Container
- Beitragsautor Von bosch
- Veröffentlichungsdatum 20. Dezember 2010
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- Schlagwörter Bayern, Chiemsee, Container, Es könnte viel bedeuten, Fraueninsel, Hochfelln, Ingeborg Bachmann, Leben, Lyrik
Dieses verdammte Mitte. Alles ist irgendwie ironisch und zeitlich befristet: Galerien, Bars, Beziehungen. Im Anschluss an die Weihnachtsfeier ist man sich einig, einen dieser neuen angesagten Orte aufzusuchen. Die Bar, deren Namen natürlich nicht an der Tür steht, befindet sich nur wenige hundert Meter von uns entfernt. Die Damen tragen zu hohe Schuhe und drängen deshalb darauf, ein Taxi zu nehmen. Die Herren gehen den kurzen Weg durch Eis und Schnee zu Fuß und erreichten das Ziel zuerst: Trust. Draußen: Warteschlange und Türsteher. Drinnen: Überfüllung und Wodka aus Flaschen, kein Bier, niemals.
Den Damen gefällt es hier trotzdem, wir ziehen ohne sie weiter, was sich rächen soll: In die Neue Odessa Bar will man uns nicht hineinlassen, weil wir Penisse haben. Wir arrangieren uns mit unserem unpassenden Chromosomensatz, verfluchen aber diese Bar und ziehen erneut weiter, wieder durch Schnee und Kälte und mit der Hoffnung, dass unser Unterwegsbier nicht in der Flasche gefriert.
Torstraße/Ecke Ackerstraße: Muschi Obermaier. Über dem Eingang die Worte „Trost und Zuspruch – zwei Mark“ und weil ich das gerade nötig habe, hoffe ich zum ersten Mal ganz still auf eine Abkehr vom Euro. Der Türsteher winkt mich, noch immer mein halbes Unterwegsbier in der Hand haltend, mit größtmöglicher Gelassenheit und den Worten „na wegen einem mitgebrachten Bier wollen wir hier mal nicht rumflennen“ durch. Der Plattenaufleger spielt bevorzugt Musik der 80er Jahre: Talk Talk, U2 und Simply Red. Die 80er waren musikalisch schlimm, denke ich. Die 70er, 90er und 0er ebenfalls. Und auch sonst. Wir stehen herum, trinken gutes bayerisches Bier aus etwas ungelenk geformten Halbliterflaschen; ab und zu auch einen Schnaps. Ich bitte meine Begleitung um Sambuca, bekomme aber ein Gläschen ohne Kaffeebohnen. Sambuca ohne Kaffeebohnen ist meistens Wodka, und so war es dann auch. Wir sprechen über Städte: Hamburg, Berlin und die Provinz. „Der Ort ist nicht das Ding, das du verlässt. Der Scheiß ist in dir“, sagt einer und wir prosten einander zu. Ein Blick in die Runde verrät mir, dass hier ein Vollbart längst nicht mehr reicht. Ich brauche dringend einen Hut. Den Weg nach Hause lege ich taumelnd zurück. Ach, Mitte.
Bald ist es geschafft. Hier noch einmal die Zeit der Ankunft und Vorbereitung auf das christliche Hochfest im Überblick:
Manchmal schreibe ich nicht nur, sondern spreche auch ein paar Worte in ein Mikrofon und stelle das ins Internet. Und weil man das abonnieren kann, nennt sich das Podcast. Das tue ich natürlich nicht allein, weil ich gar nicht so viel zu erzählen habe, und es auch sehr langweilig wäre, mir stundenlang zuzuhören.
Wenn ich mit Sven und Stefan podcaste, dann heißt es „Hamburger zum Mittag“; leider bin ich zuletzt nicht mehr so oft dabei gewesen, da ich zumeist in Berlin weilte.
Weil es aber auch in der Hauptstadt so einiges zu erzählen gibt, habe ich gemeinsam mit Mathias Richel im Juni dieses Jahres „Das Wort zum Sonntag“ gestartet. Wir reden dort über alles und jeden. Mal haben wir Gäste, mal sind wir nur zu zweit. So auch bei dieser Folge mit der Nummer 14. Kurz vor Weihnachten wird es etwas besinnlicher. Wir denken uns unsere jeweilige Zeit im Zivildienst zurück:
[podcast]http://mathiasrichelspodcast.podspot.de/files/Folge%2014%20-%20Zivildienst.mp3[/podcast]
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