Er schien ganz vernünftig, sprach mit den Leuten; er tat Alles wie es die Anderen taten, es war aber eine entsetzliche Leere in ihm, er fühlte keine Angst mehr, kein Verlangen; sein Dasein war ihm eine notwendige Last – So lebte er hin.
(Georg Büchner, aus Lenz)
Autor: bosch
Durch und durch sinnloses Gestrypp, Staub anziehend, immerzu durstig. Besonders bei längerer Abwesenheit des Besitzers. Lediglich Schnittlauch ist als Zimmerpflanze akzeptabel, reichert er doch das Rührei geschmacklich angenehm an.
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Josef Hader – Topfpflanzen

SPIEGELs Zukunft
Verlag ohne Medium
Der neue Aufmacher enttäuscht, das journalistische Feingefühl des Chefs vom Dienst auch. Der SPIEGEL steht nach dem Tod von Rudolf Augstein vor schweren Zeiten. Ohne dessen visionäre Kraft droht der Verlag seine Vorreiterrolle zu verlieren. Welche Strategie hilft jetzt? Von @bosch weniger…
Dienstag nach dem Feiertag. Morgens beim Bäcker vor mir zwei asiatische Touristen. Offenkundig fehlt ihnen zur Artikulation ihres Bestellwunsches das erforderliche Backwarenfachvokabular. Hilflos zeigen sie auf Schrippen, Croissants etc. Es sind heute einmal nicht die Reisenden, die nerven, sondern es ist die unnötige Pampigkeit der Bäckereifachverkäuferin, die ratlos mit den Schultern zuckt und hektisch mit ihren Händen herumfuchtelt. Ich blicke auf ihre Fingernägel und frage mich, warum es bei all dem Regulierungswahn in diesem Lande noch kein Verbot für aufgeklebte Kunstnägel mit Glitzersteinchen gibt, und je länger ich warte, desto mehr vergeht mir der Appetit. Als ich an der Reihe bin, sage ich nur „Mischbrot“, und lege das Geld passend abgezählt auf die Verkaufstheke. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt fühlt sich der Dienstag wie ein Montag an.

