Wohne Orte #10
- Beitragsautor Von bosch
- Veröffentlichungsdatum 17. Oktober 2010
- 11 Kommentare zu Wohne Orte #10
- Schlagwörter Apple, Bücher, Bücherregal, Computer, Macintosh, Steve Jobs, Wohne Orte, Wohnzimmer
Einmal noch und dann kein Wort mehr über Bücher. Vorerst. Alles, was zwischen zwei Buchdeckel passt, findet sich auf dem Frankfurter Messegelände: Verlage, Agenten, Großhändler, Kleinhändler – alles dreht sich um das Geschäft. Samstag ist die Messe für das Publikum geöffnet, das aber eher stört, weil es die engen Gänge zwischen den Ständen verstopft, nach Werbekugelschreibern verlangt und am Ende der Rolltreppen grundsätzlich stehenbleibt.
Am Stand unseres Verlages steht eine prall gefüllte Großverpackung zur Verkaufsförderung mit unserem Buch. Noch nie habe ich gesehen, wie jemand darauf reagiert und schleiche ein wenig herum, um zu spüren, wie es sich anfühlt, wenn ein fremder Mensch das eigene Buch in der Hand hält, um in einem Interview später einmal die stets danach gestellte Frage korrekt beantworten zu können. Kurze Zeit später kommt ein älterer Herr, greift nach dem Buch, blättert darin, schüttelt seinen Kopf und legt es wieder zurück. So ist das also, wenn jemand das eigene Buch in der Hand hält, denke ich und hoffe, dass ich in einem Interview nie danach gefragt werde.
Dann lesen wir ein bißchen vor und sind froh, dass so viele Menschen gekommen sind, um uns zuzuhören, obwohl wir weder Nobelpreisträger noch Busenwunder sind oder in einem skandalumwitterten Sachbuch den Untergang des Abendlandes proklamiert haben. Wir belohnen uns mit einem miesen Messeschnitzel für 20 Euro und geben dem Literaturcafé ein Interview, in dem wir nicht danach gefragt werden, wie es sich anfühlt, wenn man jemanden betrachtet, der in dem eigenen Buch liest.
Wer sich für Bücher interessiert, sollte besser in die Buchhandlung seines Vertrauens gehen, und zwischen all den überdimensionierten Werbetragetaschen mit Verlagsborschüren, die schon morgen im Altpapier landen werden, entdecke ich im Augenwinkel doch noch eine interessante Neuerscheinung: „Vorstellung meiner Hände“, Gedichte aus dem Frühwerk Rolf Dieter Brinkmanns.
Noch einmal zurückgekehrt an den Stand unseres Verlages, bemerke ich, dass das Buch gut läuft: Nur noch ein Exemplar ist vorhanden, obwohl kein Verkauf stattfindet. Schwund. Auf Buchmessen soll die Diebstahlquote ein Indikator für den Erfolg eines Titels sein, sagen Branchenkenner.
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Nachtrag: Hier kann man unser Interview mit dem Literaturcafé auch anhören:
[podcast]http://literaturcafe.podspot.de/files/buchmesse_2010_twitterlesung.mp3[/podcast]
Hier klicken zum Herunterladen (13 Min. – 6 MB).
Die 300 Seiten sind schnell gelesen – in einem Rutsch. Sie wirken auch etwas zügig dahingeschrieben, was dem Werk vermutlich nicht gerecht wird. Der Schreiber ist ein guter Erzähler, aber der große Roman ist womöglich nicht seine Form. Die Worte mussten trotzdem raus. Diverse Nebenhandlungsstränge sind etwas zu ausführlich geraten, manche der handelnden Personen bleiben etwas blass.
Viel Stoff zum Nachdenken gibt das Buch dem Leser nicht, wenngleich ihm auch eine gewisse Unterhaltsamkeit nicht abzusprechen ist. Immerhin. Das alles ist kein Grund, auf dem Autoren herumzuhacken – und immer noch besser als vier Stunden Privatfernsehen. Kurzweilige Unterhaltung ist schließlich kein Makel, sondern ein Genre.
(Möglicherweise fände das Druckerzeugnis nach der ersten Lektüre rasch seinen Weg ins Antiquariat, wenn es nicht das Geschenk einer mir sehr nahestehenden Person gewesen wäre. Nun wird es in Würde in meinem Regal verstauben.)
„Das eine Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher,
das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele.“
(Henri Cartier- Bresson)
Fotografie. Nur zufällig bin ich zu ihr gekommen. Ursprünglich wollte ich lediglich mein Weblog ein wenig illustrieren. Mittlerweile hat es sich verselbständigt. Es ist schwer geworden, auch einmal ein geeignetes Motiv vorbeiziehen zu lassen. Fast immer habe ich eine Kamera dabei. Mal eine kleine, mal eine große. Das ist egal.
Die neuesten Kameramodelle gibt es derzeit noch bis zum 26.9. in Köln auf der Photokina, der größen Fotomesse der Welt, zu bestaunen. Fotointeressierte finden dort aber nicht nur technische Neuheiten, sondern auch zahlreiche interessante Workshops mit hervorragenden Fotografen.
Unter meinen Lesern verlose ich fünf Tageskarten. Um dabei zu sein, hinterlass mir einfach einen Kommentar, mit Deinen Lieblings-Fotografie-Link und in ein, zwei Sätzen eine kurze Begründung, warum das so ist. Die Verlosung läuft bis heute 24 Uhr, der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die Gewinner benachrichtige ich umgehend per Mail.
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