Lichtenberg
- Beitragsautor Von bosch
- Veröffentlichungsdatum 4. Oktober 2011
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- Schlagwörter Berlin, Fotografie, Lichtenberg
Sich jahrelang wundern, dass gewisse Menschen eisern darauf drängen, Interviews autorisieren zu wollen, obwohl diese ja nur das wiedergeben, was der Interviewte gesagt hat. Dann aber angesichts der TV-Ausstrahlung eines Kurzportraits trotz Erfahrung im Umgang mit Medien einsehen müssen, dass dieser zuvor als Unart abgetane Kontrollzwang durchaus seine Berechtigung hat. Wenn aus einem über zweistündigen Gespräch alle halbwegs geraden Sätze herausgeschnitten werden und man plötzlich als Schaf dasteht, ist es ein schwacher Trost, wenn das Fräulein und andere sagen, man sei „knuffig“. So etwas soll mir nicht wieder passieren. Schnitt.

Wie schon im Vorjahr die Tour in Berlin starten. Nach 16 Jahren zurückblicken, aber trotzdem keine Routine aufkommen lassen. Vor dem Konzert noch immer ein bißchen aufgeregt im Backstageraum auf und ab gehen und dabei Cola trinken, während im Saal das Vorprogramm läuft. Retrospektive-Tour: 18 alte Lieder und ein neues. Dreierbahn fahren und Songs spielen, die in einer besseren Welt alle Hits geworden wären. Jippie! Zwei Stunden mit Schiffsschaukelbremsern, Polarlicht von Palermo, Russischbrot und Küsse. Alles hineinlegen in die Musik, alles hineinlegen in den Text. Die Worte bleiben oft rätselhaft, das dem Best-of-Album beigelegte Textbuch bereitet Freude. Zugabe, Zugabe, Zugabe. „Es klopft und niemand da, außer der ganzen Welt. Ich geh aus dem Zimmer, abgeholt und nicht bestellt.“ Die Krähen. Dann Platten signieren, Instrumente und Verstärker in den Tourbus tragen. Ein paar Freunde fassen mit an, damit es schneller geht, dann Bier trinken. Morgen weiterfahren etc.
Danke.