Wohne Orte #9
- Beitragsautor Von bosch
- Veröffentlichungsdatum 26. April 2010
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- Schlagwörter Poladroid, Polaroid, Wohne Orte, Wohnzimmer
„Bloggen ist wieder total im Kommen“, höre ich jetzt immer häufiger. Allerdings ist an dieser Stelle nur wenig davon zu bemerken. Mein Schreibfluss dümpelt wie eh und jeh vor sich hin. Stattdessen einfach zwei Ankündigungen:
und
Nun soll noch mal jemand behaupten, es passiere nichts.
„Hacki, unser Bäcker,
bei dem schmeckt’s immer lecker.“
(Schrippentütendichtung der Bäckerei Hacker, Berlin)
Mit dem Fall der Mauer kam nicht nur Coca-Cola, Reisefreiheit und Volkswagen in den Osten der Republik, sondern auch die Luft in die Brötchen. Brötchen heißen hier natürlich Schrippen – und Croissants heißen Butterhörnchen.
Ein Freund erzählte mir einst, wie seine Familie – noch zu Zeiten der Mauer – ostdeutsche Brötchen in einem Kopfkissenbezug in den Westen geschmuggelt habe, weil die backtriebmittelfreie Schrippen sehr viel köstlicher waren als die aufgeplusterten Luftbrötchen aus dem Westen. An den frischen Backwaren der Bäckerei Hacker im Prenzlauer Berg hätte er sicher auch heute noch seine Freude.
Die Damen hinter der Theke sprechen mit Berliner Dialekt und tragen eine Kittelschürze. Der Laden sieht aus, als hätte sich hier zwanzig Jahre nichts getan, und es duftet einen Duft, von dem mit Backshops groß gewordene Generationen nichts ahnen. Ein echter Handwerksbäcker, wie er nur noch selten zu finden ist.
Wer die Gelegenheit hat, in die Stargarder Straße zu kommen, sollte in hier unbedingt die Splitterbrötchen aus süßlichem Hefeteig probieren – die kosten nur 40 Cent und brauchen sich hinter keinem Franzbrötchen zu verstecken.
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Bäcker Hacker auf morgenpost.de.
Der Spreepark in Berlin-Treptow: Kaum ein Ort wirkt so verlassen wie dieser stillgelegte Freizeitpark. Von seiner Geschichte handelt der sehenswerte Dokumentarfilm „Achterbahn“, über den ich an anderer Stelle schon einmal geschrieben habe.
Weitere Bilder gibt es hier.