziehen, sagt er:
„Ich bin erregt, an diesem Automaten gewinne ich immer.“
Dies erscheint mir einleuchtend. Der vermeintliche Glückpilz setzt vermutlich immer auf dieselben richtigen Zahlen.
Wie mittlerweile ein jeder weiß, gibt es Aktionstage wie Bier am Vatertag. Die zwei Kästen Astra, die der junge Mann hinter sich herzieht, dürften wohl ausreichen, um in dieser Runde für eine heitere Stimmung zu sorgen. Schließlich sind das bei 30 Knollen pro Kasten immerhin 3,96 Liter Bier für jeden.
Angesichts der zur Schau gestellten Hosenpracht wundert es mich nicht, wenn der seinen Ehrentag zelebrierende Vater nicht nur den Bollerwagen allein ziehen, sondern auch seinen Nachwuchs allein erziehen muss. Gegen ein ehrliches Astra habe ich trotzdem nichts einzuwenden, etwas zu feiern habe ich allerdings heute auch nicht.
Bei meinem heutigen Kleineinkauf entdeckte ich ein Produkt, von dem ich schon immer geträumt habe. Die wahrscheinlich längste Praline der Welt steht jetzt für vorübergehende Zeit in einer „Limited Edition“ in einer köstlichen Zartbittervariante in den Supermarktregalen. Ich ziehe eine Bitterschokolade der Vollmilch geschmacklich stets vor. Man kann das tun, muss es aber nicht. Ich bin Vollmilchliebhabern gegenüber übrigens tolerant. Dass den dunklen Sorten aufgrund ihres hohen Anteils an Antioxidantien eine schützende Wirkung auf das Herzkreislaufsystem zugesprochen werden, ist lediglich ein willkommender Nebeneffekt. Aufgrund ihres geringeren Zucker- und Milchanteils jedoch von „magermachender Schokolade“ zu sprechen, wie dies mein Herr Vater zu tun pflegt, halte ich indes für einen Euphemismus.
Die Wurzel meiner Zuneigung zu dem lediglich 18,2 Gramm schweren Schokoriegel liegt, wie so viele Eigenheiten des menschlichen Wesens, in meiner Kindheit begründet. Im Gegensatz zu meinen Eltern war ich kein begeisterter Spaziergänger oder gar Wandersmann. Dies lag nicht nur daran, dass ich nicht gern wanderte, sondern auch daran, dass ich im zarten Kindesalter von etwa vier Jahren mit Recht noch nicht als Mann bezeichnet werden konnte. Um auch mich ein wenig an des Müllers Lust teilhaben zu lassen, machten mir meine Eltern Spaziergänge schmackhaft, indem sie mir versprachen, die Streckenführung vorbei am sogenannten Duplobaum zu legen. Mein Vater eilte dann regelmäßig unbemerkt einige Schritte voraus, um ein Duplo in immer demselben Baum für mich gut erreichbar zu platzieren. Lange Zeit hatte ich an dieser besonderen Ernte, welche meiner Wanderslust Lebensgeister einhauchte, große Freude und glaubte fest daran, dass auf diesem Baum Duplos wüchsen.
Das da oben ist eine Kugelschreiberkritzelei, auf der ich trotz etwas krummer Nase zu erkennen bin. Mein Dank für dieses Meisterwerk gilt lady-kinkling.
Anders als der sonnige Titel dieses Beitrages vielleicht vermuten lässt, werde nicht ich mich in den nächsten Wochen in einem wohlverdienten Urlaub vergnügen, sondern habe zusammen mit Sven die Vertretung des Bloggerkollegen Stefan übernommen. Stefan weilt derzeit für gut drei Wochen in Vietnam und schreibt in seinem jovelblog normalerweise über Fußball, Internet und Münster (manchmal auch über Hamburg). Da es sich um Ehrenamt handelt, welches man bekanntlich nicht ablehnen darf, habe ich dort auch bereits ganz pflichtbewusst einen ersten Beitrag veröffentlicht. Weitere folgen in den nächsten Tagen. Ich wünsche Stefan von hier aus einen phantastischen Urlaub und gratuliere noch einmal ganz nebenbei zu seinem heutigen ersten Bloggeburtstag.