Symbolfoto (Hier wird vermutlich kein Pfand erhoben.)
Liebes Berlin,
in Deinen Bars und Kneipen greift es um sich, dass Bierflaschen und Gläser nur noch gegen Pfand und -marke herausgegeben werden. Entweder sind die Leute in Deinen Kneipen zu faul, die leeren Bierflaschen einfach am Tresen zurückzugeben. Oder sie leben in so prekären Verhältnissen, dass sie die 8 Cent Flaschenpfand im nächsten Supermarkt einlösen – nur, um sich ab und zu überhaupt ein überteuertes Bier in einer Gastwirtschaft leisten zu können. Möglicherweise ist es aber auch ganz anders: Vielleicht leben die Wirte in der Hauptstadt einfach nur vom Pfandschlupf?
Die Pfandmarken verliere ich ständig – oder finde sie immer erst zuhause wieder. Dort stapeln sie sich längst, aber die dazugehörigen Flaschen wurden zwischenzeitlich einkassiert. Angesichts der ohnehin schon hohen Bierpreise ist das kein sonderlich gästefreundliches Geschäftsmodell. Bei mir zuhause türmen sich so viele Pfandmarken, dass ich, könnte ich sie einlösen, von dem ganzen Geld längst eine eigene Kneipe eröffnen könnte. Zumindest aber reichte es für ein mittelgroßes Besäufnis.
Darauf erstmal einen Schnaps (ohne Pfand auf’s Gläschen). Prost!
„Das eine Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher,
das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele.“ (Henri Cartier- Bresson)
Fotografie. Nur zufällig bin ich zu ihr gekommen. Ursprünglich wollte ich lediglich mein Weblog ein wenig illustrieren. Mittlerweile hat es sich verselbständigt. Es ist schwer geworden, auch einmal ein geeignetes Motiv vorbeiziehen zu lassen. Fast immer habe ich eine Kamera dabei. Mal eine kleine, mal eine große. Das ist egal.
Die neuesten Kameramodelle gibt es derzeit noch bis zum 26.9. in Köln auf der Photokina, der größen Fotomesse der Welt, zu bestaunen. Fotointeressierte finden dort aber nicht nur technische Neuheiten, sondern auch zahlreiche interessante Workshops mit hervorragenden Fotografen.
Unter meinen Lesern verlose ich fünf Tageskarten. Um dabei zu sein, hinterlass mir einfach einen Kommentar, mit Deinen Lieblings-Fotografie-Link und in ein, zwei Sätzen eine kurze Begründung, warum das so ist. Die Verlosung läuft bis heute 24 Uhr, der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die Gewinner benachrichtige ich umgehend per Mail.
Internationale Funkausstellung Berlin, ich streife über das endlose Messegelände. Die Besucher reißen sich um überdimensionierte Tragetaschen der Aussteller, in denen sich zumeist nichts weiter befindet als ein Handzettel in der Größe DIN A5 und ein Werbekugelschreiber. Beutelratten. Die Currywurst kostet 5 Euro und schmeckt nach Glutamat. Das Schlimmste an Messen ist die Verpflegung. Es sei denn, man hat einen Presse- oder Fachbesucherausweis. Dann darf man schon mal bei einem Hersteller minderwertiger Plastikhardware backstage eine Brezel essen und ein Weizenbier auf’s Haus genießen. Dafür muss man aber nicht nur seine Daten am Empfangsschalter hinterlassen, sondern auch an einer Produktpräsentation teilnehmen. Ich bin im Besitz eines dafür erforderlichen Ausweises, lasse mir aber ungern stundenlang die Vorzüge einer neuen Telefonhülle erklären und so schlimm ist die überteuerte Currywurst nun auch wieder nicht.
Wohin man blickt: Weißwaren. Die meisten von ihnen sind ganz gewöhnliche Waschmaschinen oder Kühlschränke – nicht einmal über WLAN verfügen sie. Des weiteren liegen Fernseher im Trend: wie jedes Jahr werden sie immer flacher (genau wie das Programm, das sie zeigen) und jetzt können sie sogar 3D. An einem Stand für Televisionsgeräte tanzen magere Modelle ungelenke Tänze. Dabei werden sie gefilmt und das Livebild wird auf einen dieser modernen Fernseher übertragen. Messebesucher stehen davor und tragen alberne Brillen während sie in die Geräte starren und klagen über Kopfschmerzen. Wenn es nach den Ausstellern ginge, wird es bald nur noch 3D-Bilder geben. Also genau wie vor der Erfindung des Fernsehens, nur mit Kopfschmerzen.
Eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt belegt eine eigene, sehr große Halle. Beim Betreten spürt man sofort, wie hier Rundfunkgebühren verpuffen. Hinter einem langen Tisch sitzen drei Junge Menschen, die Autogramme geben. In unregelmäßigen Abständen umarmen sie sich und lächeln in ein Blitzlichtgewitter. Sie sind beliebter als die übergroße Sendung-mit-der-Maus-Maus, die niemand fotografieren will. Vermutlich sind sie sogar ein bißchen bekannt – aus Film, Funk und Fernsehen, wie man früher so schön sagte. Ich kenne sie nicht.
8 Uhr der Wecker klingelt. Erstmal einen Schluck Mineralwasser trinken: “Vöslauer – das Frühstückchen.” Schnell noch die Katze versorgen. Sie ist etwas verwöhnt, aber nicht umsonst heißt es ja: “Katzen würden Vöslauer kaufen.”
Ein Blick auf die Uhr: Oh mein Gottt, ich sollte doch schon längst in der Redaktion sein. “Gehetzte sollten nur Vöslauer trinken.” Gerade noch geschafft. Der Chef thematisiert mal wiederSchleichwerbung. Kann mir gar nicht vorstellen, dass es in unserer Redaktion so etwas geben soll. Na ja, wie sagt der Chef immer so schön: “Vöslauer, Vöslauer, Vöslauer – und immer an die Leser denken.” Ist mal wieder zum Einschlafen, diese ewigen Konferenzen. Zum Glück gibt es genug Wasser: “Vöslauer weckt Vitalität.” Eigentlich gilt ja immer „Vöslauer … find ich gut“, aber irgendwann ist es selbst mir zu viel: “Es ist in dir – lass es raus.”
Symbolfoto (kein Vöslauer)
Kurz vor Feierabend bietet mir noch eine Kollegin irgendein Mineralwasser an – ich traue meinen Augen nicht – „nur wo Vöslauer drauf steht, ist auch Vöslauer drin.“ Ich weise ihr Angebot empört zurück und trinke lieber ein Vöslauer – „da weiß man, was man hat.“ Denn, „das Gute daran, ist das Gute darin.“
Bin gestresst. Kein Wunder, dass der Magen etwas verstimmt ist. Aber auch hier hilft: „Vöslauer akut – nehmen und gut“ oder anders ausgedrückt „Vöslauer räumt den Magen auf – schnell und zuverlässig.“
Endlich ein harter Arbeitstag ist vorbei. Jetzt noch schnell ins Fitnesstudio: “Vöslauer macht mobil – bei Arbeit, Sport und Spiel.” Schweißtreibend war’s, aber beim Spinning habe ich es mal wieder allen gezeigt. Kein Wunder, denn „Vöslauer verleiht Flügel.“ Unter der Dusche für mich nur das Beste: “An meine Haut lasse ich nur Wasser und Vöslauer.” Ah, das tat gut: „Vöslauer weiß, was Frauen wünschen.“
Danach noch kurz mit Elfriede anstoßen, sie hat ja heute Geburtstag. Alkohol kommt für mich nicht in Frage, es heißt mal wieder “Darauf ein Vöslauer.” „Vöslauer, auf die Freundschaft“, sage ich. Iris antwortet: “Nicht immer, aber immer öfter.” Ich kann gar nicht genug bekommen, von diesem erfrischenden Vöslauer. „Ich liebe es,“ schließlich ist Vöslauer „die Zukunft des Mineralwassers“. Zu köstlich, dieses Vöslauer: „Des Wassers reine Seele.“
Puh, das wäre auch erledigt, der Tag ist geschafft, noch eine kurze Bahnfahrt nach Hause: “Alle reden vom Wetter. Wir nicht. Trink lieber ein leckeres Vöslauer.” Später daheim, nun ist Entspannung angesagt: “Der Tag Geht, Vöslauer kommt.”