Wörter Schaf Schnitt

Schaf

Sich jahrelang wundern, dass gewisse Menschen eisern darauf drängen, Interviews autorisieren zu wollen, obwohl diese ja nur das wiedergeben, was der Interviewte gesagt hat. Dann aber angesichts der TV-Ausstrahlung eines Kurzportraits trotz Erfahrung im Umgang mit Medien einsehen müssen, dass dieser zuvor als Unart abgetane Kontrollzwang durchaus seine Berechtigung hat. Wenn aus einem über zweistündigen Gespräch alle halbwegs geraden Sätze herausgeschnitten werden und man plötzlich als Schaf dasteht, ist es ein schwacher Trost, wenn das Fräulein und andere sagen, man sei „knuffig“. So etwas soll mir nicht wieder passieren. Schnitt.

Erdmöbel – Retrospektive-Tour

Erdmöbel
Erdmöbel im Lido, Berlin, 30.09.2011

Wie schon im Vorjahr die Tour in Berlin starten. Nach 16 Jahren zurückblicken, aber trotzdem keine Routine aufkommen lassen. Vor dem Konzert noch immer ein bißchen aufgeregt im Backstageraum auf und ab gehen und dabei Cola trinken, während im Saal das Vorprogramm läuft. Retrospektive-Tour: 18 alte Lieder und ein neues. Dreierbahn fahren und Songs spielen, die in einer besseren Welt alle Hits geworden wären. Jippie! Zwei Stunden mit Schiffsschaukelbremsern, Polarlicht von Palermo, Russischbrot und Küsse. Alles hineinlegen in die Musik, alles hineinlegen in den Text. Die Worte bleiben oft rätselhaft, das dem Best-of-Album beigelegte Textbuch bereitet Freude. Zugabe, Zugabe, Zugabe. „Es klopft und niemand da, außer der ganzen Welt. Ich geh aus dem Zimmer, abgeholt und nicht bestellt.“ Die Krähen. Dann Platten signieren, Instrumente und Verstärker in den Tourbus tragen. Ein paar Freunde fassen mit an, damit es schneller geht, dann Bier trinken. Morgen weiterfahren etc.

Danke.

Herbstberlin

Herbst

Herbst

Herbst

Was zu schreiben ist, ist geschrieben.

Tschüs sagen

Raupe

Nach der Veranstaltung setzen wir uns kurz an den Kanal und lassen die Beine baumeln. Manchmal lohnt es sich auch innezuhalten. Auf meinem Knie plötzlich ein zotteliger Freak, der sich nur mühsam fortbewegen kann. Beim Versuch, ihn zu retten, rutscht er ab und fällt ins Wasser. Eigentlich hätte er ein Schmetterling werden sollen. „Es gibt zu wenig Schmetterlinge“, bemerkt sie, und wir sagen an diesem Tag noch einmal tschüs und blicken der Raupe nach, wie sie vom fließenden Wasser davongetrieben wird. Sonnenstrahlen kitzeln unsere Nasen; das Wetter ist zu gut für diesen Tag. Wir sehen uns …

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